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OECD: Wachstum auf dem absteigenden Ast

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OECD: Wachstum auf dem absteigenden Ast

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Die Industriestaaten-Organisation OECD (Organisation for Economic Cooperation and development ) erwartet ein nachlassendes Wachstum der Weltwirtschaft. Die wichtigsten Bremsfaktoren: Handelsspannungen und höhere Zinsen.

Die globale Wirtschaftsleistung werde in den beiden kommenden Jahren nur noch um 3,5 Prozent zulegen, heißt es im OECD-Konjunkturausblick. Im ablaufenden Jahr soll es noch zu 3,7 Prozent reichen.

Laurence BooneChefvolkswirtin der OECD:

"Zu den Haupt-Bremsern zählen tatsächlich die Handelsspannungen. Der Handel hat einen bis zwei Zehntel-Prozentpunkte Wachstum gekostet."

In Europa ist der "Brexit" eine wichtige Quelle der Unsicherheit. Die OECD dazu: Es sei zwingend notwendig, dass die Europäische Union und Großbritannien eine Einigung erzielen, die eine möglichst enge Beziehung aufrechterhält.

Sasha Vakulina, Euronews:

"Das britische Wirtschaftswachstum wird voraussichtlich 2019 leicht zunehmen, bevor es im Jahr 2020 nachlässt, vorausgesetzt, es gibt einen reibungslosen Austritt aus der Europäischen Union. Ein No-Deal-Brexit würde diese Prognose zunichte machen und das Wachstum noch weiter drücken. In Zahlen: Das Wachstum dürfte in diesem Jahr bei 1,3 Prozent liegen, 2019 bei 1,4 Prozent und 2020 bei 1,1 Prozent.

Die OECD wiederholte auch ihre Warnung, dass das Nichtabkommen eines Rücktrittsabkommens mit der Europäischen Union "mit Abstand das größte Risiko ist".

Die OECD warnte zugleich: “Im Falle eines Zusammentreffens mehrerer Risiken könnte die Landung härter werden als erwartet”, so Volkswirtin Boone.

OPTIMISMUS BEI DER EU-KOMMISSION

Bei der Vorlage der wirtschaftlichen und sozialen Prioritäten der EU-Kommission für 2019 versprühte Wirtschafts- und Währungskommissar Pierre Moscovici dagegen Zuversicht:

“Die Lage war noch nie so gut, weil das Wachstum in der Eurozone nach einem Rekordjahr 2017 weitergeht. Unsere Prognosen: robustes Wachstum, in diesem und im nächsten Jahr."

Dazu die OECD : Das Wachstum im Euroraum dürfte sich von rund 2 Prozent auf etwas mehr als 1,5 Prozent im Jahr 2020 verlangsamen. Besonders schlecht soll Italien abschneiden: Hier erwartet die Organisation in den kommenden beiden Jahren lediglich ein Plus beim Bruttoinlandsprodukt von jeweils 0,9 Prozent.

In Deutschland erwartet die OECD in diesem und im kommenden Jahr nur noch jeweils 1,6 Prozent Wirtschaftswachstum. In der vorangegangenen Prognose im September war sie noch von 1,9 Prozent beziehungsweise 1,8 Prozent ausgegangen. Trotz der Prognosesenkung
gehen die OECD-Forscher davon aus, dass der deutsche Aufschwung weiterhin «solide» verlaufen werde.

su