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Terror dämpft Frankreichs Wirtschaft

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Von Euronews
Terror dämpft Frankreichs Wirtschaft
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Frankreich muss nach den Pariser Anschlägen einen Konjunkturdämpfer befürchten, die Euro-Zone hingegen nicht.

Das verstärkte Wirtschafts- und Beschäftigungswachstum in der Euro-Zone ist vor dem Hintergrund der tragischen Ereignisse in Paris umso beeindruckender

Der Einkaufsmanagerindex für die französischen Dienstleister gab im November um überraschend deutliche 1,4 auf 51,3 Punkte nach, so das Markt-Institut zu seiner Unternehmensumfrage. “Der Hauptgrund dafür sind die Anschläge”, sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Er geht aber nicht davon aus, dass die nach Deutschland zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone nun vor einem Abschwung steht – zumal Werte über 50 Wachstum signalisieren. “Die Erfahrung lehrt, dass solche Ereignisse nur einen kurzzeitigen Einfluss haben”, betonte Williamson.

Die Konjunkturerholung in der Euro-Zone gewann ungeachtet der Anschläge und der mauen Weltkonjunktur sogar an Kraft: Der gemeinsame Einkaufsmanagerindex für Industrie und Dienstleister stieg überraschend auf den höchsten Wert seit viereinhalb Jahren. Er legte um 0,5 auf 54,4 Zähler zu. Die Manager wurden vom 12. bis 20. November befragt, wobei die meisten Antworten nach den Pariser Anschlägen vom 13. November eingingen. “Damit dürfte die Währungsunion eines ihrer besten Quartale seit viereinhalb Jahren hinlegen”, sagte Williamson. “Das verstärkte Wirtschafts- und Beschäftigungswachstum in der Euro-Zone ist vor dem Hintergrund der tragischen Ereignisse in Paris umso beeindruckender.”

Das positive Abschneiden geht neben der Belebung in langjährigen Krisenstaaten wie Italien und Spanien auch auf die deutsche Wirtschaft zurück. Hier stieg der Einkaufmanagerindex für Industrie und private Dienstleister um 0,7 auf 54,9 Punkte. “Das Wirtschaftswachstum hat sich in Deutschland weiter beschleunigt”, erklärte Markit-Ökonom Oliver Kolodseike. “Unterm Strich verbuchten die Unternehmen beim Neugeschäft sogar das höchste Plus seit zwei Jahren.” Da die Auftragsbestände mit einer der höchsten Raten der vergangenen viereinhalb Jahre zulegten, spricht vielen für eine anhaltenden Aufwärtstrend. “Der Jobaufbau fiel wegen der guten Nachfrageperspektiven so stark aus wie seit Dezember 2011 nicht mehr”, sagte der Experte.

su mit Reuters