EU schickt Nothilfe nach Venezuela über ihren Katastrophenschutzmechanismus nach den Beben der Magnitude sieben Komma zwei und sieben Komma fünf; UN meldet über 50.000 Vermisste.
Die EU-Kommission schickt Rettungsteams und weitere Nothilfe nach Venezuela. Am Mittwoch hatten zwei Erdbeben kurz hintereinander das Land erschüttert. Nach UN-Angaben kamen dabei mindestens 1.430 Menschen ums Leben, mehr als 50.000 gelten als vermisst.
Bislang haben 520 Einsatzkräfte aus acht EU-Mitgliedstaaten ihre Hilfe über den EU-Katastrophenschutzmechanismus zugesagt. Sie kommen aus Tschechien, Spanien, Italien, Frankreich, Luxemburg, Deutschland, Portugal und den Niederlanden.
Außerdem hat die EU den Satellitendienst Copernicus im Modus „Notfallkartierung“ aktiviert. Das System liefert bei Naturkatastrophen und von Menschen verursachten Unglücken weltweit kostenlose Geodaten.
Am Samstag traf eine erste Maschine der italienischen Luftwaffe in Venezuela ein. An Bord waren Rettungsteams, koordiniert vom Zivilschutz und der Kriseneinheit. Zusätzlich werden mehr als einhundert italienische Einsatzkräfte, darunter Ärztinnen, Ärzte und Suchspezialisten, vor Ort eng mit lokalen und internationalen Behörden zusammenarbeiten.
Nach Angaben von Verteidigungsminister Guido Crosetto steht eine zweite Maschine bereit. Sie soll weiteres Fachpersonal und Feuerwehrleute in die betroffenen Gebiete bringen.
Außenminister Antonio Tajani kündigte eine erste Soforthilfe von fünf Millionen Euro an. Das Geld ist für das Rote Kreuz, Caritas und das Welternährungsprogramm bestimmt.
Die spanische Verteidigungsministerin schrieb in einem Beitrag auf X, die Militäreinheit für Notfalleinsätze arbeite „mit Hochdruck daran, die nötige Unterstützung und Fähigkeiten im Epizentrum des Bebens in #Venezuela (Quelle auf Englisch) bereitzustellen“. Weiter hieß es: „Die Rettungshundestaffeln und das entsandte Personal sind mit der ersten Erkundung und der Suche nach Überlebenden beschäftigt.“
Unterdessen trafen 85 französische Kräfte für Suche und Rettung in Caracas ein. Sie unterstützen dort die laufenden Bergungsarbeiten.
Auch die britische Royal Air Force hilft und stellt Hilfsgüter zusammen, die nach Venezuela gebracht werden sollen.
Die Türkei schickte zwei Militärflugzeuge mit Such- und Rettungsteams, medizinischem Personal und Hilfsgütern.
Die beiden heftigen Erdbeben erschütterten am Mittwochabend die nördliche Region Yaracuy im Abstand von weniger als einer Minute. Die Zerstörung ist beispiellos.