Ein bittersüßer, aber passender Abschied für „The Late Show with Stephen Colbert“: In der letzten Ausgabe mit Sir Paul McCartney endete die 33-jährige Erfolgsgeschichte – sehr zum Triumphgeheul von Donald Trump...
Die letzte Ausgabe von „The Late Show“ bei CBS lief gestern Abend über den Bildschirm und beendete damit eine dreiunddreißigjährige Ära. Gastgeber Stephen Colbert holte dafür zahlreiche Prominente auf die Bühne, darunter Sänger Paul McCartney.
Colbert eröffnete die Show ganz routiniert mit seinem Eröffnungsmonolog und erinnerte das Publikum daran, wie sehr man ihn vermissen werde.
„Wir hatten das Glück, die letzten elf Jahre hier zu sein“, sagte er. Doch schon der erste Programmteil wurde mehrfach von Überraschungsauftritten prominenter Gäste unterbrochen, darunter Bryan Cranston, Paul Rudd und Tim Meadows.
Alle gaben sich empört, weil sie nicht als letzter Gast des Abends eingeladen waren.
„Weißt du was? Du hast genau bekommen, was du verdienst“, schimpfte Meadows.
Auch andere Stars schauten für das große Abschiedsfinale kurz vorbei, darunter Ryan Reynolds, Tig Notaro und Neil deGrasse Tyson. Mehrere Freunde Colberts standen mit ihm auf der Bühne, darunter die Comedians Jon Stewart, Jimmy Kimmel, Seth Meyers, John Oliver und Jimmy Fallon.
„Wir sind hergekommen, um dir zu sagen, dass du uns fehlen wirst. Late Night wird ohne dich nicht mehr dieselbe sein“, sagte Kimmel.
Colbert kündigte scherzhaft Papst Leo XIV. als letzten Gast an, doch der Pontifex weigerte sich angeblich, seine Garderobe zu verlassen, weil es nicht die richtigen Snacks gab, vor allem keine Hotdogs.
„Wir haben seine gesamte Liste an Sonderwünschen nicht gelesen und ihm seine Snacks nicht besorgt", sagte einer von Colberts Mitarbeitern.
Daraufhin kam Ex-Beatle McCartney auf die Bühne und bot sich als Ersatz an.
„Ich glaube, du wärst der perfekte letzte Gast“, sagte Colbert.
McCartney schenkte ihm ein signiertes Foto vom ersten Auftritt der Beatles 1964 im Ed Sullivan Theatre. Anschließend trat er gemeinsam mit Colbert, Jon Batiste, Louis Cato und Elvis Costello auf. Zunächst spielten sie Costellos „Jump Up“ und beendeten die Show dann mit dem ikonischen Beatles-Song „Hello, Goodbye“.
Die Szene sehen Sie unten:
Zu Colbert, der mitsang, gesellten sich auf der Bühne seine Familie und das Team von „The Late Show“. Colbert und McCartney waren später hinter der Bühne neben einem Schaltkasten mit einem Hebel zu sehen, der mit „Late Show“ beschriftet war. McCartney zog den Hebel – ein Seitenhieb auf die Absetzung der Reihe durch CBS.
Vor dem Ed Sullivan Theater versammelten sich Fans mit Schildern mit der Aufschrift „Thank You Stephen“ und „Colbert for President“.
Wenig überraschend genoss Donald Trump Colberts Abschied.
Er veröffentlichte auf Truth Social eine wütende Attacke auf Colbert: „Colbert ist bei CBS endlich fertig. Erstaunlich, dass er so lange durchgehalten hat! Kein Talent, keine Einschaltquoten, kein Leben. Er war wie eine tote Person.“
Sehr charmant.
Trump legte nach: „Man könnte irgendeine Person von der Straße holen, und sie wäre besser als dieser komplette Idiot. Gott sei Dank ist er endlich weg!“
Die Absetzung der Show des Emmy-prämierten Comedians war im vergangenen Juli bekanntgegeben worden, nur wenige Tage nachdem Colbert die Muttergesellschaft des Senders, Paramount, wegen eines Vergleichs über 16 Millionen Dollar mit Donald Trump scharf kritisiert hatte.
Mehr über die Gründe für das Aus von „The Late Show“ lesen Sie hier.
Bereits Anfang der Woche berichteten wir über einen von Colberts letzten Gästen, Bruce Springsteen. Er nannte den Talkshow-Gastgeber „den ersten Typen in Amerika, der seine Show verloren hat, weil wir einen Präsidenten haben, der keinen Witz verträgt“.
„Ich bin heute Abend hier, um Stephen zu unterstützen, denn du bist der erste Typ in Amerika, der seine Show verloren hat, weil wir einen Präsidenten haben, der keinen Witz verträgt … und weil Larry und David Ellison glauben, sie müssten ihm in den Hintern kriechen, um zu bekommen, was sie wollen“, sagte Springsteen.
„Stephen, das sind kleingeistige Leute“, fügte er hinzu. „Sie haben keine Ahnung, worum es bei den Freiheiten dieses wunderschönen Landes eigentlich gehen sollte.“
Leb wohl, „The Late Show“. Und danke, Stephen Colbert.