Zurück nach Raccoon City, wenn Sie sich trauen: Zach Creggers „Resident Evil“-Film läuft im Kino, Netflix schockt mit neuer True-Crime-Staffel von „Monster“.
Die Spuk-Saison rückt näher. Mit ihr wachsen Gänsehaut und Nervenkitzel rund um die Neustarts dieser Woche.
Zach Creggers Resident Evil-Adaption gehört zu unseren meist erwarteten Horrorfilmen des Jahres. Schon der Trailer verspricht Hochspannung zum Durch-die-Finger-Schauen – diese spinnenartigen Gliedmaßen im Türrahmen, ahhh!
Wenn Splatter und Schockeffekte nicht Ihr Ding sind, fährt Aardman Animations (das geniale Studio hinter Wallace & Gromit) eine deutlich gemütlichere, aber herrlich schaf-verrückte Variante des Filmgrusels auf: Shaun das Schaf: The Beast of Mossy Bottom.
Für eine Portion Inspiration lohnt der Besuch des London Design Festival, bei dem in der ganzen Stadt – auch im V&A, siehe unten – Installationen zu sehen sind, die mit unserer Perspektive spielen und den Einfluss von Technologie auf Design und Handwerk hinterfragen.
Oder Sie stürzen sich direkt auf die Tanzfläche mit Tove Los neuem Album – ein fiebriger, kämpferischer Sound, ideal, um die dunkler werdenden Abende aus dem Kopf zu vertreiben.
Mehr dazu weiter unten.
Ausstellungen
Andy Warhol: Line and Image
Andy Warhol (amerikanisch, 1928–1987), Selbstporträt (Passfoto mit veränderter Nase), 1956.Andy Warhol (amerikanisch, 1928–1987), Selbstporträt (Passfoto mit veränderter Nase), 1956.
Wann: 16. September bis 10. Januar 2027
Wo: Musée du Luxembourg (Paris, Frankreich)
Als Kind lag Andy Warhol lange ans Bett gefesselt. Das Zeichnen wurde für ihn ein Fluchtweg. Er skizzierte alles, von Filmstars bis zu Schmetterlingen, und holte so seine Leidenschaften, seine Neugier und seine Fantasiewelten aufs Papier. Gerade die Schlichtheit von Bleistift und Papier ließ unendlich viel Raum zum Experimentieren. Diese Grundlage prägte und inspirierte seine gesamte weitere Karriere. Das Musée du Luxembourg (Quelle auf Englisch) zeigt rund 150 dieser Zeichnungen aus allen Schaffensphasen – Porträts, Karikaturen und Selbstvermarktungs-Portfolios. Die Schau bietet einen zarten, ungewohnt intimen Blick auf einen Ikonen-Künstler, den man sonst mit grellem Bombast verbindet. Ein Muss für Warhol-Fans und kreative Träumerinnen und Träumer. Mehr Infos hier. (Quelle auf Englisch)
V&A x LDF: Awakenings
Andre WilliamsAndre Williams
Wann: Bis 18. Oktober 2026
Wo: Victoria and Albert Museum (London, UK)
In Zusammenarbeit mit dem London Design Festival präsentiert das V&A eine Reihe verblüffender Installationen, die die Schnittstellen von Design, Handwerk und Technologie ausloten. Zu den Höhepunkten gehört Eunjo Lees schwindelerregende Arbeit „When the Void Gazes Back“, die mit 3D-gedruckten Tonfiguren nicht-menschliches Bewusstsein einfängt. Andre Williams zeigt farbenfrohe, vom Analogen inspirierte Arbeiten, in denen die Zeit stillzustehen scheint. Das Programm ist breit gefächert und bedient so ziemlich jede Form von Neugier. Mehr erfahren. (Quelle auf Englisch)
Bonus-Tipp: Die Fondazione Magnani Rocca (Quelle auf Englisch) zeigt vom 12. September bis 13. Dezember 2026 die bislang größte Man-Ray-Retrospektive in Italien. Der Künstler gilt als Pionier der Dada- und Surrealismusbewegung.
