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Von gerollter Kleidung bis Schuhtricks: Gepäck-Tipps, auf die Reiseprofis schwören

Kofferpacken muss kein Albtraum sein
Packen kann zum Albtraum werden – muss es aber nicht Copyright  Surface/Unsplash
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Von Saskia O'Donoghue
Zuerst veröffentlicht am
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Verreist du diesen Sommer? Mit diesen Tipps von erfahrenen Packprofis und dem Team von Euronews Travel reist du leichter, entspannter und mit weniger Stress.

Egal, ob Sie notorisch zu viel einpacken oder zu den Reisenden gehören, die ihren Pass erst bemerken, wenn das Taxi vorfährt: Kofferpacken für den Urlaub wirkt oft wie eine Kunst für sich.

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Ich könnte nicht mehr zählen, wie oft ich am Gate Ärger wegen prall gefüllter oder zu schwerer Taschen bekommen habe. Dabei bin ich Vielreisende und müsste es besser können. Doch manchen von uns fehlt dieses Talent einfach.

Damit Sie in diesem Sommer smarter unterwegs sind, hat unser Team seine bewährten Pack-Tricks gesammelt – ergänzt um Tipps erfahrener Reiseprofis: von platzsparenden Must-haves bis zu überraschend häufigen Fehlern, die eine Reise schon vor dem Start vermiesen können.

Schuhraum clever nutzen

Michael Starling, Managing Editor bei Euronews Travel, schwört darauf, den Platz in Schuhen auszunutzen – seinen sogenannten Schuhraum.

„Mein wichtigster Pack-Tipp, vor allem für Aufgabegepäck: Nutzen Sie den Platz in den Schuhen. Ich wickle einzelne Socken um meine Reise-Toilettenartikel und stopfe sie dann in die Schuhe“, sagt er.

„So spare ich mir eine sperrige Kulturtasche und schütze gleichzeitig Flaschen mit Shampoo, Duschgel und Co. Es ist erstaunlich, wie viel in einen Schuh oder Stiefel passt.“

Mit Vakuumbeuteln Platz sparen

Wer partout nicht leicht packen kann, für den können Vakuumbeutel zur Rettung werden.

Elena Galli ist die Gründerin von Jaspacks (Quelle auf Englisch), einer Reisemarke, die Menschen mit diesen Beuteln beim cleveren Packen unterstützt.

Selbst die schlechtesten Packer können mit Hilfe unserer Expertinnen und Experten dazulernen
Selbst die schlechtesten Packer können mit Hilfe unserer Expertinnen und Experten dazulernen Jens Riesenberg/Unsplash

„Eine der besten Arten, für den Urlaub zu packen, ist das Gepäckvolumen zu verringern“, sagt sie. „Die Beutel komprimieren Kleidung deutlich. So passt viel mehr in kleinere Koffer und viele Reisen lassen sich nur mit Handgepäck machen.

Das spart nicht nur Geld bei Gepäckgebühren. Es nimmt auch zwei der stressigsten Teile des Fliegens aus dem Spiel: das Warten beim Einchecken des Koffers und das Warten am Gepäckband nach der Landung.“

Kleidung nach Nutzen auswählen

Viele lieben eine große Auswahl an Outfits. Auf längeren Reisen mit strengen Gepäckregeln der Airlines wird das schnell schwierig.

Die Lösung: schon vor dem Packen genau überlegen, was wirklich mit muss.

Izzy Nicholls, Gründerin von The Gap Decaders (Quelle auf Englisch), ist seit zweitausendachtzehn dauerhaft über Land in Europa, Afrika und Asien unterwegs.

„Packen Sie für Wiederholbarkeit statt für jedes denkbare Szenario. Ein einfacher Ansatz ist, eine kleine Capsule Wardrobe zusammenzustellen, die tagsüber und abends mit wenigen Wechseln funktioniert. Für viele Reisen deckt eine Basis nach dem Drei-zwei-eins-Prinzip das meiste ab“, sagt Nicholls.

