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Hat Ukraines Botschafterin Wein gestohlen? Was hinter dem viralen Video steckt

Die ukrainische Botschafterin Olha Stefanishyna spricht während einer Anhörung eines Unterausschusses des US-Senats, 3. Dezember 2025, in Washington, DC.
Die ukrainische Botschafterin Olha Stefanishyna spricht während einer Anhörung eines Unterausschusses des US-Senats, 3. Dezember 2025, in Washington, DC. Copyright  AP Photo/Mariam Zuhaib
Copyright AP Photo/Mariam Zuhaib
Von Estelle Nilsson-Julien
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Nutzer sozialer Medien haben fälschlicherweise behauptet, dass virale Aufnahmen zeigen, wie der ukrainische Botschafter in den USA inmitten des Chaos nach der Schießerei beim White House Correspondents' Dinner Champagnerflaschen von freien Tischen stiehlt.

Im Internet verbreiten sich falsche Gerüchte, wonach die ukrainische Botschafterin in den USA, Olha Stefanishyna, mehrere Flaschen Wein gestohlen haben soll. Zuvor hatte ein Bewaffneter das Feuer eröffnet und versucht, das jährliche White House Correspondents' Dinner (WHCD) zu stürmen.

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Die Vorwürfe gegen Stefanishyna gewannen an Dynamik, nachdem ein in sozialen Medien verbreitetes Video Hunderttausende Aufrufe erzielte und mit unbelegten Behauptungen versehen wurde.

Das Video zeigt eine Frau, die nach der versuchten Schießerei im Washington Hilton Hotel am 25. April mehrere Weinflaschen unter den Arm nimmt.

Der Raum wirkt nach der Absage des Dinners, an dem auch US-Präsident Donald Trump teilgenommen hatte, weitgehend leer.

Bei der im Video gezeigten Frau handelt es sich jedoch nicht um die Botschafterin.

Einige der Beiträge, in denen behauptet wird, Stefanishyna habe während des Chaos den Wein gestohlen.
Einige der Beiträge, in denen behauptet wird, Stefanishyna habe während des Chaos den Wein gestohlen. Euronews

Ein Abgleich der Kleidung liefert einen klaren Hinweis: Das Outfit von Olha Stefanishyna bei der Veranstaltung unterscheidet sich deutlich von dem der Frau im Video.

Die Frau, die die Flaschen an sich nimmt, trägt ein schwarzes, geschlitztes Kleid unter einem dunklen Pelzmantel. Stefanishyna hingegen erschien in einem silbernen, gerüschten Feder-Ensemble, das auch auf Vorher-Nachher-Fotos zu sehen ist, die sie selbst auf Facebook veröffentlicht hat.

Das Faktencheck-Team von Euronews, The Cube, konnte die Identität der Frau in dem kursierenden Video zwar nicht unabhängig verifizieren. Nach Abgleich der verfügbaren Bilder lässt sich jedoch feststellen: Es handelt sich nicht um Stefanishyna.

Das Abendessen hatte kaum begonnen, als Cole Tomas Allen – der am Montag wegen eines versuchten Attentats auf Donald Trump angeklagt wurde – an einer Sicherheitsbarrikade nahe dem Ballsaal des Washington Hilton Hotels vorbeirannte. Es kam zu einem Schusswechsel mit Agenten des Secret Service, die für die Sicherheit der Veranstaltung zuständig waren.

Während Trump und First Lady Melania Trump gemeinsam mit ihrem engsten Kreis aus dem Saal evakuiert wurden, suchten Journalisten Schutz unter Tischen. Der Raum wurde vor ihrer Evakuierung abgeriegelt.

Die White House Correspondents' Association (WHCA) organisiert das jährliche Dinner für das Washingtoner Pressekorps. Laut eigener Website ist die Veranstaltung die "Haupteinnahmequelle" der Organisation. Eintrittskarten werden an Mitgliedsmedien verkauft.

Teilnehmer zahlen für ihre Tickets und erhalten dafür unter anderem Essen und Getränke. Der Vorwurf, die Frau im Video habe Wein gestohlen, ist vor diesem Hintergrund nicht haltbar.

Einige Nutzer in sozialen Netzwerken verknüpften die falschen Behauptungen über Olha Stefanishyna zudem mit nicht zusammenhängenden Korruptionsvorwürfen.

Stefanishyna steht wegen des Verdachts vor Gericht, zwischen 2013 und 2014 – damals als Referatsleiterin im ukrainischen Justizministerium – mehr als 2,5 Millionen Hrywnja an öffentlichen Geldern veruntreut zu haben.

Der Fall wird von ukrainischen Antikorruptionsbehörden untersucht, darunter das National Anti-Corruption Bureau of Ukraine sowie die Spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft (SAPO).

Stefanishyna weist die Vorwürfe zurück und argumentiert, etwaige Unregelmäßigkeiten stammten aus einer früheren politischen Ära.

Für Trump war es die erste Teilnahme an dem jährlichen Dinner der WHCA, nachdem er während seiner ersten Amtszeit sowie im ersten Jahr seiner zweiten Amtszeit ferngeblieben war.

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