Filme
Resident Evil
Wo: Kinos
Wann: 18. September
Verfilmungen von Videospielreihen haben einen Ruf, berüchtigt schlecht zu sein. Das gilt besonders für Resident Evil, die unheimliche Reihe aus den Neunzigerjahren, in der Spielerinnen und Spieler sich durch eine Welt aus Biowaffen, Pharmakorruption und zombieartigen Monstern kämpfen. Die erste Kinoadaption von 2002 hat bis heute eine kleine treue Fangemeinde. Die folgenden Fortsetzungen und auch das letzte Realfilm-Reboot von 2021 lösten allerdings eher den kollektiven Ruf aus: „Stopp! Mach diese Tür nicht auf!“ – sprich: bitte keine weiteren Versuche. Nun wagt sich Zach Cregger an den Stoff, der Regisseur hinter den Horror-Hits Barbarian und Weapons. Cregger gilt als Meister darin, Erwartungen zu unterlaufen und ein Gefühl anhaltender Beklemmung zu erzeugen. Seine Version rückt die klaustrophobische Atmosphäre der Originalspiele in den Mittelpunkt: Ein junger Medikamentenbote findet sich in der von Albträumen heimgesuchten Raccoon City gefangen.
Bonus-Tipp: Zum 50. Jubiläum von Aardman Animations kehrt eine ihrer beliebtesten Figuren zurück auf die Leinwand: Shaun das Schaf stolpert in The Beast of Mossy Bottom ab 18. September wieder ins Kino.
Serien
Monster: The Lizzie Borden Story
Wo: Netflix
Wann: 17. September
Im Jahr 1892 wurden in den USA ein Mann und seine zweite Ehefrau mit einer Axt erschlagen aufgefunden. Im Haus befand sich zu diesem Zeitpunkt nur die gemeinsame Tochter, die zweiunddreißigjährige Lizzie Borden. Sie wurde mangels handfester Beweise freigesprochen. Der Fall zählt dennoch bis heute zu den schockierendsten und meist ausgeschlachteten Verbrechen der US-Geschichte. Das ungelöste Rätsel – und der damalige Verdacht gegen eine weiße Frau aus der Mittelschicht – befeuert die Faszination bis heute. Diese Geschichte ist nun Thema der neuesten Staffel von „Monster“, der Anthologie-Serie von Ryan Murphy und Ian Brennan über aufsehenerregende US-Mordfälle. Ella Beatty spielt Lizzie, Rebecca Hall verkörpert die Stiefmutter, Vicky Krieps die Hausangestellte der Familie. Die Besetzung ist erstklassig, True-Crime-Fans dürften gebannt vor dem Bildschirm kleben.
Bonus-Tipp: Der kettenrauchende, permanent fluchende und dennoch liebenswerte Chaot Jackson Lamb (Gary Oldman) ist zurück: Staffel sechs von Apple TV+s Emmy-prämierter Serie Slow Horses ist ab 16. September im Stream.
Musik
Tove Lo: Estrus
Wann: 18. September
Die schwedische Singer-Songwriterin Tove Lo meldet sich mit ihrem sechsten Album zurück – einer pulsierenden, von Urtrieben angetriebenen Hommage an weibliches Begehren. Ähnlich wie Robyns in diesem Jahr erschienenes „Sexistential“ verhandelt die Platte Spannungen zwischen Identität und Biologie, zwischen Instinkt und Vernunft. „You’re drunk and horny in the crowd / You need attention, let your tears come down“, singt Lo gleich zu Beginn des Stücks „DNH“ und setzt damit den Ton für eine elektrolastige Katharsis. Die Songs bohren sich mit beinahe wilder Energie durch Vergangenheit und Gegenwart. Einfache Antworten gibt es keine. Ein schweißtreibender Befreiungstanz auf dem Dancefloor ist dagegen garantiert.
Bonus-Tipps: Es ist eine starke Woche für Neuveröffentlichungen. Zu den weiteren bemerkenswerten Alben zählen Echo and the Bunnymens „Apples for Isaac“, Ezra Collectives „Here Because of Hope“ und Agnes Obels „The Meaning of Flowers“.