Loader
Finden Sie uns
Werbung

Sonnenfinsternis: Unterkünfte in Spanien und Island stark nachgefragt

Im Gegensatz zu den meisten Reisetrends ist die Nachfrage nach Sonnenfinsternissen außergewöhnlich konzentriert.
Im Gegensatz zu den meisten Reisetrends ist die Nachfrage nach Sonnenfinsternissen erstaunlich konzentriert. Copyright  Michael McKay
Copyright Michael McKay
Von Rebecca Ann Hughes
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

Die Nachfrage nach Reisen zur Sonnenfinsternis konzentriert sich ungewöhnlich stark auf einen kurzen Zeitraum und nur ein kleines Gebiet.

Am zwölften August 2026 zieht eine totale Sonnenfinsternis zunächst über den Nordatlantik, dann über Island und Spanien.

WERBUNG
WERBUNG

Es ist die erste totale Sonnenfinsternis, die seit 1999 vom europäischen Festland aus zu sehen ist. Reisende sind entsprechend begeistert und planen ihre Reisen.

Buchungsdaten deuten darauf hin, dass sie zu einem der nachfragestärksten Reiseereignisse des Jahres werden könnte.

Sonnenfinsternis in Europa: Wo sie am besten zu sehen ist

Im Gegensatz zu vielen anderen Reisetrends konzentriert sich das Interesse an der Sonnenfinsternis stark auf wenige Orte. Besucher verteilen sich nicht gleichmäßig über ein Land. Sie „strömen in den schmalen Korridor, in dem die Finsternis vollständig sichtbar ist, und sorgen dort für einen abrupten, aber kurzlebigen Buchungsboom“, erklärt die Datenseite aus der Vermietungsbranche AirDNA (Quelle auf Englisch).

In Spanien verläuft die Zone der Totalität über große Teile des Nordens und Ostens, darunter Zaragoza, Valencia, Bilbao und Palma de Mallorca. Madrid und Barcelona liegen knapp außerhalb.

In Island verläuft die Spur der Totalität durch den Westen und Süden des Landes. Ein großer Teil der touristischen Infrastruktur liegt damit direkt in der ersten Reihe.

Sonnenfinsternis treibt Buchungen in Spanien und Island in die Höhe

In Island liegen rund 5.000 der insgesamt 8.300 verfügbaren Mietangebote, also 60,6 Prozent, direkt in der Zone der Totalität. Die Sonnenfinsternis verläuft durch die besonders stark frequentierten West- und Südregionen und erfasst damit den Großteil des aktiven Kurzzeitvermietungsmarktes des Landes.

In Spanien liegen von 382.400 verfügbaren Angeboten 86.300, also 22,6 Prozent, in der Zone der Totalität. Der Anteil ist deutlich geringer als in Island, doch das absolute Volumen ist enorm.

Schon das Angebot innerhalb der Finsterniszone in Spanien ist mehr als 16-mal so groß wie der gesamte Markt für Kurzzeitvermietungen in Island.

In Spanien liegt die Nachfrage innerhalb der Zone für den Buchungszeitraum vom elften bis zum zwölften August 7,4 Prozent über dem Vorjahresniveau. Im restlichen Land geht sie dagegen um 5,4 Prozent zurück. Der starke Gegensatz deutet darauf hin, dass der Anstieg gezielt durch die Sonnenfinsternis ausgelöst wird und nicht durch eine allgemeine Belebung der Reiselust nach Spanien.

In Zaragoza liegt die Nachfrage 123 Prozent über dem Vorjahr und damit an der Spitze. Es folgen Logroño mit 109 Prozent, Burgos mit 65 Prozent, Valladolid mit 64 Prozent und León mit 63 Prozent.

In Island ist das Muster noch ausgeprägter. Innerhalb der Finsterniszone liegt die Nachfrage 56,9 Prozent über dem Vorjahr, im übrigen Land nur 19,2 Prozent. Sie wächst dort also fast dreimal so schnell wie anderswo. In Kópavogur beträgt der Zuwachs 48 Prozent, in Reykjavík 44 Prozent.

Auch das Reiseverhalten unterscheidet sich deutlich. Spanien zieht vor allem kürzere, ein- bis dreitägige Finsternisreisen aus dem nahen europäischen Ausland an. Island als Fernziel lockt hingegen Reisende an, die rund um das Ereignis vier- bis sechstägige Urlaube planen.

Die Daten von AirDNA decken sich mit Zahlen von Hotels.com (Quelle auf Englisch). Dort steigen die Suchanfragen nach Unterkünften entlang der Finsternisroute deutlich an, zum Teil um bis zu 250 Prozent im Jahresvergleich.

Während Astro-Touristen um Unterkünfte konkurrieren, identifiziert die Seite Reykjavík mit plus 250 Prozent, Valencia mit plus 140 Prozent und Mallorca mit plus 15 Prozent als die beliebtesten europäischen Orte zur Beobachtung der Sonnenfinsternis.

Sonnenfinsternis: Ist es schon zu spät, eine Unterkunft zu buchen?

Große Ereignisse führen oft zu knapper Hotelkapazität und steigenden Zimmerpreisen, besonders kurz vor den Reiseterminen.

Wer nach besseren Verfügbarkeiten und Preisen sucht, sollte über weniger bekannte Stadtviertel oder alternative Orte innerhalb der Sichtbarkeitszone nachdenken. In Spanien bietet sich etwa A Coruña an. In Island lohnt sich der Blick auf ländliche Unterkünfte knapp außerhalb beliebter Orte wie Reykjavík.

Auch beim Unterkunftstyp hilft ein breiterer Blick: Suchen Sie nicht nur nach Hotels und Ferienwohnungen, sondern auch nach ländlichen Pensionen und Campingplätzen.

Kreuzfahrten sollten Sie ebenfalls im Auge behalten. Die Zone der Totalität verläuft über weite Meeresgebiete, Schiffe können ihre Position für optimale Sicht entsprechend anpassen.

Mit Blick auf das Ereignis laufen nach und nach die Fristen für kostenlose Stornierungen ab. Kurzfristig könnten daher wieder Zimmer auf Buchungsseiten auftauchen, wenn andere Reisende ihre Pläne ändern.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

Griechenlands „Türvisum“ erleichtert Türken Zugang zu EU-Inseln

Comer See oder Gardasee: wie Italiens Lieblingsseen abschneiden

Keramik in Italien, Glas in Tschechien: mit dem Zug zu Europas Handwerkszentren