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Elon Musk scheitert mit OpenAI-Klage: Jury sieht Klagefrist überschritten

Archivfoto: Elon Musk trifft am Dienstag, 28. April 2026, am US-Bundesbezirksgericht in Oakland, Kalifornien, ein.
Archivfoto: Elon Musk trifft am Dienstag, 28. April 2026, am Bundesgericht in Oakland, Kalifornien, ein. Copyright  AP Photo/Godofredo A. Vásquez
Copyright AP Photo/Godofredo A. Vásquez
Von Pascale Davies mit AP
Zuerst veröffentlicht am
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2018 verließ Musk nach Konflikten mit Altman den Verwaltungsrat von OpenAI. Schon ein Jahr zuvor soll er vergeblich versucht haben, mehr Kontrolle über das Unternehmen zu erlangen.

Ein US-Gericht hat die Klage von Elon Musk gegen OpenAI und die Konzernspitze abgewiesen. Musk hatte ihnen vorgeworfen, eine gemeinsame Vision verraten zu haben, nach der das Unternehmen als gemeinnützige Organisation die Entwicklung künstlicher Intelligenz zum Wohl der Menschheit steuern sollte.

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Die neunköpfige Jury kam zu dem Schluss, dass Musk mit seiner Klage zu lange gewartet und damit eine gesetzliche Frist verpasst hat. Nach einem dreiwöchigen Prozess berieten die Geschworenen weniger als zwei Stunden.

Der Milliardär, der früh bei OpenAI eingestiegen ist, hatte CEO Sam Altman, Präsident Greg Brockman und den Großaktionär Microsoft verklagt. Er wirft ihnen vor, eine Vereinbarung gebrochen zu haben, nach der OpenAI als gemeinnützige Organisation zum Nutzen der Menschheit bestehen bleiben sollte.

Musk sagt, Altman habe ihn getäuscht, als er OpenAI von einer Non-Profit-Organisation in ein gewinnorientiertes Unternehmen umbaute. Inzwischen bewerten Investoren OpenAI mit fast einer Billion Dollar; ein Börsengang gilt als wahrscheinlich.

Die Jury hatte nur eine beratende Funktion. Richterin Yvonne Gonzalez Rogers übernahm das Votum am Montag jedoch als Entscheidung des Gerichts und wies Musks Klagepunkte zurück.

Musk kündigte auf seiner Plattform X an, in Berufung zu gehen. Die Richterin und die Jury hätten sich nicht mit den inhaltlichen Fragen befasst, sondern nur mit einer „kalendertechnischen Formalie“, schrieb er.

„Für alle, die den Fall genau verfolgen, ist völlig klar, dass Altman & Brockman sich bereichert haben, indem sie einer Wohltätigkeitsorganisation Geld entzogen haben. Die einzige Frage ist, wann sie es getan haben!“, schrieb er.

Musks Anwalt Steven Molo erklärte, der Konflikt seines Mandanten mit OpenAI sei noch lange nicht beigelegt. Er verglich das Urteil vom Montag mit Momenten der US-Geschichte wie der Belagerung von Charleston und der Schlacht von Bunker Hill: „Das waren große Niederlagen für die Amerikaner – aber wer hat am Ende den Krieg gewonnen?“

Der Prozess im kalifornischen Oakland beleuchtete das Zerwürfnis der beiden Tech-Milliardäre und die Anfänge von OpenAI. Der Konzern ist inzwischen rund 852 Milliarden Dollar (733 Milliarden Euro) wert und steuert auf einen der größten Börsengänge der Geschichte zu.

Altman und OpenAI betonten, es habe nie ein Versprechen gegeben, OpenAI für immer gemeinnützig zu halten. Musk habe das gewusst und geklagt, weil er die rasant wachsende KI-Firma nicht allein kontrollieren könne, argumentierten sie.

OpenAI warf ihm vor, mit der Klage das schnelle Wachstum des Unternehmens ausbremsen und gleichzeitig Musks Konkurrenzfirma xAI stärken zu wollen, die er 2023 gegründet hat.

