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Merkels schwere Erbe auf dem EU-Parket

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Merkels schwere Erbe auf dem EU-Parket
Copyright  STEFANIE LOOS/AFP
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Der nächste EU-Gipfel im Mai wird Angela Merkels 100. - wenn man die Videokonferenzen der letzten Monate mitzählt. Angesichts der bevorstehenden Bundestagswahlen im September dürfte dieser Gipfel aber einer ihrer letzten sein.

Ihre Christdemokratische Union schickt nun Armin Laschet als Kanzlerkandidaten ins Rennen, den NRW-Ministerpräsidenten. Ihm steht starke Konkurrenz der Grünen gegenüber, deren Kanzlerkandidatin ist Annalena Baerbock. Wer immer gewinnt, erbt den mächtigsten Sitz am EU-Ratstisch.

Deutschland sei das größte Land mit der stärksten Wirtschaft, da sei jeder Kanzler automatisch in einer starken Position, sagt Guntram Wolf von der Brüsseler Denkfabrik Bruegel. Merkels Stärke sei es stets gewesen, Verbündete und Netzwerke zu schaffen. Eine Qualität, die ihr Nachfolger erst noch beweisen müsse.

Merkel ist bekannt dafür, auf EU-Gipfeln starkes Durchhaltevermögen zu haben. Vielfach war die Klage von Teilnehmern zu hören, sie mache Kompromissvorschläge erst dann, wenn alle anderen zu müde und erschöpft sind.

Der sozialdemokratische Spitzenkandidat hat nur Außenseiterchancen: Olaf Scholz, Merkels Finanzminister. Die Chancen seiner Partei sind gering, nach der Wahl den Kanzler zu stellen. Aber die SPD könnte Teil jeder Koalition sein, wenn CDU und Grüne keine Mehrheit haben.

Die große Frage sei, welche Koalition Deutschland künftig regieren werde, sagt der EU-Blogger Jon Worth. Schwarz-Grün oder die umgekehrte Variante mit den Grünen als stärkster Partei? Beide Optionen seien wahrscheinlich die stabilsten Regierungskoalitionen.

Wie die Koalition am Ende auch aussehen mag, sie wird eine pro-europäische sein. Alle Nachfolgekandidaten teilen den breiten positiven Konsens in Deutschland über die Europäische Union.