Tief im geschützten Batu-Nyambu-Wald öffneten Naturschützer am Donnerstag, dem 29. Oktober, die Transportkäfige. Die Tiere kletterten sofort auf nahegelegene Bäume und verschwanden im Blätterdach. Zur Gruppe gehörten vier Mütter mit ihren Jungen, bei drei von ihnen stellten Tierärzte bei der letzten Untersuchung zudem eine Schwangerschaft fest.
Naturschützer hatten die Tiere bereits im August und September aus einer Ölpalmenplantage in Ketapang geholt, wo Feuer ihren Lebensraum verwüstet hatten. Einige zogen sich Verbrennungen an Händen und Füßen zu, andere waren stark untergewichtig und mangelernährt, berichtete Karmele Llano Sanchez, Leiterin der YIARI-Stiftung für Wildtier-Rehabilitation.
Nach vier bis acht Wochen zur Erholung in einem Rehabilitationszentrum in Ketapang stand den Orang-Utans eine beschwerliche Reise in ihr neues Zuhause bevor. Naturschützer brachten sie mit Fahrzeugen, Booten und zu Fuß dorthin. Sie schleppten schwere Käfige über steiles, rutschiges Waldgelände, um Batu Nyambu zu erreichen, ein 23.000 Hektar großes Schutzgebiet mit weitgehend unberührter Natur und reichlich Nahrung.
Die Freilassung erfolgt inmitten wachsender Sorge um das Überleben der vom Aussterben bedrohten Orang-Utans auf Borneo. Das Forstministerium Indonesiens berichtet, dass seit Anfang August in West Kalimantan mindestens 51 aus brennenden Wäldern gerettete Orang-Utans in Sicherheit gebracht wurden. Die Überwachungsgruppe Nusantara Atlas schätzt, dass Brände mehr als 1,9 Millionen Hektar Land in Indonesien in den ersten neun Monaten des Jahres 2026 zerstört haben.