Die anhaltende Hitze lässt die Blaualgen in der Ostsee derzeit massiv wachsen. Vor allem die hohen Wassertemperaturen und sonniges Wetter begünstigen die Vermehrung der Cyanobakterien, die sich an der Oberfläche zu teils großflächigen Teppichen sammeln.
In der Ostsee haben sich derzeit großflächige Ansammlungen von Blaualgen ausgebreitet. Satellitenbilder zeigen Algenteppiche unter anderem vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns zwischen Rostock und Hiddensee. Auch an mehreren Stränden wurden die Cyanobakterien beobachtet – unter anderem bei Warnemünde, Kühlungsborn und Heiligendamm.
Die Behörden raten Badegästen, sichtbare Algenansammlungen zu meiden und dort nicht ins Wasser zu gehen. In Warnemünde wurde beispielsweise für mehrere Strandabschnitte vorsorglich vom Baden abgeraten, nachdem ein Algenteppich entdeckt und Blaualgen nachgewiesen worden waren.
Auch an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste gibt es Warnungen, unter anderem im Raum Grömitz und Kellenhusen, ebenso an der polnischen Ostseeküste. Vier Strände wurden dort wegen eines starken Blaualgenbefalls gesperrt – darunter Badeorte auf der Halbinsel Hel sowie an der Danziger Bucht.
Blaualgen sind eigentlich Cyanobakterien, die natürlicherweise in der Ostsee vorkommen. Bei hohen Wassertemperaturen und bestimmten Wetterbedingungen können sie sich jedoch massenhaft vermehren und an der Wasseroberfläche zusammenballen. Wind und Strömungen können die Teppiche innerhalb weniger Stunden verlagern oder wieder auflösen.
Für Menschen können die Bakterien gesundheitlich problematisch sein. Der Kontakt mit belastetem Wasser kann unter anderem Haut- und Schleimhautreizungen oder allergische Reaktionen auslösen. Wird größere Mengen belastetes Wasser verschluckt, sind auch Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Fieber möglich. Besonders vorsichtig sollten Kinder und Hunde sein.
Warnhinweise beachten, auch polnische Ostküste betroffen
Eine flächendeckende Sperrung der Ostsee gibt es allerdings nicht. Die aktuelle Situation kann sich je nach Strandabschnitt und Wetterlage schnell verändern. Das Gesundheitsministerium Mecklenburg-Vorpommerns empfiehlt deshalb, Bereiche mit sichtbaren Algenansammlungen zu meiden und die örtlichen Warnhinweise zu beachten.
Wichtig für die Einordnung: Nicht jede Blaualgenart produziert Giftstoffe. In der Ostsee kommen jedoch Arten vor, die Toxine bilden können. Deshalb raten Behörden bei sichtbaren Ansammlungen vorsorglich vom Baden ab.
Eine Belastung mit giftigen Blaualgen kann Übelkeit, Erbrechen, Durchfall sowie Haut- und Schleimhautreizungen auslösen. Bei einer starken Aufnahme von Giftstoffen sind auch Schäden an Leber, Nieren und Nervensystem möglich. Besonders gefährdet sind Kinder und Haustiere.