Der FIFA-Verband leitet nach rassistischen Vorfällen während des Freundschaftsspiels am 31. März in Cornellà ein Disziplinarverfahren ein. Auch die Mossos und die Staatsanwaltschaft ermitteln. Indes sprechen sich Politik und Fußballer gegen Diskrimierung aus.
Gegen die spanischen Fußballer läuft jetzt ein Verfahren. Wegen rassistischer Gesänge während des Freundschaftsspiels zwischen Spanien und Ägypten am 31. März im RCDE-Stadion in Cornellà hat die FIFA ein Disziplinarverfahren gegen den Königlichen Spanischen Fußballverband (RFEF) eröffnet.
Der Weltfußballverband hat diese Entscheidung getroffen, nachdem die Vorfälle im Schiedsrichterbericht des Spiels festgehalten wurden, wie in einer Erklärung bekannt gegeben wurde. Derzeit hat die FIFA noch keine möglichen Sanktionen genannt.
Während des Spiels skandierte ein Teil der Zuschauer islamfeindliche Parolen. Die Lautsprecheranlage und die Bildschirme im Stadion erinnerten die Zuschauer daran, dass ein solches Verhalten verboten ist, doch die Gesänge gingen weiter.
Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Der spanische Nationaltrainer Luis de la Fuente bezeichnete dieses Verhalten als "inakzeptabel" und betonte, dass "Fußball nicht gewalttätig ist" und dass diejenigen, die sich so verhalten, den Sport nicht repräsentieren.
Der spanische Fußballverband RFEF bekräftigte seinerseits die Ablehnung jeglicher Form von Rassismus oder Gewalt in den Stadien.
Auch der spanische Nationalspieler Lamine Yamal verurteilte den Vorfall in den sozialen Medien. "Es ist falsch, eine Religion zu benutzen, um Menschen zu verspotten", schrieb er in einer Nachricht, in der er zu Respekt auf und neben dem Spielfeld aufrief.
Ermittlungen der Mossos
Parallel zum Sportsender haben die Mossos d'Esquadra, die autonome Regionalpolizei Kataloniens in Spanien, eine Untersuchung des Vorfalls eingeleitet. Dafür ist die Stelle der katalanischen Staatsanwaltschaft für Hassverbrechen und Diskriminierung verantwortlich.
Am vergangenen Sonntag brachte Außenminister José Manuel Albares seinem ägyptischen Amtskollegen die Ablehnung der Regierung gegenüber den rassistischen Gesängen zum Ausdruck, die beim Spiel Spanien gegen Ägypten zu hören waren. Der ägyptische Politiker betonte seinerseits, dass Spanien "ein tolerantes und pluralistisches Land" sei und bekräftigte seine Ablehnung von Rassismus und Gewalt.
Der Fall liegt nun in den Händen der FIFA-Disziplinarkommission, die entscheiden muss, ob sie den spanischen Verband wegen der Vorfälle auf der Tribüne in Cornellà mit Sanktionen belegen wird.