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Reisen nach Europa legen 2026 weiter zu: Griechenland, Italien und Malta vorn

Griechenland zählt zu Europas stärksten Tourismusländern
Tourismus in Europa: Griechenland zählt zu den stärksten Destinationen Copyright  Photo by Jim Niakaris on Unsplash
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Von Mike Starling
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Trotz Turbulenzen im Tourismussektor meldet die European Travel Commission seit Jahresbeginn ein Plus von fünf Prozent bei Europas internationalen Gästen, vor allem in Griechenland, Italien und Malta.

Die Zahl der internationalen Besucherinnen und Besucher in Europa ist im bisherigen Jahr 2026 im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2025 um fünf Prozent gestiegen. Gleichzeitig sorgt die wachsende geopolitische und wirtschaftliche Unsicherheit für Turbulenzen im Tourismussektor.

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Laut dem neuesten Trends-und-Prognosen-Bericht (Quelle auf Englisch) der European Travel Commission (ETC) zeigt der europäische Tourismus auch im zweiten Quartal eine robuste Entwicklung. Die Zahl der Übernachtungen stieg um vier Komma acht Prozent.

Die stabile Entwicklung setzt sich fort, obwohl die Verbraucherstimmung schwächer wird, der Kostendruck steigt und der Konflikt im Nahen Osten den Flugverkehr zwischen Europa und einigen Mittel- und Langstreckenmärkten stört, wie die ETC betont.

Reisen bleibt Teil der Urlaubsplanung. Der Bericht kommt jedoch zu dem Schluss, dass die Auswahl der Ziele immer gezielter wird. Reisende suchen verstärkt nach Destinationen, die als sicher gelten, ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten und bequem erreichbar sind. Zudem verteilen sich Reisen zunehmend gleichmäßiger über das Jahr.

„Der europäische Tourismus hat im zweiten Quartal 2026 erneut seine Widerstandskraft gezeigt, trotz eines unsichereren globalen Umfelds“, erklärte Miguel Sanz, Präsident der ETC. „Reisen bleiben für die Verbraucherinnen und Verbraucher Priorität, doch die Art und Weise, wie sie reisen, verändert sich.“

„Erschwinglichkeit, Sicherheit, Nähe und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis gewinnen bei der Wahl des Reiseziels an Bedeutung. Für europäische Destinationen wird es entscheidend sein, wettbewerbsfähig zu bleiben und zugleich die Besucherströme über Regionen und Jahreszeiten hinweg besser auszubalancieren.“

Griechenland, Italien, Malta: Spitzenreiter beim Gästezuwachs

Nach Angaben der ETC verzeichneten fast 80 Prozent der Destinationen ein Plus bei den Gästezahlen, rund jede fünfte meldete sogar zweistellige Zuwächse.

Getragen von guter Anbindung und dem Versuch, die Nachfrage über Hauptsaison und klassische Hotspots hinaus zu streuen, legten einige Länder besonders stark zu. Die Ankünfte in Griechenland stiegen um 38,3 Prozent, in Italien um 21,1 Prozent und in Malta um 16 Prozent.

Nordeuropa übertraf andere europäische Teilregionen: Die Ankünfte nahmen dort um zehn Prozent zu, die Übernachtungen um acht Komma vier Prozent. Auch Mittel- und Osteuropa legten zu, mit einem Plus von fünf Komma zwei Prozent bei den Ankünften und sechs Komma neun Prozent bei den Übernachtungen. Das spiegelt das anhaltende Interesse an neuen Erlebnissen und Zielen mit besserer Preis-Leistung wider.

Süd- und Mittelmeer-Europa bleiben insgesamt solide. In absoluten Zahlen verzeichneten sie das stärkste Wachstum, getragen von breiten Zuwächsen in Malta, Griechenland, Italien, Portugal und Spanien.

Schwieriger Jahresauftakt in einigen Regionen

Der Gesamttrend bleibt positiv, so die ETC. Einige Destinationen hatten jedoch einen deutlich schwierigeren Start ins Jahr.

Zypern verzeichnete einen Rückgang der Ankünfte um 17,9 Prozent. Gründe sind unter anderem der diesjährige Ostertermin sowie eine gedämpfte Reiselust, weil das Land als geografisch nah am Konflikt im Nahen Osten wahrgenommen wird.

Auch Türkiye meldete ein Minus bei den Ankünften von zwei Komma eins Prozent. Die Nachfrage von europäischen Gästen und Langstreckenreisenden fiel schwächer aus, ebenfalls im Schatten des regionalen Konflikts.

Griechenland sticht bei Reiseausgaben hervor

In den meisten Destinationen legten die Reiseausgaben stärker zu als die Gästezahlen. Die ETC-Daten deuten darauf hin, dass die Ausgaben pro Besucherin oder Besucher höher liegen als vor einem Jahr. Griechenland ragt dabei besonders heraus: Die Reiseausgaben stiegen um 64,3 Prozent, die Ankünfte um 38,3 Prozent – ein Hinweis auf deutlich höhere Ausgaben pro Reise.

Die Entwicklung unterscheidet sich je nach Ziel. In Italien nahmen die Ankünfte um 21,1 Prozent zu, die Reiseausgaben stiegen jedoch nur um vier Komma drei Prozent. Die durchschnittlichen Ausgaben pro Besuch fielen damit trotz des kräftigen Gästezuwachses geringer aus.

Türkiye und Zypern gehören zu den wenigen Zielen, in denen sowohl Ankünfte als auch Reiseausgaben zurückgingen. Laut ETC spiegelt dies vermutlich eine schwächere Reiselust im Zusammenhang mit dem Konflikt im Nahen Osten wider.

Trends: Preis-Leistung, Nähe und Reisen in Randmonaten

Trotz anhaltender wirtschaftlicher Unsicherheit bleibt die Urlaubsreise im Sommer und darüber hinaus Priorität.

In wichtigen europäischen Herkunftsmärkten soll der Anteil der Ausgaben für Urlaubsreisen 2026 stabil bei 13 Prozent der gesamten Konsumausgaben bleiben – deutlich über dem globalen Durchschnitt von acht Komma fünf Prozent. In bedeutenden Märkten außerhalb Europas wird ein leichter Anstieg von sieben Komma fünf Prozent im Jahr 2025 auf sieben Komma sieben Prozent erwartet.

Reisende achten stärker auf den Preis, so die ETC. In der neuesten Branchenbefragung nannten 48 Prozent der europäischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer „Erschwinglichkeit und Preis-Leistung“ als zentrale Chance für Europa im zweiten Quartal; im ersten Quartal waren es noch 32 Prozent.

Das deutet auf eine stärker umkämpfte Sommersaison hin. Ziele, die gut zu den Budgets und Vorlieben der Reisenden passen, haben bessere Chancen, zusätzliche Nachfrage anzuziehen.

Europäische Reisende bevorzugen voraussichtlich nahe liegende Destinationen, die leicht zu erreichen sind, vertraut wirken und mehr Flexibilität bieten. Süd- und Mittelmeereuropa sind gut positioniert, um diese Nachfrage aufzufangen; das Interesse an der Region zwischen Juni und November liegt inzwischen bei 61 Prozent.

Reisen in den Randmonaten gewinnen ebenfalls an Bedeutung. Viele Urlauberinnen und Urlauber reagieren auf Sorgen vor extremen Wetterereignissen und Überfüllung. Entsprechend steigen die Buchungen für September europaweit deutlich an.

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