Ein Expertenteam hat die Suche nach den vier Italienern, die nach dem Unglück auf den Malediven vermisst werden, wieder aufgenommen.
Das italienische Außenministerium teilte mit, dass die Küstenwache der Malediven mit Tauchgängen begonnen habe, um die Leichen der vier italienischen Taucher zu bergen, die seit dem Unglück am Donnerstag vermisst werden.
Außenminister Antonio Tajani stehe laut der Farnesina in engem Kontakt mit dem italienischen Botschafter in Colombo, Damiano Francovigh, der auch für die Malediven zuständig ist, sowie mit der Honorarkonsulin in Malé, Giorgia Marazzi. Beide befinden sich demnach an Bord des Unterstützungsschiffs "Ghazee" der Küstenwache, um die Bergungsarbeiten zu verfolgen.
Taucher der Rettungskräfte stirbt bei Suche
Ein Mitglied der maledivischen Nationalen Verteidigungskräfte, das an der Suche nach den vermissten Italienern beteiligt war, starb am Samstag im Krankenhaus. Der Rettungstaucher war zuvor in kritischem Zustand eingeliefert worden.
Die örtlichen Behörden hatten insgesamt acht Taucher entsandt, um nach den Vermissten zu suchen.
Bislang konnte lediglich die Leiche des Tauchprofis Gianluca Benedetti aus Padua geborgen und identifiziert werden. Wegen schlechten Wetters mussten die Sucharbeiten am Freitag zeitweise unterbrochen werden. Unter den weiterhin Vermissten befinden sich laut italienischen Medien eine Universitätsdozentin und ihre Tochter sowie zwei Forscher.
Tajani wies die Behörden an, nicht nur die Bergung zu begleiten, sondern auch die Angehörigen und die italienischen Staatsbürger zu unterstützen, die nun in ihre Heimat zurückkehren müssen. Auf Bitte Italiens stellt die maledivische Polizei zudem psychologische Betreuung für die Betroffenen bereit.
Die Yacht "Duke of York", auf der sich die 25 italienischen Touristen - darunter die fünf Taucher - befanden, erreichte inzwischen die Hauptstadt Malé. Das maledivische Tourismusministerium setzte daraufhin die Betriebslizenz des Schiffs vorläufig aus.
Staatsanwaltschaft Rom ermittelt
Die Staatsanwaltschaft in Rom leitete inzwischen Ermittlungen ein. Dabei soll geklärt werden, wie es zu dem Unglück kommen konnte und ob alle Sicherheitsvorschriften eingehalten wurden.
Nach geltenden Regeln ist Sporttauchen auf den Malediven grundsätzlich nur bis zu einer Tiefe von 30 Metern erlaubt. Für tiefere Tauchgänge sind spezielle wissenschaftliche Genehmigungen notwendig. Die Expedition der Professorin stand nach bisherigen Erkenntnissen jedoch nicht im direkten Zusammenhang mit ihrer universitären Tätigkeit.
Alarm wurde ausgelöst, nachdem die Gruppe nach einem einstündigen Tauchgang nicht wie geplant zurückkehrte. Zeugen an Bord alarmierten daraufhin die Rettungskräfte.
Die Behörden prüfen derzeit mehrere mögliche Unglücksursachen. Da alle Opfer als erfahrene Taucher mit fortgeschrittenen Lizenzen galten, konzentrieren sich die Ermittlungen unter anderem auf eine mögliche Orientierungslosigkeit in einer Unterwasserhöhle, ausgelöst durch aufgewirbelten Sand und schlechte Sichtverhältnisse.
Auch Probleme mit den Atemgasen in den Tauchflaschen oder ein technischer Fehler bei der Mischung der Luft werden untersucht. Zudem prüfen die Ermittler das Szenario, dass einer der Taucher in der Höhle feststeckte und den anderen bei Rettungsversuchen der Sauerstoff ausging.
Offen ist außerdem, ob ein sogenannter Ariadnefaden zur Orientierung und für den sicheren Rückweg korrekt eingesetzt wurde.