„Das bedeutet: drei Oberteile, die Sie übereinander tragen können, zwei Unterteile, zu denen die gleichen Schuhe passen, und eine äußere Schicht für kühlere Momente. Dazu kommt ein schickeres Teil für den Abend, etwa ein eleganteres Top oder ein kompaktes Outfit, das weiterhin zu Ihren Tagesschuhen passt. Entscheidend ist, dass alles miteinander kombinierbar ist: Jedes Oberteil muss zu beiden Unterteilen passen, die äußere Schicht über alles. Passt ein Teil nur zu einem Outfit, ist es meist Ballast.“

Nicholls empfiehlt außerdem, beim Packen „gezielt auf die Stoffe zu achten. Schnelltrocknende Materialien lassen sich abends auswaschen und sind morgens wieder einsatzbereit – so widerstehen Sie der Versuchung, alles doppelt einzupacken.“ Sie rät zu einem kleinen Reise-Waschset, „damit eine kleinere Garderobe auch auf längeren Reisen reicht, ohne sich ständig zu wiederholen“.

Maxikleider clever einpacken

Fakhriya M. Suleiman ist Journalistin bei Euronews Travel und packt häufig viele Maxikleider ein – und nutzt das zu ihrem Vorteil.

„Mein liebster Reise-Hack betrifft Maxikleider. Ich lege zuerst die eine Hälfte des Kleides in den Koffer, dann schlage ich die andere Hälfte über die bereits gepackten Sachen. So entstehen deutlich weniger Falten und alles sieht bei der Ankunft ordentlicher aus“, sagt Suleiman.

Kulturbeutel überdenken

„Ich glaube, jede und jeder hat schon einmal ein Desaster mit Reise-Toilettenartikeln erlebt“, sagt Sarah-Jane Outten, Lifestyle- und Shoppingexpertin bei MyVoucherCodes (Quelle auf Englisch). Doch das lässt sich vermeiden.

„Flaschendeckel sind nicht Ihre Freunde! Vertrauen Sie ihnen nie. Öffnen Sie die Flasche, legen Sie ein Stück Frischhaltefolie über die Öffnung und schrauben Sie den Deckel wieder fest drauf. So entsteht eine zusätzliche Dichtung und Auslaufen wird viel seltener“, rät sie.

Sie empfiehlt außerdem festes Shampoo, Stückseife und Zahnpastatabletten statt flüssiger Varianten. Diese können nicht auslaufen und zählen nicht zum Flüssigkeitslimit im Handgepäck.

Wenn Sie doch Flüssigkeiten brauchen, füllen Sie Ihre vorhandenen Produkte um, statt überteuerte Mini-Größen zu kaufen.

Wichtiges im Flugzeug griffbereit halten

Nick Gaskin, Vertriebs- und Marketingleiter bei IT Luggage (Quelle auf Englisch), empfiehlt, im Flugzeug immer ein kleines Etui dabeizuhaben.

Wir alle wissen: Wegen strenger Handgepäckregeln sollte möglichst wenig mit in die Kabine. Es gibt jedoch keine Regel, die eine kleine Tasche mit den wichtigsten Dingen verbietet, die Sie einfach aus dem Rucksack oder Trolley nehmen.

„Verstauen Sie Essentials wie Lippenbalsam, Kopfhörer und Snacks in einem kleinen Beutel in Ihrer Tasche, den Sie leicht herausnehmen und unter dem Vordersitz bei sich behalten können“, sagt Gaskin. „So müssen Sie während des Flugs nicht an die Gepäckfächer über den Sitzen.“

Outfit für nach dem Flug obenauf legen

Dianne Apen-Sadler, Senior Journalistin bei Euronews Travel, bezeichnet sich selbst als Pack-Profi – egal, welche Reise ansteht. Sie ist oft nur mit Handgepäck unterwegs gewesen und hat ihr gesamtes Hab und Gut schon drei Mal für einen Umzug in ein anderes Land verpackt.

„Da der Check-in häufig erst ab drei Uhr nachmittags möglich ist, kommen viele deutlich früher in der Unterkunft an“, sagt Apen-Sadler.

„Sich in der Hotellobby-Toilette umzuziehen, ist nicht ideal. Sie machen es sich aber leichter, wenn Sie Bikini oder Outfit für nach dem Flug ganz oben in den Koffer legen. So können Sie es schnell herausnehmen, bevor Sie den Rest des Gepäcks an der Rezeption abgeben.“

Sie rät den furchtbaren Packern unter uns außerdem, zuerst an ungewöhnlich geformte Dinge zu denken – und (fast) alles zu rollen.

„Wenn Sie ein Roll-Typ sind – und das sollten Sie unbedingt sein, mit Ausnahmen für Jeans, Mäntel und dicke Pullover –, lässt sich der Platz im Koffer optimal ausnutzen“, sagt sie.

