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Arbeitssuchende als potenzielle Unternehmer behandeln

Arbeitssuchende als potenzielle Unternehmer behandeln
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Träume, die wahr werden: Unternehmensgründer, die ihre Projekte verwirklichen und sozial aktiv werden - im schwedischen Göteborg. Thema dieser Folge von Smart Regions

Samira Savarani, Beraterin im Innovation & Business Center: "Einwanderer, die nach Schweden kommen, brauchen neun Jahre, um eine Arbeit zu bekommen. Wir müssen ihnen helfen."

Biskopsgarden, ein problematischer Stadtteil im schwedischen Göteborg. Das Programm "One stop future shop" will Menschen mit Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt - wie beispielsweise Migranten - dabei helfen, ein Unternehmen zu gründen:

"Sie sind diejenigen mit dem schwächsten Netzwerk, sie wissen wenig über den schwedischen Arbeitsmarkt und darüber, welche Unterstützung sie vom Staat erhalten können", so die Leiterin Annie Hohlfält.

Im Mittelpunkt steht der Mensch

Im Business Center werden die Hilfesuchenden nicht als Arbeitslose, sondern als potenzielle Unternehmer behandelt. Ihnen zu helfen, bedeutet auch, eine negative Ereignisspirale zu verhindern, für sie, aber auch für die Gesellschaft.

"Wenn sie keinen Ausweg finden, fallen sie in eine Phase der Frustration und Wut. Und die nächste und letzte Phase ist, wenn Menschen die Hoffnung verlieren. Dann bekommen sie psychische Krankheiten, ihre Familien fallen auseinander, und das hat Kosten für die Gesellschaft", so Samira Savarani.

Ein multikultureller Ansatz ist der Schlüssel zu diesem Projekt, das Geschäftsberatungen in sechs Sprachen (Arabisch, Englisch, Persisch, Somalisch, Spanisch und Schwedisch) anbietet, mit Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und sozialem Unternehmertum.

Seit 2016 hat dieses Programm, das von der EU-Kohäsionspolitik unterstützt wird, zur Gründung von etwa 140 neuen Unternehmen beigetragen.

Dieses Restaurant in einem Industriegebiet im Speckgürtel von Göteborg ist eines davon.

Ana Gema Tolentino ist eine mexikanische Immigrantin, die ihr Talent zum Kochen zu ihrem Beruf gemacht hat:

_"Sie haben mir beigebracht, was man braucht, die Hygiene und Sicherheitsvorschriften in der Küche. Dieses Programm hilft einem wirklich. Wenn man keine Ahnung hat, sagen sie einem 'ruf hier an' oder 'sprich mit dieser Person'. Aber am Ende braucht es immer auch Leidenschaft und harte Arbeit."
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Unternehmensgründung kann auch zur Emanzipation beitragen

Die Iranerin Leila Emami hat in Göteborg die Firma Lilihan gegründet, um Teppiche zu verkaufen, die im Iran von Frauen unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt werden:

"Ich wollte handgefertigte nachhaltige Teppiche herstellen und gleichzeitig einer Gruppe von Frauen aus meiner iranischen Heimat helfen. Sie brauchen Arbeitsplätze, um unabhängig zu sein, frei zu sein", so die Iranerin.

Göteborger Institutionen haben soziale Bedeutung des Projekts erkannt: Das Programm " "One stop future shop" wird über den ursprünglich geplanten Zeitraum von drei Jahren hinaus unterstützt werden.