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Augenkrankheiten mit optischen Technologien frühzeitig erkennen

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Augenkrankheiten mit optischen Technologien frühzeitig erkennen

Augenkrankheiten mit optischen Technologien frühzeitig erkennen
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Die Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie der MedUni Wien am Allgemeinen Krankenhaus Wien ist eine der größten Augenkliniken Europas. Dort arbeiten Wissenschaftler eines europäischen Forschungsprojekts daran, mit neusten optischen Technologien die Früherkennung von Augenkrankheiten und einigen neurodegenerativen Störungen zu verbessern.

In der Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie werden täglich Dutzende Patienten untersucht. Eine Krankheit, die den Ärzten oft begegnet, ist die altersbedingte Makuladegeneration (AMD). So wie bei der 79-jährigen ehemaligen Psychotherapeutin, sie kann nicht mehr scharf sehen:

"Ich habe bemerkt, dass ich beim Lesen in der Nähe, in einem Buch oder in einer Zeitung, schlechter gesehen habe, und habe dafür eine Lupe genommen. Wenn es sehr schwierig war, habe ich mit der Lupe gelesen", sagt Bärbel Langer.

Bis 2020 könnten laut jüngsten Schätzungen weltweit bis zu 196 Millionen Menschen an einer altersbedingten Makuladegeneration erkranken, die im Frühstadium kaum Symptome zeigt. Sie ist die häufigste Ursache für eine schwere Sehbehinderung oder eine Erblindung:

"Die Erkrankung ist sehr schwer zu diagnostizieren, besonders im Frühstadium, weil sie sich auf einem sehr kleinen Teil der Netzhaut abspielt, die Makula ist gerade ungefähr einen Millimeter groß, d.h. wir haben kleinste Veränderungen in der Netzhaut, die einen ganz großen Schaden verursachen können. Umso wichtiger ist es, dass man sie so früh wie möglich entdeckt, möglichst solange das Sehen noch in Takt ist", sagt Ursula Schmidt-Erfurth, Leiterin der Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie.

Früherkennung ist wichtig

Wissenschaftler eines europäischen Forschungsprojekts entwickeln eine neue Technik, die eine bessere Diagnostik ermöglichen soll - und die auch zur Entwicklung neuer Therapien führen könnte. Ihr Ansatz basiert auf drei komplexen optischen Technologien, die es den Ärzten ermöglicht, auf molekularer Ebene ins Auge zu sehen:

"Die neue Technologie liefert ähnlich nicht-invasive Bilder, wie wir sie bereits haben, aber mit einer viel besseren Auflösung. So können wir verstehen, wie die Blutgefäßbildung (Vaskularisation) in der Retina funktioniert", so Elektrotechniker Matthias Salas.

Zu den verwendeten Technologien gehören Raman-Spektroskopie, Fluoreszenz und optische Kohärenztomographie. Augen sind sehr empfindliche Organe, das macht die Untersuchung nicht einfach:

"Eine der Herausforderungen bei dieser Methode ist natürlich die Sensitivität des Auges auf Licht. Der große Vorteil der Methode ist, dass ich das Auge nicht berühren muss. Ich nehme einfach Licht und kann das Auge mit dem Licht abtasten und messe das Licht, das vom Auge zurückkommt. Und das Licht, das vom Auge zurückkommt, enthält alle Informationen, die ich für die Diagnostik brauche", sagt MOON-Projektkoordinator Rainer Leitgeb.

Augen - Fenster zum Gehirn

Augen sind ein Fenster zum Gehirn, mit den neuen Methoden können auch weitere Krankheiten in der Netzhaut erkannt werden:

"Die menschliche Netzhaut verändert sich im Laufe des Lebens nur sehr wenig, wenn sich Veränderungen zeigen, sind sie Folge von Erkrankungen, das sind Veränderungen an den zentralen Gefäßen, so kann man beispielsweise Bluthochdruck oder Diabetes sehr gut an der Netzhaut erkennen, man kann aber auch neurologische Erkrankungen an der Nervenschicht der Netzhaut erkennen, das sind zum Beispiel Multiple Sklerose, der Morbus Alzheimer. Alle Veränderungen, die das zentrale Nervensystem betreffen, sind auch in der Netzhaut zu sehen", erklärt Ursula Schmidt-Erfurth.

Sobald die Technologie ausgereift ist, soll sie in klinischen Studien an rund 100 Personen getestet werden, darunter neben gesunden Probanden an Menschen mit einer Makuladegeneration und an Alzheimerpatienten.

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