Eine Frau in einer ländlichen Gegend Polens hatte auf dem morgendlichen Weg zur Arbeit ein Reh angefahren. Weil sie es sehr eilig hatte, aber helfen wollte, packte sie das Tier in ihr Auto.
Góra Św. Anny ist eine kleine, von Wäldern umgebenen Stadt in der Woiwodschaft Oppeln (Opolskie). Dort auf einer Straße hatte die Frau angehalten, um sich das angefahrene Tier anzusehen, bemerkte, dass das Reh noch lebte und hatte Mitgefühl mit ihm.
Sie packte sie das Reh spontan in ihr Auto, fuhr zur Arbeitsstelle und rief während der Fahrt die Polizei. Wie die 45-Jährige erklärte, konnte sie nicht am Unfallort warten, weil sie es eilig hatte, zur Arbeit zu kommen.
Die Polizei berichtet, dass die Beamten "ihre Überraschung nicht verbergen konnten", als sie das Reh im Auto sahen. Laut ihrem Bericht lag es ruhig auf dem Beifahrersitz, zugedeckt mit einer Decke.
Ein herbeigerufener Tierarzt stellte keine ernsthaften Verletzungen des Tieres fest. Das Reh wurde wieder in den Wald entlassen.
Die Fahrerin handelte zwar in gutem Glauben, wurde aber von der Polizei angewiesen, das nächste Mal am Unfallort zu warten. Schließlich ist ein Reh - selbst ein ruhiges - ein wildes Tier und kann sich, auf engem Raum eingesperrt, unberechenbar verhalten.
Wildunfälle: Opfer auf beiden Seiten
Unfälle mit Tieren sind ein ernstes Problem, jedes Jahr geschehen Tausende von Zusammenstößen.
In Deutschland sterben jedes Jahr etwa 10-20 Menschen durch Wildtierunfälle, rund 2.000–3.000 werden verletzt, teilweise schwer - die Zahlen hierzulande sind ähnlich wie in Polen.
Für Tiere sind diese Unfälle viel häufiger tödlich – Hunderttausende bis Millionen Wildtiere sterben insgesamt jedes Jahr auf deutschen Straßen.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Wildtiere Straßen überqueren, ist besonders hoch in der Dämmerung, also morgens oder abends, da viele Arten dämmerungs- oder nachtaktiv sind.
Zusätzlich schwankt das Risiko je nach Jahreszeit: Im Frühjahr (März–Mai) sind viele Tiere, wie Rehe und Hirsche, auf der Suche nach Nahrung oder wegen der Paarungszeit unterwegs, und junge Tiere erkunden erstmals ihre Umgebung. Im Herbst (September–November) steigt die Aktivität durch die Ranzzeit, Wanderungen und Futtersuche, wodurch Tiere oft längere Strecken zurücklegen.
Wildschweine sind das ganze Jahr über aktiv, besonders nach Sonnenuntergang, was zusammen mit schlechter Sicht in der Dämmerung die Unfallgefahr deutlich erhöht. Autofahrer sollten daher besonders in diesen Jahreszeiten und Tageszeiten aufmerksam sein.