Der Iran hat Kuwait und Saudi-Arabien beschossen, nachdem iranische Elektrizitätswerke angegriffen worden waren. Derweil sagt US-Präsident Trump, der Krieg habe einen Regimewechsel herbeigeführt, und spricht von einer baldigen Einigung.
Nach Angriffen auf seine Elektrizitätswerke hat der Iran am späten Sonntag Kuwait und Saudi-Arabien beschossen. Auch die Angriffe zwischen Iran und Israel gingen der Nachrichtenagentur AP zufolge in der Nacht und am frühen Morgen weiter.
Derweil sagte US-Präsident Donald Trump, der Krieg habe zu einem Regimewechsel geführt und es könne "bald" eine Einigung mit dem Iran erzielt werden. Unter Verweis auf die Zahl der iranischen Führer, die bei den Angriffen auf den Iran getötet wurden, erklärte Trump vor Reportern an Bord der Air Force One, der Regimewechsel sei bereits vollzogen worden. "Wir haben es mit anderen Leuten zu tun als jemals zuvor. Es ist eine ganz andere Gruppe von Menschen. Ich würde das also als Regimewechsel betrachten."
Die Frage der Reporter, ob der Iran auf den von den USA vorgeschlagenen 15-Punkte-Plan für einen Waffenstillstand reagiert habe, bejahte er: "Sie haben uns die meisten der Punkte zugestanden. Warum sollten sie nicht?"
In Pakistan versucht die Regierung, aus ihren Beziehungen zum Iran und den Golfstaaten sowie aus den sich anbahnenden Kontakten zu Trump Kapital zu schlagen, um Friedensgespräche zu vermitteln.
"Pakistan ist sehr froh, dass sowohl der Iran als auch die USA ihr Vertrauen in Pakistan zum Ausdruck gebracht haben, um die Gespräche zu erleichtern", sagte Außenminister Ishaq Dar.
Der Sprecher des iranischen Parlaments Mohammad Bagher Ghalibaf hat Washington jedoch vorgeworfen, die Diplomatie als Nebelkerze zu benutzen: "Der Feind sendet öffentlich Botschaften von Verhandlungen und Dialog, während er insgeheim einen Bodenangriff plant", warnte er in einer von der amtlichen Nachrichtenagentur IRNA veröffentlichten Erklärung. "Unsere Männer warten auf die Ankunft der amerikanischen Soldaten am Boden, um sie in Brand zu setzen und ihre regionalen Verbündeten ein für alle Mal zu bestrafen."
Trotz der diplomatischen Bemühungen haben die Vereinigten Staaten auch mehr Militär in die Region verlegt. Die USS Tripoli, ein amphibisches Angriffsschiff mit rund 3.500 Marinesoldaten und Matrosen an Bord, traf am Freitag im Nahen Osten ein.
Nach Angaben der Washington Post bereitete das Pentagon wochenlange Bodenoperationen vor, zu denen auch Angriffe auf Ziele in der Nähe der Straße von Hormus gehören könnten. Trump hat allerdings einen Einsatz noch nicht genehmigt.
Stromausfälle in Teheran und Umgebung
Am Sonntag waren iranische Elektrizitätswerke angegriffen und die Stromversorgung in Teilen Teherans und der umliegenden Gebiete unterbrochen worden. Das iranische Energieministerium meldete am Sonntag Stromausfälle in der Hauptstadt Teheran, ihrer Umgebung und der benachbarten Provinz Alborz "nach Angriffen auf Einrichtungen der Elektrizitätswirtschaft".
Dem staatlichen Fernsehen zufolge wurde der Strom in diesen Gebieten abgeschaltet, und es würden Anstrengungen unternommen, "um das Problem zu lösen".
Trump hat in der Vergangenheit damit gedroht, iranische Kraftwerke anzugreifen, wenn Teheran nicht über ein Friedensabkommen verhandelt, und wiederholt eine Frist dafür gesetzt.
Bei einem iranischen Vergeltungsschlag auf ein Kraftwerk und eine Wasserentsalzungsanlage in Kuwait wurden ein indischer Arbeiter getötet und ein Gebäude der Anlage beschädigt, wie das Elektrizitätsministerium des Golfstaates am Montag mitteilte.
Das saudi-arabische Verteidigungsministerium erklärte, seine Streitkräfte hätten fünf ballistische Raketen entdeckt und abgefangen.
Israel will Invasion im Südlibanon ausweiten
Israel setzt derweil die Bodeninvasion in seinem nördlichen Nachbarland Libanon fort. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte am Sonntag, er habe das Militär angewiesen, "die bestehende Sicherheitszone weiter auszudehnen".
"Damit soll die Bedrohung durch eine Invasion (der Hisbollah-Kämpfer) endgültig neutralisiert und der Beschuss durch Panzerabwehrraketen von der Grenze verhindert werden", erklärte er. "Der Iran ist nicht mehr derselbe Iran, die Hisbollah ist nicht mehr dieselbe Hisbollah und die Hamas ist nicht mehr dieselbe Hamas."
"Das sind keine terroristischen Armeen mehr, die unsere Existenz bedrohen - es sind besiegte Feinde, die um ihr eigenes Überleben kämpfen. Wir sind entschlossen, wir kämpfen, und mit Gottes Hilfe gewinnen wir."
Zahl der Todesopfer steigt weiter
Das libanesische Gesundheitsministerium teilte am Sonntag mit, dass seit Beginn des jüngsten Krieges mit der Hisbollah am 2. März 1.238 Menschen durch israelische Angriffe getötet worden seien.
Darunter befänden sich 124 Kinder. Mehr als 3.500 Menschen seien verwundet worden. Allein am Samstag und Sonntag seien 49 Menschen getötet worden, darunter 10 Rettungskräfte und drei Journalisten.
Die UN-Friedenstruppe im Libanon (UNIFIL) teilte mit, dass einer ihrer Friedenssoldaten getötet worden sei: "Ein Friedenssoldat kam gestern Abend auf tragische Weise ums Leben, als ein Projektil in einer UNIFIL-Stellung in der Nähe von Adchit Al Qusayr explodierte", hieß es in der Erklärung vom Montag. "Ein weiterer wurde schwer verletzt."
Man kenne den Ursprung des Geschosses nicht, habe aber eine Untersuchung eingeleitet, um dies herauszufinden.
Die iranische Regierung hat in den vergangenen Tagen keine aktualisierte Gesamtzahl der Opfer veröffentlicht, aber die in den USA ansässige Human Rights Activists News Agency (HRANA) berichtete am Samstag, dass mindestens 3.461 Menschen getötet worden seien, darunter 1.551 Zivilisten, von denen mindestens 236 Kinder waren.
Nach Angaben der israelischen Rettungsdienste und Behörden wurden bei Angriffen auf israelischer Seite seit Beginn des Krieges 19 Zivilisten getötet. Die Behörden der Golfstaaten und das US-Zentralkommandos (CENTCOM) meldeten 38 Tote, darunter 19 Zivilisten. Das CENTCOM hat bestätigt, dass sechs US-Soldaten in Kuwait und einer in Saudi-Arabien getötet wurden.