Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein. Vor dem Parlament in Pristina feuerten Demonstrierende Feuerwerkskörper ab und warfen Gegenstände. Am Montag kam es dort zu heftigen Zusammenstößen. Bereitschaftspolizisten rückten hinter Schutzschildern vor, in den Straßen brannten Feuer, mehrere Menschen wurden festgenommen.
Der Ausbruch der Gewalt folgte auf die erste Lesung von Gesetzesänderungen im Parlament. Sie sollen die Befugnisse der Sonderkammern für Kosovo in Den Haag einschränken. Das Gericht hat vor Kurzem vier frühere Kommandanten der Befreiungsarmee Kosovos wegen Kriegsverbrechen im Konflikt von 1998 bis 1999 verurteilt. Die geplanten Änderungen sehen eine Höchststrafe von 15 Jahren vor, erlauben Berufungen vor dem Obersten Gerichtshof Kosovos und würden Verurteilten ermöglichen, ihre Strafen in Kosovo zu verbüßen.
Die Spannungen nahmen zu, nachdem Demonstrierende die Ausgänge von Parlaments- und Regierungsgebäuden blockierten, um Abgeordnete am Verlassen der Gebäude zu hindern. Die Änderungen müssen noch in einer zweiten Lesung beraten und endgültig gebilligt werden.