Die staatliche Nachrichtenagentur Fars meldet, iranische Streitkräfte hätten Verbündete der USA und deren Stützpunkte angegriffen. Kuwaits Luftraum musste geschlossen werden, die staatliche Fluggesellschaft Kuwait Air benachrichtigt ihre Passagiere, dass "Flüge neu geplant" werden.
US-Streitkräfte haben am Freitag am 7. Abend in Folge Ziele im Iran angegriffen.
In einer Mitteilung auf X erklärte das US-Zentralkommando, seine Einheiten hätten Überwachungsanlagen, logistische Militärinfrastruktur, unterirdische Waffendepots und maritime Fähigkeiten des Iran attackiert.
Bei dem Einsatz kamen Kampfjets, Drohnen und Kriegsschiffe zum Einsatz. CENTCOM veröffentlichte zudem Videoaufnahmen, die die Angriffe zeigen sollen.
„CENTCOM halte den Iran auf Anweisung des Oberbefehlshabers weiterhin zur Verantwortung und setze die Seeblockade gegen iranische Häfen umfassend durch“, hieß es in der Erklärung des Militärs.
Kuwait schließt Luftraum wegen iranischer Angriffe
Indes hat der internationale Flughafen von Kuwait den Start- und Landebetrieb aufgrund der anhaltenden iranischen Angriffe vorübergehend eingestellt.
Nach Angaben der Kuwait Times hat Kuwait Airways am Samstag angekündigt, den Großteil ihrer Linienflüge neu zu planen.
In einer Mitteilung rief die staatliche Fluggesellschaft alle Passagiere dazu auf, den Status ihrer Flüge aufmerksam zu verfolgen. Über die in den Buchungen hinterlegten Telefonnummern würden Reisende automatisch per SMS und anderen Benachrichtigungen über Änderungen informiert.
Mehrere internationale Fluggesellschaften fliegen den Nahen Osten weiterhin nicht an oder haben ihre Flugpläne deutlich eingeschränkt. In den vergangenen Tagen haben unter anderem Air France und Singapore Airlines ihre Flugaussetzungen angesichts der jüngsten Angriffe verlängert. Auch Lufthansa hat mehrere Verbindungen in die Region wegen der Sicherheitslage ausgesetzt bzw. angepasst.
Iran greift weiter US-Verbündete an
Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Fars bestätigte, iranische Streitkräfte hätten als Antwort Verbündete der USA und Stützpunkte in der Region angegriffen, darunter den Luftwaffenstützpunkt Ali Al Salem in Kuwait sowie mehrere Kommunikationsanlagen in Bahrain.
Die kuwaitische Armee teilte am Samstagmorgen mit, die heimische Luftabwehr sei mit „feindlichen Raketen- und Drohnenangriffen“ konfrontiert. Das jordanische Militär erklärte dem Vernehmen nach, es habe in den frühen Morgenstunden zehn iranische Raketen abgefangen.
Der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus, einem der wichtigsten Öl- und Gastransitrouten der Welt, bleibt angesichts der anhaltenden Kämpfe deutlich eingeschränkt.
Die Meerenge steht im Zentrum der Spannungen zwischen Washington und Teheran. Seit Ausbruch der Auseinandersetzung im Februar hat Iran die Durchfahrt faktisch blockiert, was die Energiemärkte durcheinandergebracht hat.
Beide Staaten schienen sich im Juni im Rahmen einer „Absichtserklärung“ auf eine Wiederöffnung der Passage geeinigt zu haben. Die jüngsten Gefechte lassen die Friedensgespräche jedoch ins Stocken geraten.
Nach den Bedingungen der vorläufigen Vereinbarung wollten die USA und Iran die Kampfhandlungen einstellen. Washington sollte die Seeblockade gegen den Iran aufheben, Teheran die Straße von Hormus wieder öffnen und bekräftigen, „keine Atomwaffen zu beschaffen oder zu entwickeln“. Das Memorandum setzte beiden Seiten eine Frist von 60 Tagen für einen endgültigen Vertrag.