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Wirtschaftschancen in Angola: interessant für Investoren

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Von Serge Rombi  & Damon Embling, Sabine Sans
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Wirtschaftschancen in Angola: interessant für Investoren
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Thema in Business Angola: Seit einigen Jahren arbeitet das Land daran, seine Wirtschaft breiter aufzustellen. An Ressourcen und Ideen mangelt es nicht. Einige Leute packen es an. So kann man lokal produzieren, Bedürfnisse befriedigen und Arbeitsplätze schaffen.

Lokale Ressourcen nachhaltig nutzen

Die Landschaft in den Außenbezirken von Huambo ist von Eukalyptusbäumen geprägt. Früher lieferten sie das Brennholz für die Dampflokomotiven der historischen Benguela-Eisenbahn. Heute dienen Eukalyptusbäume in Angola einem anderen Zweck.

"In dem ganzen Korridor, der nach Benguela führt, bis zu den Grenzen der Eisenbahnlinien, wachsen Eukalyptusbäume", erklärt der HabiTec-Geschäftsführer Feslisberto Capamba. "Wir haben sehr viele dieser Bäume. Das veranlasste uns zu einer Untersuchung, um sie zu verwerten. Die Lösung war, Schulmöbel zu produzieren ... aus Eukalyptusholz."

Zwar sind Schulmöbel der Schwerpunkt, aber das Sozialunternehmen beliefert auch andere Bereiche, wie den sozialen Wohnungsbau. Betriebsleiter Graciano Paiva erklärt:

"Es gibt eine Produktionslinie für Türen und Fenster, um das Baugewerbe zu unterstützen, die lokalen Bauunternehmen und andere auf nationaler Ebene in Angola. Wir produzieren auch Tische und Möbel für den Restaurant- und vor allem den Hotelsektor."

Die HabiTec-Fabrik produziert täglich 200 Tische, Stühle, Tafeln und andere Schulmöbel. Das Sozialunternehmen hat einen Vertrag mit der angolanischen Regierung über die Produktion von Schulmöbeln als Teil ihres Schulsanierungsprogramms im Wert von etwa 30 Millionen Dollar in den nächsten Jahren.

Ökologische Waldbewirtschaftung

HabiTec bezieht das Eukalytus-Holz von lokalen Gemeinden. Das Unternehmen hat sich zu einer ökologischen Waldbewirtschaftung verpflichtet. Für verkaufte Möbel, werden weitere Bäume gepflanzt - und sie wachsen schnell.

"Ein wichtiger Punkt ist die Wiederaufforstung", so der HabiTec-Geschäftsführer. _"Wir müssen also nicht zum Abholzen bereits bestehender, einheimischer Wälder übergehen, denn Eukalyptus ist in drei, vier oder sogar sechs Jahren verwertbar."
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Um Fertigungs-Know-how zu gewinnen, die Produktionsstandards sowie die Effizienz zu erhöhen, hat HabiTec eine Partnerschaft mit einem führenden internationalen Eukalyptusmöbelhersteller geschlossen.

Das Sozialunternehmen wurde 1998 in der Provinz Huambo gegründet. Das Bildungswesen erlebt eine Renaissance mit einem phänomenalen Wachstum der Schülerzahlen. Das beschert HabiTec einen großen Markt für seine Produkte.

HabiTec kurbelt die heimische Produktion an - inmitten der Coronakrise und in einer Zeit, in der Angola seine Wirtschaft breiter aufstellt. Dadurch verringert sich die Abhängigkeit von Importen und man schafft zudem Arbeitsplätze. Das ist ganz im Sinne der Regierungsinitiativen, die darauf ausgerichtet sind, diese Art von Unternehmen zu unterstützen.

Die Mitarbeiter sind stolz auf das, was sie tun: "Für mich hat das eine große Bedeutung, da viele Unternehmen geschlossen werden. Dieses ist eines der wenigen, das noch weiterbesteht. Das sind die Auswirkungen des Coronavirus", meint Techniker Eurico Mangonga.

Made in Angola und langlebig

Die Vida Pacifica Public School Number 5143 in Zango in der Provinz Luanda ist mit HabiTec-Möbeln ausgestattet:

"Die Schule verwendet diese Möbel nicht nur, weil sie aus nationaler Herstellung stammen, sondern auch weil sie lange haltbar sind", so der Direktor Aidino Gonçalves. Auch die Schüler geben den Stühlen und Tischen Bestnoten. Schülerin Vandira Ngola sagt: "Sie sind gut und bequem. Sie sind sehr praktisch. Sie sind leicht, man kann sie anheben und hier gibt es einen Platz, wo man seine Tasche ablegen kann."

Die Schule legt Wert auf Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung in einer Periode, in der Angola eine zukunftsfähige Wirtschaft aufbaut. Schuldirektor Aidino Gonçalves meint:

"Damit diese nachhaltige Entwicklung funktioniert, ist es entscheidend, dass die Gesellschaft selbst und unsere Unternehmer, die öffentlich-privaten Partnerschaften sich entwickeln. Wenn wir das schaffen, werden wir diesen kleinen Unternehmen helfen, sich zu entfalten, um Gemeinden, Nachbarschaften und sogar unser Land zu entwickeln."