Ein gesuchter Sexualstraftäter aus Italien konnte nach über vier Jahren Suche ausfindig gemacht werden. Zwischendurch war er in der russischen Armee untergetaucht und hatte gegen die Ukraine gekämpft.
Ein Sexualstraftäter aus Italien soll in der russischen Armee untergetaucht sein. Dabei handelt es sich um einen 52-Jährigen, der am Mittwochabend von den italienischen Behörden verhaftet wurde.
Gianni Cenni ist neapolitanischer Herkunft. Er wurde wegen sexueller Nötigung eines siebenjährigen Mädchens zu einer Haftstrafe verurteilt. Nachdem damals vor vier Jahren Anzeige gegen ihn erstattet worden war, war der Mann untergetaucht.
Jetzt ist klar, wo sich der Mann versteckt hielt.
Von Finnland über Spanien zu Putins Armee
Nachdem Anzeige gegen Cenni erstattet worden war, ist er im darauffolgenden Januar 2023 wegen schwerer sexueller Nötigung verurteilt worden. Für die Polizei, insbesondere für die Carabinieri der Ermittlungseinheit in Neapel, war es jedoch nicht einfach, das Untertauchen des Gesuchten zu rekonstruieren.
Zunächst hatte sich der Mann nämlich in Finnland versteckt, anschließend in Spanien in der Nähe von Alicante. Dort führte er zunächst ein normales Alltagsleben und hatte eine Pizzeria übernommen.
Der Wendepunkt kam jedoch im Januar 2025: Zu diesem Zeitpunkt war Cenni bereits an einem anderen Ort und tauchte aufgrund einer Festnahme durch die ukrainische Armee wieder auf. Es stellte sich heraus, dass Cenni sich der russischen Armee angeschlossen hatte und zum Kampf in die Donbass-Region geschickt worden war. Dort wurde er später gefangen genommen.
Vorherige Verurteilung wegen Mordes
Die Carabinieri schalteten daraufhin den Internationalen Dienst für polizeiliche Zusammenarbeit ein, über den die Identität von Cenni bestätigt werden konnte. Dieser hatte in der Zwischenzeit auch eine russische Staatsbürgerin geheiratet.
Nach seiner Festnahme wurde er in ein Krankenhaus in Charkiw eingeliefert, bevor er in einem Zentrum inhaftiert und schließlich nach Italien überführt wurde.
Bei seiner Ankunft auf dem Flughafen Fiumicino wurden ihm die Handschellen angelegt. Außerdem kam ein weiteres Detail ans Licht: Es war nicht die erste Verurteilung des Mannes. Er war bereits für den Mord an Francesco Scicchitano im Jahr 1999, einen in Mailand getöteten Wachmann, inhaftiert worden.
Nach zehn Jahren Haft war er halbwegs frei gekommen und hatte sich dann nach Neapel abgesetzt. Nun muss er eine neue Strafe von sieben Jahren und zwei Monaten im Gefängnis verbüßen: Das Urteil ist nun rechtskräftig.