Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Overtourism: Wo in Europa reagieren die Menschen am feindlichsten auf Urlauber?

Mit dem Boom des Tourismus in Europa wachsen die Konflikte mit Einheimischen um Wohnraum und steigende Lebenshaltungskosten.
Tourismus-Boom in Europa: Konflikte mit Anwohnern um Wohnraum und steigende Kosten nehmen zu. Copyright  Euronews
Copyright Euronews
Von Inês Trindade Pereira & Loredana Dumitru
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare
Teilen Close Button
Den Link zum Einbetten des Videos kopieren Copy to clipboard Link kopiert!

Europa erlebt einen Tourismusboom, doch vielerorts wächst der Ärger der Einheimischen über Wohnungsmangel und hohe Preise. Wo ist der Widerstand gegen den Touristen und Touristinnen und den Massentourismus am stärksten?

Der Tourismus ist für viele EU-Länder eine wichtige Einnahmequelle, aber er wird auch immer mehr zu einer Quelle des Ärgers für die Einheimischen. Wohnungsnot und hohe Preise in Urlaubsgebieten machen den Menschen vor Ort das Leben schwer.

WERBUNG
WERBUNG

Spanien, Italien und Frankreich sind die drei europäischen Länder, in denen der Widerstand gegen den Massentourismus am stärksten ist, wie eine neue Studie der digitalen Plattform JB.com zeigt.

Offizielle Zahlen geben einen Hinweis darauf, warum das so ist: In den ersten vier Monaten des Jahres 2026 ist die Zahl der Touristen und Touristinnen in Spanien um 3,4 Prozent gestiegen, und das Land erwartet nach Angaben des Tourismusministeriums im Juni 2026 einen Anstieg der Passagiere bei den ankommenden internationalen Flügen um 7,1 Prozent im Vergleich 2025.

Auch für Italien und Frankreich wird im Juni ein Anstieg von 12 Prozent bzw. 2,6 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2025 erwartet, heißt es in einer Pressemitteilung des spanischen Tourismusministeriums.

Im Gegensatz dazu sind Zypern und Albanien laut JB.com die besucherfreundlichsten Länder in Europa, in denen es keine dokumentierten Proteste gegen den Tourismus gibt. Reisende müssen dort auch nur minimale Regeln beachten.

In der Studie wurden die Intensität der Proteste gegen den Massentourismus, die Medienaufmerksamkeit, die Tourismussteuern und das Verhältnis zwischen Reisenden und Einheimischen in 30 Ländern weltweit analysiert.

In welchen Städten gab es die meisten Proteste gegen den Massentourismus?

Spanien, das unter den 30 untersuchten Ländern an erster Stelle steht, verzeichnete zahlreiche Proteste gegen den Massentourismus in mehr als 40 Städten im ganzen Land, von Barcelona bis zu den Kanarischen Inseln.

Nach Katalonien, die nordöstliche Region, in der Barcelona liegt, kamen im Jahr 2025 rund 20,1 Millionen Touristen und Touristinnen, 0,6 Prozent mehr als 2024. Es folgten die Balearen und die Kanarischen Inseln.

Im Juni 2025 zogen Demonstrierende mit Plakaten mit der Aufschrift "Der Tourismus tötet Barcelona" durch die Innenstadt der katalanischen Metropole und bespritzten Menschen an touristischen Hotspots mit Wasserpistolen.

Menschen demonstrieren während eines Protestes gegen den Übertourismus in Barcelona, Spanien, Sonntag, 15. Juni 2025.
Menschen marschieren bei einem Protest gegen den Übertourismus in Barcelona, Spanien, Sonntag, 15. Juni 2025. Copyright 2025 The Associated Press. All rights reserved

Aber auch in Italien gab es Proteste: in Venedig, Rom, Florenz, Neapel und Mailand.

Einige Aktivisten und Aktivistinnen haben die Schlüsselkästen von Kurzzeitvermietern sabotiert, um ihre Unzufriedenheit mit dem Mangel an erschwinglichen Unterkünften für Einheimische zu zeigen.

Im Bemühen, den Übertourismus einzudämmen, verlangte und verlangt Venedig im April, Mai, Juni und Juli an bestimmten Terminen von Freitag bis Sonntag wieder eine Gebühr von Tagesausflüglerinnen und -ausflüglern.

In Frankreich gab es Proteste in Marseille, Nizza und Paris sowie zunehmenden Aktivismus gegen Kreuzfahrtschiffe, was auch den aktiven Widerstand der Bewohnerinnen und Bewohner sowohl an den Küsten widerspiegelt.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare

Zum selben Thema

Tourismus zwischen der Türkei und Griechenland boomt – aber einseitig

Krieg mit Iran: Warum einige Airlines Ticketpreise senken

So gelingt der verantwortungsvolle Tagesausflug in Europas Overtourismus-Städten