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Musica Highlights 2020: Puccinis "La Bohème" in Zürich

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Musica Highlights 2020: Puccinis "La Bohème" in Zürich
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Puccini - ein Meister der Emotionen: "La Bohème" gehört zu den beliebtesten Werken des Opernrepertoires. Der peruanische Tenor Juan Diego Flórez gab im März sein Debüt in der Rolle des Dichters Rodolfo an seiner Seite: Ruzan Mantashyan als Mimi am Opernhaus Zürich. Viele Theater sind derzeit geschlossen, deshalb zeigt Ihnen Musica Szenen aus der Generalprobe im Frühjahr.

Trotz schlechter Kritiken nach der Uraufführung 1896 im Teatro Regio in Turin wurde "La Bohème" ein Welterfolg. Sie gehört zum Standard-Repertoire vieler Häuser und ist eine der weltweit am häufigsten aufgeführten Opern. Es geht um Leben, Leiden und Lieben von gewöhnlichen Menschen. Sie ist die vierte der zwölf Opern Puccinis und gilt vielen als sein Meisterwerk.

Puccini trifft ins Herz

"'La Bohème' bringt uns zum Weinen. Denn es ist eine Geschichte, die uns alle berührt. Und wir können uns mit den Charakteren identifizieren", sagt Tenor Juan Diego Flórez. "Ich weine, wenn ich im Publikum sitze, und ich weine, wenn ich auf der Bühne stehe."

Sopranistin Ruzan Mantashyan findet: "Puccini hat diese Gabe, einen direkt ins Herz zu treffen."

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Ruzan Mantashyan beim Musica-Intervieweuronews

Puccini - Meister der Emotionen

Giacomo Puccini war ein Meister der Emotionen: er schuf unvergessliche und mitreißende Melodien wie in seiner zeitlosen Oper "La Bohème".

Mimi wird von Ruzan Mantashyan am Opernhaus Zürich einfühlsam porträtiert. Juan Diego Flórez fesselt in seinem Rollendebüt als Rodolfo und gibt Einblicke in die berühmte Arie: "'Che gelida manina' - das ist ein sehr zärtlicher Moment. Man darf nicht vergessen, daß alles dunkel ist. Alle Lichter sind aus. Er berührt die Hand von Mimi und fängt an zu singen."

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"La Bohème"-Generalprobe am Opernhaus Züricheuronews

"Eine Liebeserklärung an das Leben", fügt die armenische Sopranistin an. Die Geschichte dreht sich um die hoffnungslose Liebe zwischen der Näherin Mimi und des Dichters Rodolfo, die durch ihre Krankheit tragisch endet.

Puccinis Art zu komponieren verstärkt das Drama: "Er gibt dem Orchester eine Intensität, die einen erschauern lässt. Hollywood ließ sich von Puccini inspirieren. Als das Kino aufkam, ahmten alle diese Art von Musik nach, weil sie einen wirklich packt", so Flórez. "Die letzte Szene ist deshalb so berührend, weil die Musik die Vergangenheit heraufbeschwört und dieses Gefühl der Nostalgie berührt einen - und es hört sich wieder wie Filmmusik an."

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Juan Diego Flórez am Opernhaus Züricheuronews

Musik, die berührt und lehrt, so Ruzan Mantashyan: "Mimi weiß, dass sie stirbt. Sie hat es akzeptiert. Das ist etwas, was ich von ihr gelernt habe: Man muss wirklich den Moment genießen. Man kann sich hinsetzen und sich bemitleiden. Oder man lebt sein Leben und macht das Beste daraus."