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Deutschland bei christenfeindlichen Vorfällen auf Platz zwei in Europa

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Gottesdienst, Archiv Copyright  ROLAND WEIHRAUCH/AP
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Von Laura Fleischmann
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Nach Angaben der Beobachtungsstelle für Intoleranz und Diskriminierung gegen Christen (OIDAC) in Wien gab es 2024 in Deutschland 471 Opfer von Gewalt gegen Christen. Europaweit wurden mehr als 2.200 Vorfälle gegen Christen wegen ihres Glaubens dokumentiert.

471 Christen in Deutschland wurden 2024 wegen ihres Glaubens Opfer von Gewalt. Das zeigt eine Statistik der Beobachtungsstelle für Intoleranz gegenüber Christen und Diskriminierung von Christen in Europa(OIDAC). Sie ist eine Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Wien. Zahlen von 2025 liegen bislang nicht vor. Deutschland sei seit mehreren Jahren eines der auffälligsten Länder, so OIDAC-Chefin Anja Tang zum Deutschlandfunk.

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Die Zahl setzt sich aus der Statistik des Bundesinnenministeriums (BMI) zur "politisch motivierten Kriminalität" sowie aus durch OIDAC erfassten Fällen zusammen. Nach Statistiken der Organisation sei Deutschland 2024 europaweit nach Frankreich das Land mit den meisten christenfeindlichen Vorfällen gewesen.

In Frankreich sind die Angriffe auf Christen im Jahr 2025 auf 843 Fälle angestiegen, so ein Bericht der französischen Zeitung Le Monde. Das entspricht einem Anstieg von 9 Prozent im Vergleich zu 2024. Bei einem Großteil der Vorfälle handelt es sich um Sachbeschädigungen oder Angriffe auf Eigentum, so das französische Innenministerium laut der Zeitung.

Europaweit gab es 2024 2.211 Fälle von Hasskriminalität gegen Christen, so OIDAC. Davon waren 274 persönliche Angriffe auf Christen. Die Organisation zählt dazu etwa physische Angriffe und Bedrohungen. 2023 verzeichnete die Organisation 2.444 Fälle, davon waren 232 persönliche Angriffe auf Christen. Die Zahlen setzen sich aus Polizeistatistiken, OSZE-Daten, Zahlen lokaler Organisationen sowie "unabhängiger Recherche", wie OIDAC es selbst bezeichnet, zusammen.

Direktorin Anja Tang sagt zu Euronews: "Grundlage ist dabei die international etablierte Hassverbrechen-Methodik der OSZE. Danach muss es sich um eine tatsächliche Straftat handeln, die durch ein Vorurteilsmotiv geprägt ist. Bei Angriffen auf religiöse Einrichtungen wie Kirchen, Synagogen oder Moscheen geht die OSZE grundsätzlich von einem möglichen Vorurteilsmotiv aus und empfiehlt eine entsprechende Erfassung."

Bei christenfeindlichen Straftaten machen deutsche Staatsbürger den Großteil der Tatverdächtigen aus, so die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD Anfang 2025. Von 107 erfassten Tatverdächtigen seien 75 Deutsche, gefolgt von 10 Syrern und 7 Afghanen.

Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2024 (Stichtag: 10. Dezember 2024). Die Behörden registrierten bundesweit demnach 228 christenfeindliche Straftaten, "darunter ein vollendetes Tötungsdelikt, 14 Körperverletzungen und 52 Sachbeschädigungen".

OIDAC-Chefin Anja Tang weist gegen Euronews zudem auf eine hohe Dunkelziffer hin und darauf, dass die jüngst veröffentlichte OSZE-Richtlinie zu antichristlichen Hassverbrechen (Understanding Anti-Christian Hate Crime) auf eine "erhöhte Vulnerabilität von Konvertiten und Christen mit Migrationshintergrund" hindeute und diese Übergriffe häufig nicht zur Anzeige brächten.

In Cottbus randalierten etwa im April Unbekannte im Treppenhaus eines evangelischen Pfarrers. Sie klebten Aufkleber mit rechtsextremen Symbolen auf seinen Briefkasten, so der rbb. Vergangenes Jahr im Mai ritzten Unbekannte unter anderem ein Hakenkreuz in die Holztür einer Berliner Kirche, wie der rbb berichtete.

Das Bundesinnenministerium zählte in der Statistik zur "politisch motivierten Kriminalität" 337 christenfeindliche Delikte im Jahr 2024 – ein Anstieg von 21,7 Prozent im Vergleich zu 2023 mit 277 erfassten Delikten.

Das Innenministerium von Nordrhein-Westfalen schlüsselte auf Anfrage der AfD-Landtagsfraktion die Vorfälle in NRW wie folgt auf: Im Jahr 2025 seien von den erfassten Fällen 41 auf religiöse Ideologie zurückzuführen, wie die Zeit unter Berufung auf die dpa berichtet. An zweiter Stelle stehe die ausländische Ideologie mit 18 Fällen, gefolgt von rechts motivierter (14) und links motivierter (4) Kriminalität. Die restlichen Fälle entfallen auf "sonstige Zuordnungen".

Ein Sprecher der katholischen Deutschen Bischofskonferenz beklagte im Interview mit der Rheinischen Post zunehmend eskalierenden Kirchenvandalismus. "Hier sind inzwischen sämtliche Tabus gefallen", so der Sprecher weiter. Zigarettenstummel würden vor Andachtsbildern abgelegt werden, zudem würden Gebets- und Gesangsbücher mutwillig beschädigt werden. Es gebe ein "Dunkelfeld polizeistatistisch nicht erfasster Kirchenvandalismen".

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