Sie ist nur wenige Millimeter groß – und breitet sich dennoch immer weiter in Deutschland aus: die Asiatische Tigermücke. Als möglicher Überträger von Krankheiten wie Dengue und Chikungunya beschäftigt sie zunehmend Gesundheitsbehörden. Wie können Sie sich schützen?
Eine Mückenart aus den Tropen in Deutschland? Die Asiatische Tigermücke breitet sich offenbar in Deutschland aus. Besonders in Nordrhein-Westfalen ist sie auf dem Vormarsch.
Bislang wurden Populationen in Bonn, Euskirchen und im Rhein-Erft-Kreis nachgewiesen. Nun warnt auch die Stadt Köln vor der Vermehrung der tropischen Mücken in den nächsten Monaten. Der nördlichste Ort, an dem eine Population nachgewiesen werden konnte, ist Berlin.
Warum sich Asiatische Tigermücken dieses Jahr besonders stark verbreiten könnten
Asiatische Tigermücken mögen ein feuchtes und warmes Klima. Genau diese Voraussetzungen bietet Deutschland momentan: Öfter mal Regen, wobei es sonnig und warm bleibt.
In Nordrhein-Westfalen werden die Winter immer milder. Die Klimabedingungen sind für die Verbreitung dieser Arten deshalb günstig.
Ein weiterer Grund für die Verbreitung der Mücken könnte laut Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) der steigende internationale Reise- und Güterverkehr sein.
Sind Asiatische Tigermücken gefährlich?
Die Art stammte ursprünglich aus den Tropen. Im Zuge des Klimawandels breitete sie sich seit den 1990er Jahren massiv in Süd- und Mitteleuropa aus.
Diese Mücke hat eine geringe Scheu vor Tageslicht, ihre Stiche sind schmerzhaft. Die Mücken fallen durch schwarz-weiße Streifen auf und sind einen halben bis einen Zentimeter groß.
Das Gefährliche: Tigermücken können Krankheitserreger wie Dengue- und Chikungunya-Viren übertragen.
Wie erkennen Sie, dass Sie angesteckt worden sein könnten?
Dengue ist eine durch Dengue-Viren verursachte Infektionskrankheit, die vor allem in tropischen und subtropischen Regionen vorkommt und durch den Stich infizierter Mücken übertragen wird. Die Erkrankung beginnt meist vier bis zehn Tage nach der Infektion mit hohem Fieber, starken Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie einem Hautausschlag. Die Infektionskrankheit wird deshalb auch als "Knochenbrecherfieber" bezeichnet.
Die meisten Betroffenen genesen innerhalb von ein bis zwei Wochen, doch in einigen Fällen kann Dengue zu schweren Komplikationen wie Blutungen, Kreislaufversagen oder dem schweren Dengue-Syndrom führen, das lebensbedrohlich sein kann. Eine spezifische antivirale Therapie gibt es bislang nicht; die Behandlung konzentriert sich auf die Linderung der Symptome und die ausreichende Flüssigkeitszufuhr.
Bei dem Chikungunya-Virus handelt es sich um Viren, die das Chikungunya-Fieber verursachen und vor allem durch die Gelbfiebermücke sowie die Asiatische Tigermücke übertragen werden.
Nach einer Infektion treten meist plötzlich hohes Fieber, starke Gelenk- und Muskelschmerzen, Kopfschmerzen und Hautausschläge auf. Besonders typisch sind die oft sehr starken Gelenkschmerzen, die noch lange nach dem Abklingen der akuten Erkrankung bestehen bleiben können.
Obwohl Chikungunya in den meisten Fällen nicht lebensbedrohlich ist, kann die Krankheit die Betroffenen über Wochen oder Monate erheblich beeinträchtigen. Da es keine spezielle antivirale Therapie gibt, erfolgt die Behandlung vor allem durch Ruhe, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und die Linderung der Beschwerden.
In Deutschland gab es bislang keine bekannte Übertragung durch hier lebende Tigermücken, doch Experten halten das wegen des Klimawandels nur für eine Frage der Zeit, wie die Pharmazeutische Zeitung berichtet.
Wie können Sie sich schützen?
Die effektivsten Maßnahmen: Wasseransammlungen regelmäßig austauschen. Zum Beispiel in Gießkannen, Eimern oder Blumentopfuntersetzern. Es hilft, Regenwasseransammlungen zu vermeiden.
Zudem können Bürger die Asiatische Tigermücke fangen und an den sogenannten Mückenatlas zur Forschung schicken, ein bundesweites Projekt, bei dem Wissenschaftler die Arten untersuchen und weitere Erkenntnisse über ihre Ausbreitung erlangen können.