Angesichts der extremen Hitzewellen im Land drängen Gewerkschaften des Gastgewerbes auf deutlich besseren Schutz der Beschäftigten.
Auf einer Restaurant- oder Barterrasse zu sitzen gehört in Spanien zum Sommer dazu. In diesem Jahr könnten neue Regeln diesen Klassiker verändern.
Das Land kämpft mit extremen Hitzewellen, Gewerkschaften der Gastronomie drängen auf besseren Schutz für Beschäftigte.
Lokale müssen ihren Service im Freien deshalb unterbrechen, wenn die Temperaturen Spitzenwerte erreichen.
Darauf sollten Sie achten, wenn Sie in diesem Sommer nach Spanien reisen.
Spanische Terrassen: Schließungen bei Extremhitze möglich
Extreme Temperaturen, Überschwemmungen und andere Wetterereignisse greifen immer stärker in den Alltag ein. Eine jüngste Reform des landesweiten Tarifvertrags für Beschäftigte im spanischen Gastgewerbe stellt deshalb das Klima in den Mittelpunkt.
Eine zentrale Neuerung verankert den Gesundheits- und Arbeitsschutz bei Hitzewellen, Überschwemmungen und starkem Schneefall.
Die neue Regelung greift, sobald die staatliche Wetteragentur AEMET eine orangefarbene oder rote Warnstufe ausgibt.
Bei großer Hitze müssen Restaurants, Bars und Cafés den Service draußen einschränken oder ihre Terrassen schließen, wenn sie keinen ausreichenden Schatten oder keine Kühlung bieten.
Im Abkommen heißt es, dass eine komplette Schließung nur der letzte Schritt sein soll. Betriebe sollen zuerst Schichten und Arbeitszeiten anpassen und mehr Pausen mit Wasser und Ruhe einplanen.
Wer sich nicht an die Vorgaben hält, riskiert im schwersten Fall Bußgelder von mehr als 50.000 Euro.
Urlaub in Spanien: Reisende müssen sich auf Hitze einstellen
Für Touristinnen und Touristen in Spanien heißt das: Sie müssen ihre Urlaubsgewohnheiten anpassen.
Wenn das Thermometer auf knapp vierzig Grad klettert, wirkt ein kühles Getränk auf einer beschatteten Terrasse verlockend. Für Servicekräfte, die stundenlang Tabletts tragen und Tische abräumen, sind diese Bedingungen aber extrem belastend.
Bei Wetterwarnungen kann es deshalb vorkommen, dass der Terrassenbetrieb in den heißesten Stunden des Tages ruht, Innenräume aber geöffnet bleiben.
Wer im Freien essen möchte, sollte das besondere Essen lieber auf den Abend verlegen. Dann öffnen die Terrassen meist wieder.
Auch für die eigene Gesundheit lohnt es sich, den Tagesrhythmus zu ändern. Im vergangenen Sommer stiegen die Temperaturen in einigen Regionen auf bis zu fünfundvierzig Grad – Werte, die den Körper stark belasten.
Die spanische Regierung baut ein landesweites Netz sogenannter Klimaschutzräume auf. Diese Zufluchtsorte sollen Menschen vor immer heftigeren Hitzewellen schützen.
„Verheerende Dürren und Hitzewellen sind kein seltener Ausnahmefall mehr“, sagte Ministerpräsident Pedro Sanchez im Dezember auf einer Pressekonferenz.
„In manchen Sommern erleben wir nicht mehrere einzelne Hitzewellen, sondern eine einzige, die sich von Juni bis August hinzieht. Das ist inzwischen die neue Normalität.“