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Hitzige Debatte in Europa über Impfpflicht

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Von Stefan Grobe  & Pedro Sacadura
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Hitzige Debatte in Europa über Impfpflicht
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Europa ist am Wochenende von einer Welle des Protests gegen die jüngsten Anti-Coronavirus-Maßnahmen erfasst worden. In den Niederlanden und Belgien am es dabei zu Zusammenstößen mit der Polizei. Die Demonstrationen richteten sich gegen Impfungen und für die Entscheidungsfreiheit.

Natürlich lebe man in einem freien Land mit Meinungs- und Versammlungsfreiheit, so Belgiens Ministerpräsident Alexander De Croo. Es sei aber inakzeptabel, wenn eine Demonstration in einer Gewaltwelle ende. Erst recht, wenn sich diese Gewalt gegen die Polizei richte.

Am Montag danach - ein Impfzentrum in Brüssel. Hier bekommen Menschen über 65 ihren Booster-Shot. Wenn sie ihn wollen. Die Meinungen darüber gegen auseinander, ob diese Impfung Pflicht werden soll - wie in Österreich ab dem kommenden Februar.

Es besteht nun die Gefahr einer sozialen Konfrontation zwischen denen, die geimpft und denen, die es nicht sind. Für den Epidemiologen Yves Coppieters von der Freien Universität Brüssel ist Überzeugung besser als Zwang.

Der Riss in der Bevölkerung zwischen den Geimpften und den Nicht-Geimpften werde immer größer, sagt er. Man wisse aber, dass nur alle Maßnahmen gegen das Virus, wenn sie von allen respektiert würden, den Schaden der neuen Welle eindämmen könnten. Dazu zählten die Impfungen sowie die Abstandsregeln.

Politisch sei es schwer, hier ein Gleichgewicht zu finden, doch medizinisch müssten die Maßnahmen noch verschärft werden. Diese Maßnahmen müssten vor allem die Bevölkerung zum Einhalten der Regeln sensibilisieren.

Als Arzt ist er indes gegen eine Impfpflicht, solange die Langzeitwirkungen nicht restlos geklärt seien. Stattdessen wirbt er für eine soziale Debatte, ob die Menschen zu regelmäßigen Impfungen bereit seien.