Irakische Sicherheitskräfte haben am Sonntag alle Zugänge zur stark gesicherten Grünen Zone in Bagdad abgeriegelt und Razzien im Komplex mit Regierungsstellen und Botschaften durchgeführt.
Mehrere irakische Politiker sind am frühen Sonntag wegen Korruptionsvorwürfen festgenommen worden, berichtete die staatliche irakische Nachrichtenagentur INA.
Demnach stützen sich die Festnahmen auf Aussagen des früheren stellvertretenden Ölministers Adnan al-Dschumaili, der im vergangenen Monat verhaftet wurde. Unter den Festgenommenen seien auch Parlamentsmitglieder, denen zuvor die Immunität entzogen worden sei.
Iraks Sicherheitskräfte riegelten am frühen Sonntag alle Zufahrten zur stark gesicherten Grünen Zone der Hauptstadt ab und durchsuchten den umzäunten Regierungsbezirk, in dem zentrale Staatsinstitutionen und ausländische Botschaften sitzen.
In einem der Nachrichtenagentur AP vorliegenden Bericht eines Sicherheitsdienstes ist von sieben Festgenommenen die Rede, darunter fünf Parlamentsabgeordnete. Einige von ihnen gehören dem politischen Block des ehemaligen Ministerpräsidenten Mohammed Schia al-Sudani an. Welche konkreten Vorwürfe ihnen gemacht werden, blieb zunächst offen.
Al-Sudanis Block gewann bei der Parlamentswahl im November die meisten Sitze. Al-Sudani verzichtete jedoch schließlich auf das Amt, weil sich der sogenannte Koordinationsrahmen, ein Bündnis iranfreundlicher schiitischer Parteien, das ihn einst an die Macht gebracht hatte, nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten für das Amt des Regierungschefs einigen konnte.
An seine Stelle rückte Ali al-Zaidi, ein Unternehmer und politischer Neuling. Er setzte sich als Kompromisskandidat durch und erhielt Rückendeckung der USA.
Die Festnahmen dürften die ohnehin zersplitterte politische Landschaft Iraks weiter erschüttern. Korruptionsvorwürfe überschneiden sich dort regelmäßig mit Machtkämpfen und Konkurrenz um Einfluss.