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„Anime-Effekt“: Fans kurbeln Asientourismus mit Pilgerreisen zu Orten und Festivals an

Anime-Tourismus in Asien boomt
Anime-Tourismus in Asien boomt Copyright  Photo by Dex Ezekiel on Unsplash
Copyright Photo by Dex Ezekiel on Unsplash
Von Michael Starling
Zuerst veröffentlicht am
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In Asien boomt ein Anime-inspirierter Set‑Jetting‑Trend: Laut Trip.com nahmen Suchanfragen nach Anime- und Comicreisen im Jahresvergleich um einhundertfünfundneunzig Prozent zu.

Lange galten Anime und Comics als Nischenhobby. Inzwischen treiben sie weltweit den Tourismus an: Immer mehr Fans reisen über Grenzen hinweg, um in Themenwelten einzutauchen, Conventions zu besuchen und reale Orte ihrer Lieblingsserien zu erleben.

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Von Themenhotels bis zu großen Fan-Events: Die sogenannten „Anime-Pilgerreisen“ – in Japan als seichi junrei bekannt – befeuern in ganz Asien einen rasant wachsenden Anime-Tourismus.

Neue Daten von Trip.com (Quelle auf Englisch) zeigen: Suchanfragen nach Anime- und Comic-Reiseerlebnissen in Asien sind im Jahresvergleich um 195 % nach oben geschnellt. Angeführt wird der Trend vor allem von Reisenden aus Hongkong, Taiwan, Indonesien, den Philippinen und Südkorea.

Auch beim Festival AnimeJapan 2026 in Tokio zeigte sich der Trend. Nach Angaben von Trip.com stiegen die internationalen Ticketverkäufe im Jahresvergleich um 697 %; angereist sind Fans aus 82 Ländern und Regionen. Die meisten Besucherinnen und Besucher kamen aus dem chinesischen Festland, aus Hongkong und Singapur. Die Nachfrage dominieren Reisende der Gen Z und Millennials.

Asien erlebt Anime-Renaissance

Anime gibt es seit Jahrzehnten. Soziale Medien und Streamingdienste haben das Genre jedoch in den Mainstream katapultiert. Serien wie „One Piece“, „Demon Slayer“ und „Naruto“ dominieren weltweite Streaming-Charts und gewinnen überall neue Fans.

Eine Studie des Streamingdienstes Crunchyroll (Quelle auf Englisch) ergab, dass 54 % der Gen-Z-Befragten Anime positiv bewerten – noch vor Popstars wie Bad Bunny, BLACKPINK oder BTS. Selbst Formel-1-Fahrer sind im Anime-Fieber, etwa Charles Leclerc mit seiner Vorliebe für Pokémon.

Anime-Conventions und Festivals boomen

Die Nachfrage nach Conventions und Festivals weltweit treibt das Wachstum der Anime-Community. Daten von Crunchyroll zeigen: Fans setzen sich am liebsten mit Anime auseinander, indem sie mit Freundinnen und Freunden darüber sprechen – oft persönlich statt online. Laut Trip.com nehmen in Zeiträumen rund um große Anime-Festivals auch Hotelbuchungen im Umkreis von drei Kilometern deutlich zu.

Besonders stark zieht die Hong Kong Comic Con 2026 Fans aus dem chinesischen Festland und aus Südostasien an. Laut Ticketdaten von Trip.com gehören mehr als acht von zehn Käuferinnen und Käufern zur Gen Z oder zu den Millennials – ein Hinweis, wie populär Anime-Kultur in dieser Altersgruppe ist. Mehr als 80 % der Tickets gehen an Frauen, was die wachsende Anziehungskraft des Genres in diesem Publikum zeigt.

In Japan finden große Manga- und Anime-Events wie die Comiket zweimal im Jahr statt und ziehen eine äußerst treue Fangemeinde an. Odaiba, Schauplatz der Summer Comiket 2026 im August, verzeichnet im Veranstaltungszeitraum ein Plus von 78 % bei den Hotelbuchungen im Jahresvergleich.

Auch das Pokémon GO Fest 2026, das in Odaiba das zehnjährige Jubiläum des beliebten Mobile-Games feiert, liegt auf Trip.Pulse (Quelle auf Englisch), der datenbasierten Trend- und Themenliste von Trip.com, im Trend – mit mehr als 630.000 Aufrufen.

Anime-Set-Jetting: Events und Reiseerlebnisse

Der Einfluss der Anime-Kultur reicht längst über den Besuch von Events hinaus und prägt das Reiseverhalten insgesamt. Immer mehr Fans steuern reale Orte an, die in Anime, Manga oder verwandten Filmen vorkommen.

Untersuchungen zeigen, dass 70 % der Reisenden in Asien bei der Wahl ihres Reiseziels von dem beeinflusst werden, was sie gerade schauen. Eine Umfrage der Japan Tourism Agency ergab zudem laut The Japan Times (Quelle auf Englisch), dass der Anteil ausländischer Gäste an Orten mit Bezug zu Filmen und Anime von 4,6 % im Jahr 2019 auf 7,5 % im Jahr 2023 gestiegen ist.

Zu den beliebten Zielen gehört der Bahnübergang nahe der Station Kamakura-Koko-mae, den der Basketball-Manga „Slam Dunk“ berühmt gemacht hat. Dort drängen sich nicht nur Einheimische, sondern auch Fans aus dem Ausland.

Akihabara und Ikebukuro, bekannte Hotspots der Otaku-Kultur, verzeichnen auf Trip.com im Schnitt ein Plus von 10 % bei Hotelbuchungen im Vergleich zum Vorjahr. Das Interesse kommt vor allem von Reisenden aus Südkorea, Thailand und Singapur sowie aus den Regionen Hongkong und Taiwan.

Fans und Reisende begnügen sich jedoch nicht mit dem Besuch dieser Schauplätze. Sie suchen insgesamt nach intensiveren, immersiven Kulturerlebnissen – von der Unterkunft bis hin zu den geplanten Aktivitäten.

Ein Beispiel sind neu eröffnete Themen-Glamping-Zelte im Resort The Farm (Quelle auf Englisch) in Katori. Sie laden Gäste ein, in die Fantasiewelt von „Frieren“, einer beliebten Anime- und Manga-Serie, einzutauchen: Über das gesamte Campinggelände verteilt stellen Fotospots und Monumente ikonische Szenen nach.

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