Nach einer Überprüfung durch die französische Palastkommission verlieren das Park Hyatt Paris-Vendôme, das Mandarin Oriental Paris und das Hôtel du Palais in Biarritz ihren prestigeträchtigen Status.
Drei der besten Luxushotels Frankreichs haben den begehrten „Palace“-Status verloren – die ersten Abstufungen seit der Einführung des Labels im Jahr 2010.
Die französische Zeitung Le Figaro (Quelle auf Englisch) sprach von einem „verheerenden Schlag für die diskrete Welt der Luxushotels“. Sie enthüllte, dass das Park Hyatt Paris-Vendôme, das Mandarin Oriental Paris und das Hôtel du Palais in Biarritz den Titel verloren haben. Vorausgegangen war eine Überprüfung durch die Palace-Kommission, die über die höchste Auszeichnung der französischen Hotellerie entscheidet.
Die Kommission kam demnach zu dem Schluss, dass die Häuser die geforderten Exzellenzstandards nicht mehr erfüllen. Offizielle verwiesen auf nicht näher genannte „Unzulänglichkeiten“ bei den Kriterien für den Erhalt des Labels.
Das Park Hyatt Paris-Vendôme wurde wegen „mangelnder Renovierung und Erneuerung seines Angebots“ abgestraft, berichtete Paris Select Book (Quelle auf Englisch). Die Situation erinnere an die des Hôtel du Palais in Biarritz. Für das Mandarin Oriental Paris sei der Kontext jedoch „ganz anders“, ergänzte die Website; dort stehen demnächst umfassende Renovierungen an.
Das französische Medium La République des Pyrénées (Quelle auf Englisch) meldete zudem, dass das legendäre Hôtel Byblos in Saint-Tropez nicht mehr auf der offiziellen Liste der Palace-Hotels steht. Eine formelle Bestätigung durch die Behörden steht jedoch noch aus.
In Frankreich gibt es derzeit 27 Hotels mit Palace-Status; 2019 standen noch 31 Häuser auf der Liste. Mehr als ein Drittel davon liegt in Paris.
Trotz des Verlusts des Titels behalten alle Häuser ihre Fünf-Sterne-Klassifizierung und gehören weiterhin zu den luxuriösesten Hotels des Landes.
Nach Angaben des Blogs One Mile at a Time (Quelle auf Englisch) ist zu erwarten, dass „einige wenige“ neue Hotels den Palace-Status erhalten. Welche das sein werden, ist noch offen – die Entscheidung wird erst in einigen Wochen erwartet.
Die offizielle Bestätigung wird erwartet, wenn Frankreichs Tourismusminister Serge Papin am zweiten Juni die neue „Palace Collection 2026“ vorstellt.
Palace-Status: Was dahinter steckt
Frankreich führte den Palace-Status 2010 ein, um nach eigener Einschätzung die „besten“ Fünf-Sterne-Hotels des Landes auszuzeichnen.
Das Tourismusministerium vergibt das Label an Häuser, die französische Exzellenz verkörpern und zugleich das internationale Image des Landes als Luxusreiseziel stärken.
Zunächst müssen die Hotels ein Zulassungsverfahren bestehen, das Atout France (Quelle auf Englisch), die nationale Tourismusagentur, überwacht. Pflichtkriterien sind unter anderem Spa- und Fitnessbereiche, Concierge-Service und mehrsprachiges Personal.
Anschließend bewertet eine Fachkommission die Häuser nach eher subjektiven Kriterien wie Lage, Geschichte, Charakter, Umweltpolitik, Gastronomie und Servicequalität des Personals.
Ursprünglich stand der Palace-Status alle fünf Jahre auf dem Prüfstand. Seit 2024 überprüft Frankreich die Auszeichnung jedoch bereits alle drei Jahre – der Druck auf Luxushotels, den Titel zu halten, ist damit gestiegen.