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Nach Glória-Seilbahn-Tragödie: Neue Ermittlungen der Kripo in Portugal

Tragödie schockt das Land
Tragödie versetzt Land in Schock Copyright  Armando França/AP
Copyright Armando França/AP
Von Ricardo Figueira & Euronews
Zuerst veröffentlicht am
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Nach dem schweren Unglück in Lissabon mit 16 Toten sind Spitzenmanager des Verkehrsunternehmens Carris und der Wartungsfirma im Visier der Ermittler.

Die portugiesische Kriminalpolizei hat am Freitagmorgen in Lissabon eine Reihe von Durchsuchungen im Zusammenhang mit der Tragödie der Standseilbahn Elevador da Glória durchgeführt. Bei dem Unglück im September 2025 waren 16 Menschen ums Leben gekommen.

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Nach Berichten von mehreren Medien ermittelt die Kriminalpolizei gegen ranghohe Verantwortliche des städtischen Verkehrsunternehmens Carris und der Firma MAIN, die für die Wartung der Seilbahn zuständig war. Die Vorwürfe sind fahrlässige Tötung und Verstoß gegen Sicherheitsvorschriften.

"Schwere Mängel" festgestellt

Insgesamt durchsuchte die Polizei die Wohnungen von zehn Beschuldigten. An dem Einsatz waren rund 20 Ermittlerinnen und Ermittler der Kriminalpolizei beteiligt. Mit dabei war Staatsanwalt Joaquim Morgado, der das beim Dezernat für Ermittlungen und Strafverfolgung (DIAP) in Lissabon anhängige Verfahren leitet.

Die Ermittler sollen "schwere Mängel“ an den Seilen festgestellt haben, vor allem am Bremssystem. Die Staatsanwaltschaft will die Beweise nun auswerten und Anklage erheben.

Ermittlungsergebnisse belasten Carris

Die ersten Ergebnisse des Untersuchungsbüros für Eisenbahnunfälle (GPIAAF) führten kurz nach der Tragödie zum Rücktritt des Carris-Unternehmenschefs. Demnach funktionierte das Notbremssystem nicht, wenn die Tragseile gerissen waren – so wie am Unglückstag.

Die Standseilbahn, ein Wahrzeichen Lissabons, das täglich von Hunderten Einheimischen, Touristinnen und Touristen genutzt wird, raste ungebremst die Calçada da Glória hinunter. Sie sprang aus den Schienen und prallte mit großer Wucht gegen eine Mauer.

Vorläufige Gutachten ergaben, dass das Seil an einer Stelle stark angegriffen war, die von einem Bauteil verdeckt wurde. Die damaligen Kontrollen hätten diesen Schaden nicht aufdecken können, weil sie nur mit bloßem Auge durchgeführt wurden.

Das war nach den Ermittlungen des GPIAAF jedoch nicht der einzige belastende Befund. Demnach war das verwendete Seil gar nicht für den Einsatz in diesem Verkehrsmittel zertifiziert. Das Unternehmen soll sich für eine günstigere Variante eines Seils entschieden haben.

Durch die Katastrophe wurde auch grundsätzlich infrage gestellt, dass die Wartung der Standseilbahn von Carris an externe Firmen ausgelagert wurde.

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