Ein von der ukrainischen Polizei veröffentlichtes Video zeigt, wie eine russische Drohne einen Mann auf einem Markt in Cherson verfolgt. Präsident Selenskyj nennt die Aufnahmen einen Beweis für Moskaus „Drohnen-Safari“ gegen Zivilisten.
Die ukrainische Nationalpolizei hat am Dienstag ein verstörendes Video veröffentlicht. Es zeigt, wie eine russische Drohne auf einem Bauernmarkt in Cherson gezielt Jagd auf einen Zivilisten macht. Die Polizei spricht von einem weiteren Kriegsverbrechen.
„Genau so führen die Russen ihren Krieg – sie nehmen bewusst Zivilisten ins Visier“, hieß es in einem Beitrag auf Telegram. Der Mann im Video zeige „keinerlei Anzeichen dafür, ein Kämpfer zu sein, er verkauft einfach nur Gemüse und Obst auf dem Markt“.
„Für die Streitkräfte des Aggressorstaates ist er trotzdem ein Ziel.“
Der 52-Jährige, der dort Gemüse verkaufte, überlebte den Angriff, erlitt aber laut Polizei Explosionsverletzungen, Splitterwunden und eine Gehirnerschütterung.
Die Strafverfolgungsbehörden erklärten, sie dokumentierten „ein weiteres Kriegsverbrechen“, das russische Truppen begangen hätten.
Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte, die Aufnahmen seien ein weiteres Beispiel für russische ‚Drohnen-Safari‘ gegen Zivilisten in Cherson. Die Truppen Moskaus zeigten „null Reue“ und prahlten sogar mit dem Angriff.
„Eine russische Drohne hat gezielt einen Mann, der Gemüse verkauft, verfolgt und ist direkt neben ihm explodiert“, sagte er. Russische Truppen hätten „die Tat sogar eingeräumt“.
Er sagte, die Welt müsse diese Beweise für Russlands Feldzug gegen Zivilisten sehen. Sie solle stärkeren Druck, Sicherheitsgarantien und Maßnahmen unterstützen, die die Fähigkeit des Landes zum Kriegführen einschränken.
Nach Angaben der Polizei setzen russische Truppen in Cherson fast täglich Drohnen gegen Zivilisten, Fahrzeuge, öffentliche Verkehrsmittel und Einsatzkräfte ein.
Allein am Sonntag wurden in der Region Cherson 18 Zivilisten verletzt und zwei getötet, hieß es weiter.
Teile der Region Cherson am linken Ufer des Dnipro stehen weiterhin unter russischer Besatzung.
Die Stadt Cherson auf dem gegenüberliegenden Ufer steht wegen ihrer Nähe zum besetzten Gebiet und der begrenzten ukrainischen Luftabwehr unter ständigem Beschuss.
Improvisierte Netze als Schutz vor Drohnen überspannen inzwischen die wichtigsten Zufahrtsstraßen zum Stadtzentrum.