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Jetzt erst recht: US-Kunden treten auf Gaspedale aus Europa

Jetzt erst recht: US-Kunden treten auf Gaspedale aus Europa
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Wundersame US-Wirtschaft: Laut Reuters wächst der Außenhandelsüberschuss der EU mit den USA und die US-Einzelhändler freuen sich über mehr Umsatz. Die Verbraucher kauften im vergangenen Monat vor allem mehr Fahrzeuge und Lebensmittel. Gleichzeitig fährt die US-Industrie ihre Produktion herunter.

In Zahlen :

Der von US-Präsident Donald Trump immer wieder kritisierte Exportüberschuss der EU-Länder im Handel mit den Vereinigten Staaten weitet sich aus.

Die Ausfuhr von Waren in die USA übertraf die Einfuhren von dort in den ersten neun Monaten diesen Jahres um rund 115 Milliarden Euro, ein Plus von etwa 13 Prozent, so das Statistikamt Eurostat. Im Vorjahreszeitraum betrug der Überschuss nur etwa 102 Milliarden Euro. Trump hat das Defizit seines Landes im Warenhandel mit der Europäischen Union wiederholt angeprangert und deshalb mehrfach mit Strafzöllen gedroht, unter anderem auf europäische Autos.

Während die EU-Exporte in die weltgrößte Volkswirtschaft zwischen Januar und September binnen Jahresfrist um 11,8 Prozent auf 334 Milliarden Euro zulegten, stiegen die Importe von dort in die EU um elf Prozent auf knapp 219 Milliarden Euro.

FLAUTE IN DER US-INDUSTRIE

Die US-Industrie hat im Oktober ihre Produktion spürbar heruntergefahren. Die Betriebe stellten 0,6 Prozent weniger her als im Vormonat, so die die US-Notenbank (Fed). Die gesamte Produktion - zu der auch Versorger und Bergbau beitragen - fiel im Oktober um 0,8 Prozent, doppelt so stark wie erwartet. Es zudem war der stärkste Rückgang seit Mai 2018.

Die Industrie macht etwa zwölf Prozent des Bruttoinlandsproduktes der USA aus. Ihre Aussichten haben sich angesichts der schwächeren Weltkonjunktur eingetrübt. Zudem dürfte ihr der eskalierende Handelskonflikt der USA mit China zu schaffen machen.

KASSEN KLINGELN

Trotzdem haben die US-Einzelhändler haben im Oktober ihren Umsatz leicht gesteigert. Ihre Erlöse kletterten um 0,3 Prozent zum Vormonat, so das Handelsministerium in Washington. Die Verbraucher kauften im vergangenen Monat vor allem mehr Fahrzeuge und Lebensmittel. Der Konsum macht gut zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung aus. Stütze für die Kauflaune der Amerikaner ist derzeit die niedrige Arbeitslosigkeit.

Wer darf sich freuen? Europas Exporteure von Fahrzeugen und Lebensmitteln?

Für die Einen dürfte US-Präsident Donald Trump seine Entscheidung über Autozölle für EU-Importwagen laut Medienberichten wahrscheinlich nochmal um sechs Monate verschieben. Das berichten die Nachrichtenagentur Reuters und das Nachrichtenportal „Politico“ unter Berufung auf EU-Funktionäre.

Und die Anderen hat es schon getroffen: Auf deutschem Wein, italienischem Käse, irischer Butter und weiteren Waren aus Europa lasten seit Mitte Oktober Strafzölle der US-Regierung.

OH LORD, WON'T YOU BUY ME A MERCEDES BENZ?

Möglich, dass die amerikanischen Autokäufer – völlig unpatriotisch – jetzt erst recht nochmal auf Gaspedale aus Europa treten wollen.

So steigerte Audi laut dem US-Portal "carsalesbase" seine Exporte im Oktober verglichen mit Vormonat und Vorjahr um rund 19 Prozent auf 19.172 Autos (September 16.130, Oktober 2018 16.056). BMW verkaufte 25.440 Autos – zwar weniger als im September (27.467) aber gut neun Prozent mehr als vor Jahresfrist (23.262). Mercedes legte leicht auf 32.130 Wagen zu (September 32.002, Oktober 2018 31.719), wie auch Porsche 5.447 nach 5.213 und 4.817) und Volkswagen (28.072 nach 26.947 und 29.000). Den Vogel schoss aber Alfa Romeo ab: 4.310 Autos gingen im September an US-Käufer, mehr als das Doppelte (+263 Prozent) als im Jahr zuvor (1.639).

Sigrid Ulrich mit Reuters

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