Der 10. Juli ist ein wenig bekannter Bauernregel-Tag, der das Wetter und wohl weitere Hitze für die kommenden Wochen voraussagt. Doch warum gilt der sogenannte Siebenbrüdertag auch unter Meteorologinnen und Meteorolgen als eher zuverlässig?
Der 10. Juli gilt - vor allem in Österreich, wie anderswo der Siebenschläfer-Tag im Juni - als besonders bedeutsam für das Wetter in den kommenden Wochen.
Die volkstümliche Weisheit lautet: "Ist Siebenbrüder ein Regentag, so regnet's noch sieben Wochen danach." Da es derzeit kaum irgendwo in Europa nach Niederschlägen aussieht, dürfte eher der folgende Spruch zutreffen: "Wenn sich die sieben Brüder sonnen, kommen sieben Wochen Wonnen."
Doch das aktuelle extreme Sonnenwetter mit Tendenz zur Hitzewelle als "Wonne" zu sehen, dürfte nicht nur Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten, inzwischen schwer fallen. Die Dürre macht sich inzwischen vielerorts bemerkbar.
Viele Menschen ächzen derzeit eher nach kühleren Temperaturen, wie sie derzeit zumindest in Norddeutschland für angenehmes Sommerwetter sorgen.
Von der Hitze gestresste Tiere
Nicht nur den Fiaker-Pferden in Wien ist es zu heiß. Wie der SRF berichtet, wird es für Kühe wird es bereits ab 16 Grad zu warm, für Schweine ab 20 Grad. Und da gestresste Tiere weniger fressen, sinken in der Hitzewelle die Erträge bei Milch und Fleisch. Viele Betriebe in der Schweiz haben sich umgestellt - die Tiere bleiben meist im kühleren Stall statt auf der Weide. Langfristig wollten die Bauern auf Tiere setzen, die mit der Hitze besser klarkommen.
Während das Quecksilber in Wien knapp unter der 30°-Marke bleiben sollten, wurden in Zürich am Freitag 33° Celsius im Schatten erwartet, in Genf 34° - eventuell gefolgt von Gewittern.
Was ist der Siebenbrüdertag?
Der Siebenbrüdertag ist in der katholischen Kirche übrigens der Gedenktag für die sieben Söhne der Heiligen Felicitas. Die Schutzpatronin der Frauen und Mütter wurde der Überlieferung nach um 166 in Rom zusammen mit ihren Söhnen Alexander, Felix, Januarius, Martialis, Philippus, Silvanus und Vitalis enthauptet, weil sie sich weigerten, ihren christlichen Glauben zu verleugnen.
Dabei musste Felicitas dem Volksglauben zufolge den Tod ihrer Söhne mitansehen, bevor sie selbst geköpft wurde. Sie gelten als frühchristliche Märtyrer.
Warum gilt die Prognose als zuverlässig?
Offenbar gilt die Bauernregel vom Siebenbrüdertag auch unter Experten als nicht ganz abwegig. Denn der sogenannte Jetstream in der oberen Erdatmosphäre - in etwa 8 Kilometern Höhe - erreicht in Mitteleuropa zwischen Ende Juni und Anfang Juli meist eine stabile Lage. Seine Winde bestimmen das Wetter meist über Wochen.
In der FR erklärt Wetterexperte Dominik Jung: "Anfang Juli stellt sich oft eine Großwetterlage ein, die uns wochenlang treu bleibt. Und die Zeichen stehen eindeutig auf warm."
Das liegt laut dem Meteorologen Jung daran, dass die Tiefdruckgebiete vom Atlantik regelrecht abgedrängt werden und weit nördlich an uns vorbeilaufen.
Hitze weniger schwül als Ende Juni
Die größte Hitze gibt es laut dem Deutschen Wetterdienst in den nächsten Tagen zwar weiterhin in Frankreich. Doch auch in Deutschland kommen - wie der DWD schreibt - "immer mehr Regionen in den "Genuss" von 30 Grad oder mehr". Im äußersten Südwesten Deutschlands werden auch 35 oder 36 Grad erreicht.
Laut Kachelmannwetter betrifft die Hitzewelle nicht nur die Schweiz, sondern auch Freiburg im Breisgau.
In den kommenden Tagen sollte zumindest zunächst die Luft nicht so feucht sein wie in der Hitzewelle Ende Juni. Dennoch spricht der Deutsche Wetterdienst von einer "starken Wärmebelastung gerade im Südwesten", zu der auch die wärmeren Nächte beitragen, die besonders die Ballungsräume betreffen.