Bei sommerlichen Temperaturen zieht es nicht nur Menschen an Seen und Flüsse. Auch Schlangen werden dort immer häufiger gesichtet. Doch wie gefährlich sind die Tiere wirklich?
Die aktuelle Hitzewelle sorgt für volle Badeseen – und für immer mehr Berichte über Schlangen im Wasser. Videos und Fotos in sozialen Netzwerken lösen regelmäßig Besorgnis aus. Doch wer beim Schwimmen eine Schlange entdeckt, muss in den allermeisten Fällen keine Angst haben.
Nach Angaben von Naturschutzexperten handelt es sich fast immer um Ringelnattern. Die heimischen Reptilien halten sich gerne in Gewässernähe auf und sind ausgezeichnete Schwimmer. Dort jagen sie vor allem Frösche, Kaulquappen und kleine Fische oder wechseln zwischen verschiedenen Uferbereichen.
Für Menschen stellen Ringelnattern keine Gefahr dar. Sie sind ungiftig und meiden den Kontakt mit Badegästen. Wird eine Schlange im Wasser überrascht, sucht sie meist schnell das Weite. Nur wenn sie sich massiv bedrängt fühlt oder festgehalten wird, kann sie versuchen, sich mit einem Biss zu verteidigen.
Neben der Ringelnatter kommt in einigen Regionen Deutschlands auch die Würfelnatter vor. Sie lebt vor allem entlang größerer Flüsse und gilt ebenfalls als ungiftig und scheu.
Keine Panik bei einer Begegnung
Wer beim Baden eine Schlange entdeckt, sollte ruhig bleiben und ausreichend Abstand halten. Fachleute raten davon ab, die Tiere einzufangen oder zu verfolgen. In der Regel verschwinden sie von selbst wieder im Schilf oder tauchen unter.
Dass derzeit häufiger Schlangen gesichtet werden, hängt vor allem mit dem Wetter zusammen. An heißen Tagen sind sowohl Menschen als auch Reptilien häufiger an Gewässern unterwegs. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit einer Begegnung.
Geschützte Tiere
Ringelnattern und Würfelnattern gehören zu den geschützten Arten in Deutschland. Ihre Bestände stehen vielerorts unter Druck, weil natürliche Lebensräume verschwinden. Wer eine Schlange am See entdeckt, beobachtet daher meist kein ungewöhnliches Ereignis, sondern ein heimisches Wildtier in seinem natürlichen Lebensraum.
Auch wenn der erste Schreck groß sein kann, besteht für Badegäste normalerweise kein Grund zur Sorge. Die Tiere interessieren sich nicht für Menschen und suchen in aller Regel lieber die Flucht als die Nähe von Schwimmern.