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Ölpreis steigt über 100 Dollar, Forint zieht nach Ungarn-Wahl deutlich an

Devisenhändler verfolgen Kursbewegungen auf Monitoren im Devisenhandelsraum der Hana Bank-Zentrale in Seoul, Südkorea, am 13. April 2026.
Devisenhändler verfolgen die Kurse auf Bildschirmen im Devisenhandelsraum der Hana-Bank-Zentrale in Seoul, Südkorea. 13. April 2026 Copyright  AP Photo/Ahn Young-joon
Copyright AP Photo/Ahn Young-joon
Von Doloresz Katanich mit AP
Zuerst veröffentlicht am
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Die Ölpreise steigen, Aktienmärkte geraten unter Druck nach Berichten über mögliche US‑Pläne, die Straße von Hormus zu sperren. In Europa gewinnt der ungarische Forint nach der Wahl an Wert.

Die Märkte starten ernüchtert in den Montag. Der Optimismus vom Wochenende über einen Durchbruch bei Friedensgesprächen ist verpufft. Anleger stellen sich auf eine Woche mit starken Impulsen ein – geprägt von Geopolitik, Inflationsdaten und dem Start der Berichtssaison.

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Die Ölpreise nehmen ihren Aufwärtstrend wieder auf. Die internationale Referenzsorte Brent und die US-Sorte WTI werden jeweils über 100 Dollar je Barrel gehandelt. Am Montagmorgen in Europa lagen die Brent-Futures zur nächstfälligen Lieferung rund sieben Prozent im Plus bei fast 102 Dollar. WTI verteuerte sich um fast acht Prozent auf 104 Dollar.

Auslöser ist die Vorbereitung des US-Militärs auf eine Blockade von Schiffen, die in die Straße von Hormus ein- oder auslaufen. Iran hat seit Beginn des Kriegs einen großen Teil der Schifffahrt in der Meerenge gestört.

US-Präsident Donald Trump kündigte die geplante Blockade an, nachdem Waffenstillstandsgespräche zwischen den USA und Iran in Pakistan ohne Einigung endeten. Die Streitkräfte erklärten, die Blockade aller iranischen Häfen solle am Montag um zehn Uhr MEZ (17.30 Uhr Ortszeit im Iran) beginnen.

Die Ölpreise steigen bereits seit Ende Februar, da der Verkehr durch die Straße von Hormus weitgehend zum Erliegen gekommen ist. Brent-Rohöl ist von rund 70 Dollar je Barrel vor Kriegsbeginn zeitweise auf über 119 Dollar gestiegen.

„Die Märkte haben heute Morgen klar in den Risiko-Absicherungsmodus geschaltet“, schrieb ein Analyst von Deutsche Bank Research in einer Notiz. „Die Stimmung hat sich erneut deutlich eingetrübt.“

Die hohen Ölpreise schüren neue Sorgen vor einem Stagflationsschock. Aktien und Anleihen verlieren weltweit an Boden.

Ungarn-Wahl lässt Forint kräftig steigen

Der ungarische Forint rückte am Devisenmarkt in den Mittelpunkt, nachdem Péter Magyar und seine Tisza-Partei einen Erdrutschsieg erzielten. Sie beendeten damit die sechzehnjährige Vorherrschaft von Viktor Orbáns Fidesz-Partei.

Bevor die europäischen Börsen am Montag öffneten, kostete ein Euro 366,18 Forint – nach 377,56 Forint am späten Sonntag. Der ungarische Leitindex stieg am Montagmorgen um 2,85 Prozent und stemmte sich damit gegen die negative Stimmung in weiten Teilen des Währungsraums.

Anleger erwarten, dass Magyars Tisza-Partei Ungarn stärker auf EU-Kurs bringt – mit besseren Chancen auf die Wiederherstellung rechtsstaatlicher Standards und engere Zusammenarbeit mit Brüssel.