„Fangen Sie damit an, die Lücken im Kofferboden rund um die Teleskopgriffe mit einer Lage Kleidung zu füllen. Dann legen Sie alles hinein, was eine ungewöhnliche Form hat, etwa einen Hut. Gerollte Teile können Sie darum herumlegen. Übrig gebliebene Spalten eignen sich perfekt für Unterwäsche.“

Gepäck fotografieren

Gaskin empfiehlt außerdem, den gepackten Koffer zu fotografieren, bevor Sie losfahren.

„Das hilft bei Versicherungsfällen, wenn Gepäck verloren geht, und dient als praktische Erinnerung daran, was Sie eingepackt haben“, sagt Gaskin.

Outfits zu fotografieren kann ein echter Gamechanger sein
Outfits zu fotografieren kann ein echter Gamechanger sein Arnel Hasanovic/Unsplash

Outten empfiehlt außerdem, „alles vor dem Packen aufs Bett zu legen“, während Apen-Sadler rät, jedes einzelne Outfit zu fotografieren. Das erleichtert die Entscheidung, was Sie anziehen, wenn Sie vor dem Kleiderschrank ratlos sind.

Was nicht in den Koffer passt, anziehen

Wie viele von uns möchte auch Verbraucherschützerin Jane Hawkes (Quelle auf Englisch) möglichst viel mit auf Reisen nehmen, scheitert aber oft an kleinen Gepäckmaßen. Ihr Tipp: Tragen, was nicht mehr in den Koffer passt.

„Probieren Sie ein Kleid über der Hose, binden Sie ein Langarmshirt um die Taille oder legen Sie sich einen Schal über die Schultern statt einer Jacke.“

Sie rät außerdem, immer ein paar zusätzliche Stoff- oder Plastiktüten mitzunehmen, die im Koffer kaum Platz wegnehmen.

„Das ist vor allem für die Rückreise praktisch, wenn Sie Schmutzwäsche trennen wollen. Alternativ kann eine Duty-free-Tüte denselben Zweck erfüllen, wenn Sie unterwegs etwas kaufen“, sagt Hawkes.

Praktische, oft vergessene Helfer einpacken

Viele glauben, genau zu wissen, was ins Gepäck gehört. Doch es gibt Dinge, an die wir selten denken.

„Die am meisten unterschätzten Sachen im Koffer sind meist keine Kleidungsstücke, sondern kleine Dinge, die reale Reiseprobleme lösen“, sagt Mateusz Dul, Experte bei der Online-Reiseagentur eSky Group (Quelle auf Englisch).

„Immer mehr smarte Reisende nehmen eine kompakte Mehrfachsteckdose oder einen USB-Verteiler mit – besonders in Hotels, in denen es weniger Steckdosen als Geräte gibt. Ein Adapter kann dann Handy, Kopfhörer, Smartwatch und Powerbank gleichzeitig laden.“

Dul empfiehlt außerdem wiederverwendbare Trinkflaschen mit Filter. Diese können Sie nach der Sicherheitskontrolle auffüllen und so teures Flaschenwasser vermeiden. Gesichtssprays oder Augentropfen sind ebenfalls hilfreich, „denn Kabinenluft im Flugzeug und Klimaanlagen in Hotels trocknen viele Menschen stärker aus, als sie erwarten“.

Beim Kreuzfahrtgepäck anders denken

Längere Aufenthalte an einem Ort verlangen nach einer ganz anderen Packstrategie – das gilt besonders für Kreuzfahrten mit oft winzigen Kabinen und sehr begrenztem Stauraum.

Parul Jadav, Leiter des Bodenprodukts bei Brightsun Travel (Quelle auf Englisch), hat einige gute Tipps für Kreuzfahrt-Neulinge.

„An einen hängenden Schuh-Organizer denken die wenigsten. Im Koffer liegt er fast flach, im Schrank fasst er dann bis zu acht Paar Schuhe, ohne wertvollen Bodenplatz zu blockieren“, sagt er.

Jadav empfiehlt außerdem eine zum Aufhängen geeignete Kulturtasche. Sie „schafft zusätzlichen Stauraum, ohne die ohnehin knappe Ablagefläche im Bad zu belasten“.

Er rät Kreuzfahrtgästen zudem: „Packen Sie Ihre Essentials – Medikamente, Ladegerät, Buch, Badesachen – ins Handgepäck. Viele vergessen, dass es selbst bei Kreuzfahrten ohne Flug ab Großbritannien dauern kann, bis der Koffer tatsächlich in der Kabine ankommt.“

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