In den Straßen von Paris sind immer mehr Fahrräder unterwegs. Auch Tourist:innen tragen dazu bei: Radtouren boomen seit einigen Jahren.
In den vergangenen Jahren hat sich Paris zur weltweiten Fahrrad-Hauptstadt entwickelt. Diese Entwicklung ermöglicht es französischen und ausländischen Touristinnen und Touristen, Sehenswürdigkeiten und Monumente ganz neu zu entdecken.
Im vergangenen Juni empfing Paris rund 3,8 Millionen Gäste, etwa 3 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2025, wie das Fremdenverkehrsamt mitteilt.
Mit der wachsenden Zahl der Besucherinnen und Besucher entscheiden sich immer mehr Reisende für das Fahrrad statt für den Bus oder längere Fußwege.
„Nach Corona ist das Radfahren in Paris regelrecht explodiert. Viel mehr Menschen wollen geführte Touren machen oder Fahrräder mieten. Es ist zu einer äußerst beliebten Art geworden, die Stadt kennenzulernen“, sagt Michaël Tosello, der in Paris geführte Radtouren organisiert. Er betont, dass auch viele Strecken ins Umland neu entstanden sind. Kein Wunder: Radwege verbinden Paris inzwischen mit London, dem Mont-Saint-Michel oder Spanien über die Scandibérique.
„Es ist wunderbar“
Um der wachsenden Nachfrage nach Radtourismus gerecht zu werden, sind zahlreiche Anbieter entstanden. Notre-Dame, Concorde, Champs-Élysées, Eiffelturm – sie bieten komplette Ausflüge an, mit denen man die Stadt in nur wenigen Stunden durchqueren kann.
Für den Fahrradguide Jean-Baptiste Blondiaux ist diese Option besonders attraktiv, weil man so mehr zu sehen bekommt. „In zehn Minuten mit dem Rad kann man zwei verschiedene Monumente sehen. Zu Fuß ist das unmöglich“, sagt er. „Man kann in Paris viel mehr entdecken, finde ich. Und man erlebt die Stadt, die Menschen auf den Straßen und jede Menge Eindrücke zwischen den Haltestellen. Deshalb ist es so spannend, glaube ich.“
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Für die Familie Buss aus den USA war das Fahrrad die ideale Lösung, weil sie nur wenig Zeit für ihren Besuch in der Hauptstadt hat. „Es ist schön, einfach ganz im Moment zu sein. Und später kann man zurückkommen, sich alles ein zweites Mal ansehen und sich mehr Zeit nehmen, um die ganze Geschichte und Kultur auf sich wirken zu lassen“, sagt Jamie Buss, die mit ihrem Mann und ihren drei Kindern im Alter von 22, 18 und 16 Jahren unterwegs ist.
Die Familie ist zwölf Tage in Europa unterwegs. Nach einer Woche auf Teneriffa kam sie nach Paris und entschied sich für eine drei Stunden lange geführte Tour durch die französische Hauptstadt. „Es ist eine großartige Art, die Stadt zu entdecken. Es ist schwer, all die Eindrücke zu verarbeiten. Aber mit den Erklärungen von JB [dem Reiseleiter, Anm. d. Red.] und der Tatsache, dass wir dabei draußen unterwegs sind, ist es einfach wunderbar“, betont Familienvater Mike Buss.
Heute verfügt die Hauptstadt über mehr als 1 000 Kilometer Radwege. Doch das Rathaus denkt weiter: Langfristig soll Paris rund 1 500 Kilometer Infrastruktur für den Radverkehr bieten und die Stadt so noch besser für sanfte Mobilität öffnen.