Vor dem Gerichtsgebäude sagte OpenAI-Anwalt William Savitt, die Geschworenen hätten die Klage als „nachträgliche Konstruktion“ gewertet. Sie diene Musk dazu, einen Rivalen zu sabotieren und „eine lange Geschichte sehr schlechter Prognosen darüber zu überdecken, was OpenAI sei und was aus dem Unternehmen werden wird“.

Was sagt Microsoft?

Microsoft, Investor bei OpenAI und Mitangeklagter in dem Verfahren, begrüßt die Entscheidung. Der Konzern bleibe „dem gemeinsamen Ziel verpflichtet, KI für Menschen und Organisationen weltweit voranzubringen und zu skalieren“.

Musk wollte, dass mögliche Schadensersatzzahlungen in die gemeinnützigen Projekte von OpenAIs Stiftungsarm fließen. Außerdem forderte er, Sam Altman aus dem Verwaltungsrat von OpenAI zu entfernen. Musks Entscheidung, die Finanzierung des Unternehmens zu stoppen, trug maßgeblich zum Bruch der früheren Verbündeten bei. Er sagt, er habe auf irreführendes Verhalten reagiert, das auch der OpenAI-Verwaltungsrat erkannt habe, als er Altman 2023 als CEO absetzte – bevor dieser wenige Tage später zurückkehrte.

Vor Gericht traten neben Musk, Altman und dessen wichtigstem Vertrauten Greg Brockman auch Microsoft-Chef Satya Nadella und zahlreiche weitere Akteure aus dem Umfeld der Tech-Größen als Zeugen auf.

Musk sagte den Geschworenen an seinem ersten von drei Verhandlungstagen, im Kern sei der Fall „sehr einfach“. „Sie werden versuchen, diese Klage sehr kompliziert erscheinen zu lassen, aber eigentlich ist sie sehr einfach“, sagte Musk. „Es ist nicht in Ordnung, einer Wohltätigkeitsorganisation etwas zu stehlen.“

In der Klage heißt es außerdem, Altman und Brockman hätten sich neben dem „Bruch eines karitativen Treuhandverhältnisses“ unrechtmäßig bereichert, als der Wert des ChatGPT-Entwicklers explodierte. Brockman gab im Prozess an, sein Anteil an OpenAI sei rund 30 Milliarden Dollar wert.

Extrem schmerzhaft

Altman und Musk wollten in den Anfangsjahren beide CEO von OpenAI werden. Altman sagte in seiner Aussage, er habe sich Sorgen über Musks Versuche gemacht, mehr Kontrolle über OpenAI zu gewinnen. Das Unternehmen wolle eine sicherere, übermenschliche Form von KI entwickeln, die sogenannte künstliche allgemeine Intelligenz.

„Ein Grund für die Gründung von OpenAI war, dass wir nicht glauben, dass AGI unter der Kontrolle einer einzelnen Person stehen darf, egal wie gut ihre Absichten sind“, sagte Altman.

Der Prozess warf auch ein Schlaglicht auf Altmans Absetzung aus dem OpenAI-Verwaltungsrat im Jahr 2023, bevor er wenige Tage später in seine Rolle zurückkehrte. Mehrere Zeugen, darunter die früheren Vorstandsmitglieder Helen Toner und Tasha McCauley, berichteten von Zweifeln an Altmans Wahrhaftigkeit.

Gegen Ende seiner Aussage sagte Altman, er habe Musk früher sehr geschätzt.

„Ich hatte das Gefühl, er habe uns im Stich gelassen, seine Versprechen nicht gehalten, das Unternehmen in eine sehr schwierige Lage gebracht, unsere Mission gefährdet und sich nicht mehr um die Dinge gekümmert, von denen ich dachte, dass sie ihm wichtig sind“, sagte Altman.

„Es ist für mich extrem schmerzhaft, dass jemand, den ich so sehr respektiert habe, das nicht anerkennt und uns weiterhin öffentlich angreift.“

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