Der Weltrat für Reisen und Tourismus (WTTC) feiert den weltweiten Boom: Rekorde bei Reisenden und Einnahmen. Spanien legt zu und zählte im Vorjahr über 90 Millionen Besucher.
Der weltweite Tourismus verzeichnete 2025 sein bislang bestes Jahr. Die Gesamtleistung lag bei zehn Billionen Euro. Das entspricht zehn Komma drei Prozent der globalen Wirtschaft und einem Plus von sechs Komma sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Branche beschäftigt weltweit jeden dritten Erwerbstätigen, meldet das WTTC. "Wenn wir ein Land wären, wären wir die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt", sagte die Präsidentin und CEO der Organisation, Gloria Guevara.
Eineinhalb Milliarden Menschen reisten 2025 international, achtzig Millionen mehr als 2024. Pro Tag wurden im Schnitt 219.000 internationale Ankünfte gezählt. Diese Zahl bestätigt die vollständige Erholung und den Schwung der Branche weltweit.
In Europa erreichte der Beitrag des Tourismus zwei Komma fünf Billionen Euro. Das entspricht zehn Prozent des BIP der Region. Das Wachstum lag gegenüber dem Vorjahr bei fünf Komma eins Prozent und gegenüber 2019 bei elf Komma sechs Prozent. "Wir stehen besser da als vor der Pandemie und besser als 2024", betonte Guevara.
Rekord in Spanien
Auch Spanien meldete Rekorde. Das Land empfing 96,5 Millionen internationale Besucherinnen und Besucher im Jahr 2025, das sind zwei Komma 87 Prozent mehr als im Vorjahr, so die Schätzungen des WTTC.
Die gesamtwirtschaftliche Wirkung des Tourismus, inklusive direkter, indirekter und induzierter Ausgaben, lag bei rund 260 Milliarden Euro. Das sind vier Komma sieben Prozent mehr als 2024. Insgesamt steht der Sektor bereits für 16 Prozent des spanischen BIP und beschäftigt drei Komma zwei Millionen Menschen.
Das Tourismuswachstum legte weltweit in allen Ländern zu, mit einer einzigen Ausnahme: den Vereinigten Staaten. Dort sanken die Ausgaben internationaler Gäste im Jahresverlauf um rund 16,3 Milliarden Euro.
Gloria Guevara hob Spaniens Rolle als eine der tragenden Säulen des weltweiten Tourismus hervor und als Sitz der beiden wichtigsten Organisationen der Branche: der öffentlichen UN Tourism und des WTTC.
Vor diesem Hintergrund plädierte sie für eine engere Zusammenarbeit zwischen Staat und Privatwirtschaft, um neue Herausforderungen zu bewältigen. Im Mittelpunkt steht die Mobilität internationaler Reisender. Sie sprach sich dafür aus, rechtliche Schranken und übermäßige bürokratische Verfahren bei Reisen zwischen Ländern abzubauen.
Das WTTC sucht zudem Büroräume für seinen neuen Sitz in Madrid und stellt ein internationales Team von rund 35 Personen zusammen. Damit stärkt die spanische Hauptstadt ihre Rolle als eines der wichtigsten Entscheidungszentren des globalen Tourismus.