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Xabier Anduaga und Adriana Gonzalez gewinnen Operalia-Preise

Xabier Anduaga und Adriana Gonzalez gewinnen Operalia-Preise
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Für junge Opernsängerinnen und -sänger ist es eine Veranstaltung, die ihrer Karriere den entscheidenden Dreh geben kann: Operalia. Plácido Domingo hat den Gesangs-Wettbewerb 1993 ins Leben gerunfen und daraus in 27 Jahren einen Termin gemacht, den man als junger Sänger nicht verpassen darf. Jedes Jahr kommt Operalia aus einer anderen Stadt. Der Treffpunkt für junge Talente war dieses Jahr das Prager Nationaltheater. Mitmachen dürfen junge Sänger zwischen 18 und 32 Jahren.

Operalia kürt die Stars von Morgen

Er organisiert, hört zu und beschäftigt sich intensiv mit jedem einzelnen Teilnehmer: Plácido Domingo ist der Motor und das Herz des Wettbewerbs. Dabei bleibt das Jahrhundertgenie bescheiden:

"Ich bewundere jeden, der zum Vorsingen kommt. Es ist wundervoll, dass es so viele Talente gibt."
Plácido Domingo

​Der spanische Tenor hat das Talent, Menschen zusammenzubringen: Die 40 Finalisten - ausgewählt aus 1000 Bewerbungen, die in Tschechien eine Woche lang proben, vorsingen und sich mithilfe der Ratschläge des Maestros auf die Endrunde vorbereiten, kommen aus aller Welt, darunter aus Argentinien, Guatemala, Schweden, Südkorea, Südafrika und den USA.

Sie müssen sich einer hochkarätigen Jury stellen, deren Vertreter aus renommierten Opernhäusern wie des britischen Royal Opera House in London oder der Metropolitan Opera in New York kommen. Die Kriterien sind streng, wie der künstlerische Leiter an der Met Jonathan Friend erklärt:

"Gefällt mir der Klang der Stimme? Will ich dieser Person eine ganze Nacht lang zuhören? Singt sie technisch gut? Singt sie stilistisch? Kommuniziert sie mit Gesichtsausdruck, Körper, zeigt sie Emotionen? Hat sie die richtige Arie gewählt, um sich ins rechte Licht zu rücken?"

Sieger in der Männerkonkurrenz

Der Spanier Xabier Anduaga erfüllte die Kriterien - und gewann nicht nur den ersten, sondern auch den Don Plácido Domingo Ferrer Zarzuela-Preis:

"Ich stelle mir vor, dass ich die Oper singe und nicht bei einem Wettbewerb oder beim Vorsingen bin", erzählt der junge Tenor. "Ich bin Tonio in 'La Fille du Régiment'. Nicht ich singe, es ist Tonio, der singt, damit fühle ich mich wohler."

Xabier Anduaga wurde im spanischen San Sebastian geboren. Schon als Kind sang er in Chören und wirkte bei musikalischen Auftritten mit. Der Baske studierte am Centro Superior de Música del País Vasco und besuchte Kurse bei Maciej Pikulski, Elena Barbé, Ernesto Palacio, Alberto Zedda, Ana Luisa Chova und Juan Diego Flórez. 2016 wurde er in die Accademia Rossiniana unter der Leitung von Alberto Zedda aufgenommen: Dort gab er sein internationales Operndebüt als Cavaliere Belfiore in der Rossini-Oper "Il viaggio a Reims". 2017 gewann er fünf Preise beim Tenor Viñas Wettbewerb, was ihm Engagements in Paris, St. Petersburg, Navarra, Madrid, Budapest und Buenos Aires einbrachte.

"Er hat eine Stimme, die einfach und stimmig in die hohen Tonlagen kommt", meint Jonathan Friend. "Es ist kein Problem für ihn, hohe Töne zu singen, hohe Töne laut zu singen - und sie auch schön zu singen."

Adriana Gonzalez überzeugte als Sopranistin

​Auch Adriana Gonzalez heimste gleich zwei Preise ein: Den ersten und den Pepita Embil Zarzuela-Preis. Die Gualtematekin weist auf die Rolle Plácido Domingos hin: "Es ist so inspirierend zu sehen, wie er sich jungen Sängern widmet und ihnen so viel Aufmerksamkeit schenkt."

Adriana Gonzalez studierte Gesang an der Universidad del Valle und gewann bereits 2009 den New Upcoming Artist Award der Hemeroteca Nacional de Guatemala. Nach Abschluss des Studiums sang sie beim Opernstudio der Pariser Oper und erhielt außerdem Rollen am Opernhaus Zürich. 2016 gewann sie den ersten Preis des Otto Edelmann Wettbewerbs und den Preis der Oper Burg Gars. 2017 wurde sie mit dem Prix Lyrique du Cercle Carpeaux ausgezeichnet.

Plácido Domingo: "Adriana hat vom ersten Tag an so wunderbar gesungen."

Die 27-Jährige hatte nicht die besten Ausgangsbedingungen für eine musikalische Karriere: "Leider haben wir noch kein Opernhaus. Aber eines Tages werden wir eins haben. In Guatemala gibt es vielleicht drei Lehrer. Und eine von ihnen ist leider vor zwei Wochen gestorben. Sie war meine Lehrerin, ich freue mich, dass ich hier gewonnen habe - den Preis widme ich auch ihr."

Eine Schule für Talente

Erfahrungen sammeln, ein Netzwerk knüpfen, unter den persönlichen Fittichen Domingos arbeiten und sich potenziellen Auftraggebern und Opernhäusern vorstellen: Davon profitierten alle Finalisten und Gewinner des diesjährigen Wettbewerbs.

Zu der langen Liste renommierter Sängerinnen und Sänger, die bei Operalia bisher erfolgreich waren, gehören unter anderen die US-amerikanische Mezzosopranistin Joyce DiDonato, der mexikanische Tenor Rolando Villazón, die bulgarische Sopranistin Sonya Yoncheva und die französisch-dänische Sopranistin Elsa Dreisig.