Auf den übrigen Devisenmärkten gab der Euro zum Dollar nach und notierte am Morgen in Europa bei 1,1692 Dollar. Das britische Pfund fiel ebenfalls zum Dollar und lag 0,3 Prozent niedriger bei 1,3416 Dollar.

Börsen starten mit Verlusten in turbulente Woche

Die europäischen Aktienmärkte eröffneten im Minus. In London gab der Leitindex FTSE 100 um 0,4 Prozent nach, der DAX in Frankfurt verlor ein Prozent, der Pariser CAC 40 knapp 0,9 Prozent.

Auch in Asien gaben die Kurse am Montag nach. In Tokio fiel der Nikkei 225 im Vormittagshandel um 1,0 Prozent auf 56.357,40 Punkte. In Sydney verlor der S&P/ASX 200 0,5 Prozent auf 8.913,50 Punkte. In Seoul sank der Kospi um 1,1 Prozent auf 5.795,15 Punkte. In Hongkong büßte der Hang Seng fast 1,5 Prozent ein und stand bei 25.513,42 Punkten, der Shanghai Composite gab 0,2 Prozent auf 3.976,57 Punkte nach.

Analysten rechnen damit, dass die weltweiten Märkte vorerst volatil bleiben.

„Das Ergebnis der Gespräche war ganz sicher nicht das, worauf die Leute gehofft hatten“, sagte Neil Newman, Managing Director und Head of Strategy bei Astris Advisory Japan, in Hongkong. „Im Moment sieht die Lage nicht gut aus. Die Ölpreise bereiten große Sorgen.“

Dennoch schloss die Wall Street die vergangene Woche mit dem zweiten Wochengewinn in Folge ab. Der S&P 500 gab am Freitag nach einem schwankungsreichen Handelstag leicht um 0,1 Prozent nach.

Der Dow Jones Industrial Average verlor 0,6 Prozent, der technologielastige Nasdaq Composite legte 0,4 Prozent zu. Diese Gewinne entstanden in der Hoffnung auf erfolgreiche Friedensgespräche in Pakistan – eine Hoffnung, die sich durch die jüngsten Ereignisse zerschlug.

Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe stieg am Freitag auf 4,32 Prozent, nach 4,29 Prozent am späten Donnerstag.

Im Devisenhandel verteuerte sich der US-Dollar auf 159,74 japanische Yen nach 159,25 Yen. Der Euro kostete 1,1687 Dollar, nach 1,1729 Dollar.

Worauf die Märkte in dieser Woche schauen

Die Finanzmärkte gehen in eine ereignisreiche Woche. Im Fokus stehen die Entwicklungen rund um die Straße von Hormus und die weiteren Folgen des Iran-Konflikts.

In den USA blicken Anleger auf die erste große Welle von Quartalsberichten, darunter Zahlen großer Banken und Tech-Konzerne. In dieser Woche legen unter anderem JPMorgan, Goldman Sachs, Bank of America, ASML und TSMC ihre Ergebnisse vor.

Begleitet wird dies von wichtigen Daten zur Inflation und zu den Produzentenpreisen sowie von neuen Zahlen zu Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe. Diese Daten gelten als entscheidend, um abzuschätzen, ob die US-Notenbank Fed näher an Zinssenkungen rückt.

Parallel dazu beginnen in Washington die Frühjahrestagungen von IWF und Weltbank.

Der jüngste World Economic Outlook des IWF, der am Dienstag veröffentlicht wird, dürfte weltweit aufmerksam gelesen werden. Der Bericht könnte zeigen, wie die Institutionen die Widerstandskraft der Weltwirtschaft einschätzen – vor dem Hintergrund der Spannungen im Nahen Osten.

In Europa richten Anleger den Blick auf Einkaufsmanagerindizes und Daten zur Industrieaktivität. Sie sollen Aufschluss geben, ob sich die Konjunktur im Euroraum stabilisiert oder weiter unter schwacher Nachfrage leidet.

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