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Nach Plagiatsskandal: Ex-Cambridge-Professor Jason Arday tot in Wohnung gefunden

Jason Arday
Jason Arday Copyright  AP Photo
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Von Gavin Blackburn & Euronews
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Arday sorgte 2023 als jüngster schwarzer Professor Großbritanniens für Schlagzeilen. Nur etwa ein Prozent der britischen Professoren sind Schwarze – damit ist jede Berufung in eine solche Position von großer Bedeutung. Zuletzt sah Arday sich zunehmenden Plagiatsvorwürfen ausgesetzt.

Jason Arday, ehemals Professor an der Universität Cambridge und im Mittelpunkt eines Plagiatsskandals, ist in seinem Haus im Londoner Stadtteil Battersea tot aufgefunden worden, wie britische Medien am Freitagabend berichteten.

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Arday war in der vergangenen Woche von seinen Aufgaben an der Universität Cambridge zurückgetreten, kurz nachdem die angesehene britische Hochschule eine Untersuchung der Vorwürfe gegen ihn angekündigt hatte.

Er hatte 2023 für Schlagzeilen gesorgt, als ihn die Universität zum bislang jüngsten schwarzen Professor berief. Danach sah er sich jedoch immer mehr Anschuldigungen ausgesetzt, Teile seiner Doktorarbeit abgeschrieben zu haben.

Zudem wurden Zweifel an einigen seiner angegebenen Leistungen laut. Arday und seine Unterstützer erklärten, Teile der Kritik seien rassistisch motiviert.

Rücktritt war "der einzige Weg"

In einem online veröffentlichten Schreiben erklärte er, sein Rücktritt sei „der einzige Weg“, um eine „schwierige Zeit“ zu beenden. Zugleich betonte er, die Entscheidung dürfe nicht „mit einer Zustimmung zu den Erzählungen verwechselt werden, die sich um mich gebildet haben“.

„Es ist schlicht die Entscheidung eines Menschen, der die Grenze dessen erreicht hat, was man einem Menschen vernünftigerweise zumuten kann“, schrieb er.

Der 41-Jährige teilte mit, er lege seine Professur für Soziologie der Bildung in Cambridge sowie seine Fellowship am Jesus College der Universität mit sofortiger Wirkung nieder.

Der Streit war entbrannt, nachdem der Wissenschaftler Nathan Cofnas, der sich selbst als „Rassenrealist“ bezeichnet, zahlreiche mutmaßliche Plagiatsstellen in Ardays wissenschaftlichen Arbeiten gefunden hatte. Cofnas selbst hatte 2024 seine Stelle in Cambridge verloren.

Arday bestritt die Vorwürfe nicht grundsätzlich, erklärte aber, einige Fehler in seinen frühen wissenschaftlichen Arbeiten seien auf seinen Autismus zurückzuführen. Er habe Informationen mithilfe von Nachahmung verarbeitet.

„Wir sprechen hier über die Wissenschaft. Ich habe niemanden ermordet. Ich finde, die Grausamkeit, die ich erfahren habe, und die Darstellung meiner Person als eine Art Lügner und Fantast sind völlig inakzeptabel“, sagte Arday Anfang August der Times.

Cambridge University: "Schockiert und zutiefst betroffen"

Die Universität hatte Arday im Juni noch entschieden in Schutz genommen. Sie sprach von „einer üblen Kampagne, die seine Glaubwürdigkeit untergraben soll“. Man habe die Plagiatsvorwürfe gegen seine „Dissertation und Fachartikel“ von „der zuständigen Einrichtung“ und den Fachzeitschriften prüfen und zurückweisen lassen, hieß es.

Anfang dieser Woche kündigte Cambridge dann eine unabhängige Untersuchung der Umstände seiner Berufung an. In einem Schreiben an die Universitätsmitarbeiter erklärte Vizekanzlerin Deborah Prentice:

„Ich habe volles Verständnis für die Bedenken, die an der gesamten Universität und darüber hinaus im Zusammenhang mit der Berufung von Jason Arday geäußert werden, und ich teile sie.“

Als die Nachricht von seinem Tod bekannt wurde, zeigte sich die Universität in einer Stellungnahme „schockiert und zutiefst betroffen“ über den Tod ihres ehemaligen Kollegen. „Unsere Gedanken und unser tiefstes Mitgefühl gelten seinen Freunden und seiner Familie in dieser zutiefst traurigen Zeit“, hieß es weiter.

Arday erschien nicht zur Vorstellung seiner Memoiren

Auch die Durham University, an der Arday ebenfalls tätig war, würdigte ihn als „freundlichen und warmherzigen Menschen, der sich aktiv dafür einsetzte, Doktoranden neue Möglichkeiten zu eröffnen“.

Der Professor für Black Studies und Freund von Arday, Kehinde Andrews, sagte der Sendung BBC Newsnight, Arday sei nach seinem Rücktritt von der Universität Cambridge „sehr niedergeschlagen“ gewesen.

„Er war sehr aufgewühlt. Er hatte das Gefühl, dass es keinen Ausweg gab. Er verließ praktisch nicht mehr das Haus und hatte viel Gewicht verloren“, sagte Andrews.

Am vergangenen Wochenende sagte Arday eine Veranstaltung zur Vorstellung seiner Memoiren ab. Sein Verlag Simon & Schuster hatte zuvor angekündigt, dass „Great And Unfortunate Things“ am 27. August in Großbritannien erscheinen soll. In den USA wurde das Buch bereits Anfang dieser Woche veröffentlicht.

Darin erzählt Arday seine Lebensgeschichte: Bis zu seinem 11. Lebensjahr war er nicht verbal, Lesen und Schreiben lernte er erst mit 18 Jahren. Anschließend durchlief er eine Reihe von „unwahrscheinlichen Erfolgen und herzzerreißenden Rückschlägen“, bevor er zum Professor für Soziologie der Bildung an der Universität Cambridge berufen wurde.

Die Todesursache von Jason Arday ist bislang nicht bekannt. Die Polizei bezeichnete den Tod als unerwartet, aber nicht verdächtig. Die Ermittlungen laufen, ein Bericht soll an den zuständigen Gerichtsmediziner gehen.

Weitere Quellen • AFP

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