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Nachwahl in Großbritannien: Nigel Farage tritt gegen Rekordzahl an Rivalen an

Der unabhängige Kandidat Count Binface zählt zu den bekanntesten Herausforderern von Nigel Farage in dieser Nachwahl.
Der unabhängige Kandidat Count Binface gehört bei dieser Nachwahl zu den bekanntesten Herausforderern von Nigel Farage. Copyright  Temilade Adelaja/AP
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Von Harry Bligh
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Im britischen Wahlkreis Clacton kommt es zu einer Neuwahl: Nigel Farage, Parteichef der rechtsgerichteten Reform UK, legt sein Mandat nieder. Er hatte den Sitz 2024 mit 46 Prozent gewonnen und will erneut antreten.

Nigel Farage, Vorsitzender der rechtsgerichteten Partei Reform UK, muss sich im August einer Nachwahl im Küstenwahlkreis Clacton stellen. Dort trifft er auf eine Rekordzahl von Gegenkandidaten.

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Insgesamt treten 34 Kandidatinnen und Kandidaten an. Nach Angaben des für die Abstimmung zuständigen Bezirksrats Tendring gab es bei einer britischen Parlamentswahl noch nie so viele Bewerber.

Den bisherigen Rekord bei einer Nachwahl gab es 2008. Damals bewarben sich 26 Kandidatinnen und Kandidaten um den Sitz Haltemprice and Howden. Der konservative Abgeordnete David Davis war zurückgetreten, um sich erneut zur Wahl zu stellen.

Farage hatte den Wahlkreis Clacton bei der britischen Parlamentswahl 2024 gewonnen. Anfang Juli legte er sein Mandat jedoch nieder. Hintergrund sind zunehmender Druck der Medien und eine Untersuchung des Parlaments wegen eines nicht angegebenen Geschenks in Höhe von 5 Millionen Pfund (5,88 Millionen Euro).

Bei der Bekanntgabe seines Rücktritts erklärte Farage, der jedes Fehlverhalten bestreitet, er habe „entschieden, dass die Menschen in Clacton über mein Handeln urteilen sollen“. Es sei „eine Gelegenheit, dem gesamten Establishment den Stinkefinger zu zeigen“.

Die großen Parteien des Landes beteiligen sich an der Nachwahl im kommenden Monat nicht. Labour, die Konservativen, die Liberaldemokraten und die Grünen verzichten auf eigene Kandidaturen und werten Farages Schritt als PR-Manöver.

Die Labour-Partei wirft Farage vor, er versuche „verzweifelt, vom Thema abzulenken“. Die Parteichefin der Konservativen, Kemi Badenoch, beschuldigt ihn, vor öffentlicher Kontrolle davonzulaufen.

Nigel Farage ist Anfang Juli zurückgetreten und hat damit die Nachwahl in Clacton ausgelöst, bei der er erneut antreten will

Die Nachwahl könnte die Steuerzahler mehr als 275.000 Pfund (323.345 Euro) kosten, wie eine Schätzung der Zeitung The Independent nahelegt.

Reform UK hat angeboten, die Kosten der Abstimmung zu übernehmen. Das britische Ministerium für Wohnungsbau, Gemeinden und Kommunalverwaltung widerspricht jedoch. Die Übernahme wäre demnach gesetzeswidrig, da Wahlkosten aus öffentlichen Mitteln bestritten werden müssen, „um die Unabhängigkeit und Unparteilichkeit des Wahlverfahrens zu gewährleisten“.

Unter den Kandidierenden sind 20 Unabhängige, die keiner Partei angehören. Viele andere treten als Spaßkandidaten an, darunter drei Mitglieder der offiziellen Monster Raving Loony Party.

Am bekanntesten ist wohl Count Binface. Er trägt einen mülleimerförmigen Helm und einen schwarzen Umhang.

Zu den weiteren Gegnern gehört der Schauspieler und rechtsgerichtete Aktivist Laurence Fox. Er kandidiert für die Reclaim Party, die er gegründet hat und deren Vorsitzender er ist.

Die vollständige Kandidatenliste für die Nachwahl in Clacton 2026 finden Sie hier (Quelle auf Englisch).

Bei der Parlamentswahl 2024 gewannen Farage und Reform UK den Wahlkreis mit einem Stimmenanteil von 46,2 Prozent.

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