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EU und Generative KI: überleben die großen Pläne den Praxistest?

Archivaufnahme: EU-Flaggen wehen vor dem Hauptsitz der Europäischen Union in Brüssel, Passanten gehen vorbei. 20. September 2023.
ARCHIV - Flaggen der Europäischen Union wehen im Wind, während Passanten an der EU-Zentrale in Brüssel vorbeigehen. 20. September 2023. Copyright  Copyright 2023 The Associated Press. All rights reserved (AP Photo/Virginia Mayo, File)
Copyright Copyright 2023 The Associated Press. All rights reserved (AP Photo/Virginia Mayo, File)
Von Egle Markeviciute, EU Tech Loop with Euronews
Zuerst veröffentlicht am
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Die EU steht vor einem Balanceakt. Sie will KI in Behörden und Unternehmen voranbringen, ohne erneut Scheinprojekte zu finanzieren, die Innovation versprechen, aber kaum Wirkung haben, wie früher bei EU-Programmen.

Die EU hat kürzlich drei neue KI-Projekte vorgestellt – „Floods and droughts“, „Eunomia.AI“ und „EuropAI“. Sie sollen den Einsatz von generativer KI in öffentlichen Verwaltungen in der gesamten Union vorantreiben.

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Insgesamt stehen 36,8 Millionen Euro zur Verfügung, davon stammen 18,4 Millionen Euro direkt aus dem EU-Haushalt. Die Projekte sollen zwischen 2029 und 2030 erste endgültige Ergebnisse liefern.

Tests und die Skalierung von GenAI-Lösungen in den Mitgliedstaaten erfordern zwar Flexibilität. Doch künftige Fördergelder für GenAI- und ApplyAI-Lösungen in der EU müssen streng kontrolliert werden und die Privatwirtschaft stärker einbinden, insbesondere Unternehmen mit praktischer Erfahrung beim Aufbau von GenAI-Systemen.

In der Vergangenheit hielten Bürokratie und kafkaesker Papierkram viele schnell wachsende Start-ups und Scale-ups davon ab, sich an EU-weiten und nationalen Ausschreibungen und Förderprogrammen zu beteiligen.

Künftig wird es deshalb immer wichtiger, genau zu prüfen, wohin EU-Gelder fließen. So soll eine neue Welle des „AI-Washing“ verhindert werden – eine Parallele zum früheren „Innovation-Washing“, bei dem EU-Fördermittel teils ohne messbare Wirkung blieben.

Projekt „Floods and droughts“

Das Konsortium „Floods and droughts“ steht unter der Leitung Italiens, beteiligt sind Akteure aus Frankreich, Spanien und Griechenland.

Das Projekt hat ein Volumen von 8,8 Millionen Euro, die EU trägt davon 4,4 Millionen Euro. Geplanter Abschluss ist der 30. Juni 2030.

Das Konsortium will Verwaltungen Werkzeuge auf GenAI-Basis bereitstellen. Sie sollen Vorhersage, Krisenmanagement und die Kommunikation mit Bürgerinnen und Bürgern rund um immer häufigere Klimakatastrophen wie Überschwemmungen und Dürren verbessern.

Projekt „Eunomia AI“

Das Konsortium „Eunomia AI“ wird von Spanien geführt. Hinzu kommen 13 weitere Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums: Österreich, Estland, Finnland, Griechenland, Portugal, Lettland, Deutschland, die Niederlande, Polen, Italien, Ungarn, Norwegen und Malta.

Das Projektvolumen beträgt 13,9 Millionen Euro, davon stammen 6,9 Millionen Euro aus EU-Mitteln. Der Abschluss ist für den 30. Juni 2029 vorgesehen, erste Pilotprojekte sollen in anderthalb Jahren starten.

Das Projekt verfolgt zwei Ziele. Erstens soll vertrauenswürdige GenAI in europäischen Verwaltungen schneller zum Einsatz kommen – geplant sind 25 Behörden und mindestens 15 öffentliche Dienstleistungen. Zweitens will das Konsortium die technologische Souveränität Europas stärken, indem es offene KI-Modelle aus der EU nutzt und weiterentwickelt.

Laut Projektbeschreibung entsteht dafür eine „zentralisierte, leistungsstarke GenAI-Infrastruktur“ an der Universität Granada. Sie kann um föderierte lokale Knoten ergänzt werden.

Projekt „EuropAI“

Das dritte Projekt, „EuropAI“, steht unter der Leitung der Niederlande. Beteiligt sind zudem Dänemark, Belgien und Luxemburg. Das Gesamtvolumen beträgt 13,9 Millionen Euro, davon kommen 6,9 Millionen Euro aus EU-Mitteln. Der Projektabschluss ist für den 30. Juni 2029 geplant.

Dieses Konsortium will souveräne, vertrauenswürdige GenAI-Lösungen in europäischen Verwaltungen schneller verbreiten. Dafür entsteht ein Rahmen, in dem Regierungen der Mitgliedstaaten gemeinsam GenAI-Lösungen entwickeln, testen und teilen – in drei strategischen Bereichen: Vereinfachung von Gesetzgebung und Verwaltung, Stadtanalyse und Raumplanung sowie digitale Bürgerassistenz im Web und auf mobilen Geräten.

Das Konsortium erklärt sein Projekt anhand eines Küchenvergleichs.

„Europäische öffentliche Verwaltungen greifen derzeit auf importiertes ‚KI-Fastfood‘ von Anbietern außerhalb der EU zurück, etwa ChatGPT, Copilot oder Gemini – teure, intransparente Lösungen, die nicht zu europäischer Souveränität und Compliance-Anforderungen passen.“

Das Ziel, so das EuropAI-Team, ist eine vertrauenswürdige „Gemeinschaftsküche, in der Mitgliedstaaten GenAI-Lösungen gemeinsam entwickeln, testen und teilen“.

Das Rückgrat des Systems, vergleichbar mit der Ausstattung einer Profiküche, bilden die dänische Plattform OS2ai, die bereits mehr als 28.000 Beschäftigte versorgt, und das niederländische System GovChat-NL.

Darauf setzen fertige Werkzeuge auf, die bereits getestet und validiert wurden – „vorgekochte Mahlzeiten, servierfertig“. Hinzu kommen wiederverwendbare Bausteine wie europäische KI-Modelle, Blaupausen, mit denen andere Länder erfolgreiche Lösungen nachbauen können, Compliance-Prüfungen als „Nährwertangaben“ und ein App-Marktplatz als „gut sortierte Vorratskammer“.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf EU Tech Loop (Quelle auf Englisch) und wurde im Rahmen eines Syndizierungsabkommens auf Euronews übernommen.

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