Ein eingesetztes Untersuchungsteam hat nach Angaben der Regierung bereits festgestellt, dass die Hacker Daten von rund 31.000 juristischen Personen erbeutet haben. Das Register wurde gegen Geldwäsche geschaffen – nun ist es selbst zum Sicherheitsrisiko geworden.
Ein Cyberangriff hat nach Angaben der Regierung die Daten von rund 31.000 Personen abgegriffen. Sie sind im liechtensteinischen Register der wirtschaftlich Berechtigten hinter Unternehmen und Stiftungen im wohlhabenden Fürstentum erfasst.
Ein Sprecher des deutschen Bundesinnenministeriums erklärte, man stehe wegen des Datenlecks mit den Behörden in Liechtenstein in Kontakt. Derzeit gebe es keine Hinweise auf einen Zusammenhang mit deutschen Staatsbürgern.
Unbekannte griffen das "Register der wirtschaftlichen Eigentümer" in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag vergangener Woche an, wie die Regierung in Liechtenstein mitteilte.
"Bisher haben wir keine Anzeichen dafür, wer der oder die Täter sind", so Regierungschefin Haas. "Es gibt weder Lösegeldforderungen, noch ist das Verzeichnis im Darknet gemäß unserem Wissen beispielsweise zum Verkauf angeboten."
"Nach bisherigen Erkenntnissen verschaffte sich ein unbekannter Täter in der Nacht auf den 30. Juli 2026 unbefugten digitalen Zugriff auf das VwbP (Bundesamt für den Schutz der Verfassung)", heißt es in der Regierungsmitteilung. Demnach wurde der Vorfall am Donnerstag entdeckt. Die Behörden sicherten die Daten und nahmen das System vom Netz.
Laut der Regierung gibt es bislang keine Hinweise darauf, dass Daten verändert oder gelöscht wurden. Die Liste der wirtschaftlich Berechtigten hinter Unternehmen, Stiftungen und Treuhandkonstruktionen ist Teil der Maßnahmen gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.
Liechtenstein hat rund 40.000 Einwohner und liegt zwischen der Schweiz und Österreich. Die Finanzbranche ist ein zentraler Wirtschaftszweig des Landes. Die Hacker griffen das 2021 eingerichtete Register der wirtschaftlich Berechtigten juristischer Personen an, das nach Angaben der Regierung dazu dient, Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu verhindern.
Ein eingesetztes Expertenteam habe inzwischen festgestellt, dass die Angreifer Daten von "etwa 31.000 Rechtsträgern" erbeutet hätten, hieß es weiter. Am Samstagabend richtete die Regierung einen Krisenstab unter Leitung von Regierungschefin Brigitte Haas und Justizminister Emanuel Schadler ein. Er soll den Vorfall untersuchen und die Betroffenen so schnell wie möglich informieren.
Der Diebstahl sensibler Daten sorgt nicht nur für Aufregung, sondern lässt auch offen, wozu die erbeuteten Informationen künftig verwendet werden. Das Verzeichnis wirtschaftlicher Personen wurde im Zuge einer EU-Richtlinie eingeführt, die Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung effektiver bekämpfen soll.