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Musikverbot und Bußgeld fürs Pinkeln: Europas überraschende Strandregeln im Sommer

Kein Risiko für Bußgeld oder Beschlagnahmung: Diese Strandregeln in Europa sollten Sie im Sommer kennen.
Wie Sie diesen Sommer auf Europas Stränden Bußgelder und Beschlagnahmungen vermeiden: die wichtigsten, oft unbekannten Regeln im Überblick. Copyright  Callum Galloway
Copyright Callum Galloway
Von Rebecca Ann Hughes
Zuerst veröffentlicht am
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So entgehen Sie Bußgeldern und Beschlagnahmungen: Diese Regeln an Europas Stränden sollten Sie im Sommer kennen.

In Europa läuft die Saison für verträumte Tage am Meer auf Hochtouren. Gleichzeitig wächst der Druck durch Overtourism und die Gefahr für Küstenökosysteme. Viele Strände führen deshalb immer strengere Regeln ein.

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Wer vermeiden will, dass Gegenstände beschlagnahmt werden oder Bußgelder fällig werden, sollte diese teils wenig bekannten Vorschriften für den Strand kennen.

Verbote für Strandausrüstung

Manche Strände untersagen bestimmte Ausrüstung, um die natürliche Umgebung zu schützen.

Auf Sardinien hat der Strand Punta Molentis in Villasimius die Nutzung von Sonnenschirmen, Zelten und Pavillons stark eingeschränkt.

Der Bürgermeister wollte zunächst nur Menschen über 65 oder Familien mit Kindern unter zehn einen Sonnenschutz erlauben. Nach Protesten gilt nun: Ein Exemplar pro Familie oder Gruppe ist erlaubt, solange es dort steht, wo das Strandpersonal es anweist.

Am Strand La Pelosa, ebenfalls auf Sardinien, dürfen Besucher Handtücher nur ausbreiten, wenn sie eine Matte darunter legen. So bleibt weniger Sand in den Fasern hängen. Die Vorschrift soll in diesem Jahr strenger kontrolliert werden; es drohen sofortige Bußgelder von 100 €.

In Griechenland gibt es inzwischen 251 Strände, auf denen keinerlei Bauten erlaubt sind – weder Miet-Liegen noch Schirme noch provisorische Holzstrukturen.

Rauchverbot am Strand

Mehr als 600 Strände in Spanien haben das Rauchen und Dampfen verboten, darunter Strände in Barcelona, San Sebastián sowie viele Strände auf den Kanarischen Inseln und den Balearen.

Frankreich hat im vergangenen Jahr ein landesweites Rauchverbot für Strände an Badegewässern eingeführt. Wer dort zur Zigarette greift, muss mit 135 € Bußgeld rechnen.

Viele Küstengebiete in Italien haben ebenfalls Zigaretten verboten, besonders in den Regionen Venetien, Emilia-Romagna, Sardinien und Apulien.

Badebekleidung bleibt am Strand

Städte in Strandnähe gehen zunehmend gegen Badebekleidung auf Straßen und Plätzen vor.

In Sorrent in Süditalien kann ein Spaziergang durch die Stadt im Bikini oder in Badehose bis zu 500 € kosten.

Im portugiesischen Badeort Albufeira müssen Menschen, die außerhalb ausgewiesener Strandbereiche, Hotelzonen oder Pools nur Badebekleidung tragen, mit Geldbußen zwischen 300 und 1.500 € rechnen.

In einigen Teilen Spaniens, etwa in Barcelona und auf Mallorca, ist es verboten, in Läden und Restaurants oben ohne oder in Badebekleidung zu erscheinen. Wer dagegen verstößt, riskiert bis zu 300 € Strafe.

In Sorrent in Süditalien kann ein Spaziergang durch die Stadt im Bikini oder in Badehose bis zu 500 € kosten.
In Sorrent in Süditalien kann ein Spaziergang durch die Stadt im Bikini oder in Badehose bis zu 500 € kosten. Gregory Smirnov

In Málaga erinnert die Stadtverwaltung mit englischsprachigen Schildern daran, dass die örtlichen Verhaltensregeln – inklusive Vorgaben zur Bekleidung – auch für Besucherinnen und Besucher gelten.

In den Küstenstädten Split, Dubrovnik und Hvar in Kroatien gelten neue Vorschriften zum Schutz der öffentlichen Ordnung. Wer dort mit nacktem Oberkörper oder in Badebekleidung durch die Stadt läuft, riskiert ein Bußgeld von bis zu 150 €.

In Nizza in Frankreich können sowohl Touristinnen und Touristen als auch Einheimische für oben-ohne-Auftritte in der Stadt direkt mit 35 € belegt werden. Wer an verbotenen Stellen oben ohne badet, riskiert 38 € Strafe.

Die Stadt Varenna am Comer See in Italien orientiert sich an den Regeln der Küstenorte. Urlauberinnen und Urlauber mit nacktem Oberkörper oder in Badebekleidung müssen dort mit Bußgeldern von bis zu 200 € rechnen.

Nicht ins Meer pinkeln

Vigo in der nordspanischen Region Galicien verhängt seit 2022 Bußgelder von 750 € für das, was die Stadt als physiologische Entleerung am Strand oder im Meer bezeichnet – also fürs Pinkeln ins Wasser.

Marbella zog 2024 nach und untersagte Unterwasser-Urinieren an 25 Stränden in der Gemeinde Málaga.

Musik am Strand leiser drehen

Strandbesucherinnen und Strandbesucher in Portugal riskieren Bußgelder in Höhe von mehreren Tausend Euro, wenn sie ihre Musik zu laut abspielen.

Seit 2023 verbietet die nationale Seebehörde AMN tragbare Lautsprecher, deren hohe Lautstärke Einheimische und Gäste stört.

Für Einzelpersonen liegen die Bußgelder zwischen 200 und 4.000 €, für Gruppen zwischen 2.000 und 36.000 €. Das störende Zubehör – etwa Lautsprecher – kann außerdem eingezogen werden.

Keine Elefanten am Strand

Europaweit gelten zahlreiche Regeln für Tiere am Strand.

Hunde sind an vielen Stränden in Italien, Spanien, Frankreich und Kroatien in der Hochsaison nicht erlaubt, besonders an mit dem Blue Flag-Siegel ausgezeichneten Küsten. Mancherorts dürfen sie nur frühmorgens oder spätabends ans Wasser.

Auch Pferde sind an vielen Orten in Europa in den Sommermonaten ähnlich eingeschränkt oder verboten.

Wer mit einem Elefanten ans Meer ziehen wollte, sollte Granville in der Normandie in Frankreich meiden. Dort sind die Tiere seit 2009 verboten, nachdem ein reisender Zirkus seine Elefanten im Meer baden ließ und deren Hinterlassenschaften im Wasser zurückblieben.

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