Der Wärmeschub könnte länger anhalten als zunächst gedacht. Wettermodelle deuten auch für Oktober auf überdurchschnittliche Temperaturen hin - selbst der November könnte ungewöhnlich mild ausfallen.
Der Herbst hat offiziell begonnen - zumindest laut Kalender. Nach dem meteorologischen Herbstanfang am 1. September folgt nun am 23. September auch der kalendarische.
Ganz verabschieden will sich der Sommer aber offenbar trotzdem noch nicht: In den kommenden Tagen könnte es noch einmal richtig heiß werden - darauf deuten zumindest einige Wettermodelle hin.
Demnach steht Deutschland noch einmal ein spätsommerlicher Wärmeschub bevor. In den kommenden Tagen steigen die Temperaturen zunächst im Süden und Südwesten deutlich an, anschließend erreicht die Wärme auch weite Teile des übrigen Landes.
Meteorologe Dominik Jung von wetter.net erwartet für Sonntag und Montag im Süden und Südwesten Höchstwerte von bis zu 30 Grad.
Der Höhepunkt der ungewöhnlich warmen Wetterphase könnte nach Berechnungen des europäischen Prognosemodells zwischen dem 28. September und dem 1. Oktober erreicht werden.
Doch auch im Osten und in der Mitte Deutschlands steigen die Temperaturen deutlich.
Am Dienstag bleibt es ebenfalls mild bis warm. Im Süden rechnet der Meteorologe mit 22 bis 28 Grad, im Osten mit 24 bis 26 Grad und im Norden mit 21 bis 25 Grad.
Verantwortlich für diese Wetterlage ist Hoch "Zander". Wie Meteorologin Tanja Egerer vom Deutschen Wetterdienst (DWD) berichtet, sorgt das Hoch für zunehmend ruhiges und freundliches Wetter.
Besonders warmer Herbst?
Mit dem Monatswechsel muss der Wärmeschub möglicherweise noch nicht vorbei sein. Jung hält Anfang Oktober einen weiteren deutlichen Temperaturanstieg für möglich. Im Südwesten könnten dann erneut Höchstwerte von 30 oder sogar 31 Grad erreicht werden, schreibt er in einer Wetterkolumne für die HNA.
Auch für den weiteren Herbst deuten längerfristige Berechnungen derzeit auf überdurchschnittliche Temperaturen hin. Nach Jungs Einschätzung könnte die Jahreszeit insgesamt ein bis zwei Grad wärmer ausfallen als im langjährigen Mittel.
Besonders auffällig seien derzeit die Modellberechnungen für November. "Er soll diesmal komplett aus der Reihe tanzen - mit Temperaturabweichungen, bei denen selbst Profis kurz schlucken", schreibt Jung.
Solche längerfristigen Wetterprognosen sind allerdings mit deutlich größeren Unsicherheiten verbunden als Vorhersagen für die kommenden Tage. Ob sich der derzeit berechnete milde Trend bis in den November tatsächlich durchsetzt, lässt sich deshalb noch nicht zuverlässig sagen.