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VAE: Angreifer-Drohnen auf Atomkraftwerk starteten im Irak

Undatiertes Foto der staatlichen Nachrichtenagentur WAM zeigt das im Bau befindliche Atomkraftwerk Barakah in der westlichen Wüste Abu Dhabis.
Undatiertes Foto der staatlichen Emirate-Agentur WAM: das im Bau befindliche Kernkraftwerk Barakah in der westlichen Wüste von Abu Dhabi. Copyright  Arun Girija/AP
Copyright Arun Girija/AP
Von Aleksandar Brezar
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Die Vereinigten Arabischen Emirate melden: Die Drohnen auf das Atomkraftwerk Barakah kamen aus dem Irak. Von Iran unterstützte Milizen greifen weiter die Energieinfrastruktur am Golf an.

Die Vereinigten Arabischen Emirate machen irakisches Territorium für den Drohnenangriff der vergangenen Woche auf ihr einziges Atomkraftwerk verantwortlich. Demnach starteten die Flugkörper von dort. Aus Sicht Abu Dhabis markiert der Angriff eine deutliche Eskalation durch von Teheran unterstützte Gruppen in einem Konflikt, der immer wieder die Energieinfrastruktur am Golf trifft.

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Am Sonntag schlug eine bislang nicht reklamierte Drohne in einen Stromgenerator nahe dem einzigen Atomkraftwerk der Golfregion in Barakah im Emirat Abu Dhabi ein. Es brach ein Feuer aus, verletzt wurde jedoch niemand, auch Radioaktivität trat nicht aus. Zwei weitere Drohnen fing die Luftabwehr ab.

Barakah liegt unweit der Grenzen zu Saudi-Arabien und Katar. Der Angriff schürte die Sorge, dass der Konflikt die gesamte Golfregion in Mitleidenschaft zieht.

„Im Rahmen der laufenden Ermittlungen zu dem dreisten Angriff auf das Kernkraftwerk Barakah am 17. Mai 2026 haben technische Nachverfolgung und Überwachung bestätigt, dass alle drei Drohnen … von irakischem Staatsgebiet gestartet wurden“, teilte das Verteidigungsministerium der Emirate mit.

Bereits am Montag hatten die Emirate erklärt, sie untersuchten einen „unprovozierten Terroranschlag“. Die Drohne, die nahe Barakah einschlug, sei demnach „aus westlicher Richtung in das Staatsgebiet eingedrungen“. Einen mutmaßlichen Täter nannte die Regierung zunächst nicht.

Bagdad verurteilt Drohnenangriffe scharf

Nach Angaben von US-Regierungsvertretern haben von Teheran unterstützte Milizen im Irak, die unter dem Dach der Volksmobilisierungskräfte operieren, seit Beginn des Iran-Kriegs mehr als sechshundert Mal US-Stützpunkte und diplomatische Vertretungen im Land angegriffen.

Die bewaffneten Gruppen nahmen wiederholt auch Golfstaaten ins Visier. Bagdad verurteilte dies, bekommt die Milizen aber nur schwer unter Kontrolle.

Zu den aktivsten gehört Kata'ib Hisbollah – eine andere Organisation als die gleichnamige libanesische Gruppe. Die USA stufen sie als Terrororganisation ein. Die Miliz hat sich zu mehreren Angriffen bekannt oder gilt als eng damit verbunden.

Regierungssprecher Bassem al-Awadi ging auf den Bericht des Emiratischen Verteidigungsministeriums nicht ein, erklärte jedoch, Bagdad „bekundet seine scharfe Verurteilung der jüngsten Drohnenangriffe, die auf die VAE abzielen“.

„Wir betonen zudem die Bedeutung einer wirksamen regionalen und internationalen Zusammenarbeit, um jede Eskalation zu verhindern und die Stabilität der Region zu schützen sowie jegliche Angriffe auf Sicherheit und Souveränität brüderlicher und befreundeter Staaten zu unterbinden“, fügte al-Awadi hinzu.

Schon am Dienstagvormittag hatte ein prominenter Diplomat der Emirate indirekt die zögerliche Haltung mancher Staaten in der weiteren Region angesichts der Angriffe auf sein Land kritisiert.

„Die Rollenverteilung während dieser heimtückischen iranischen Aggression ist irritierend und umfasst die Staaten rund um die arabischen Golfmonarchien“, schrieb Anwar Gargash, diplomatischer Berater des Präsidenten der VAE, auf X.

„Die Rolle des Opfers hat sich mit der des Vermittlers vermischt – und umgekehrt. Zugleich ist aus dem Freund ein Vermittler geworden, statt ein verlässlicher Verbündeter und Unterstützer zu bleiben“, so Gargash.

„In dieser gefährlichsten Phase der modernen Golfgeschichte, inmitten dieser hinterhältigen Aggression, ist eine graue, unklare Position noch riskanter als offenes Nichtstun.“

Der iranische Einfluss im Irak hat nach dem von den USA angeführten Sturz Saddam Husseins im Jahr 2003 massiv zugenommen. Teheran füllte das entstandene Machtvakuum, finanzierte, bewaffnete und trainierte ein Netzwerk von Milizen. Daraus ist eine schlagkräftige parallele Sicherheitsstruktur entstanden, die neben dem irakischen Staat agiert und sich seiner Kontrolle häufig entzieht.

Seit die USA und Israel am 28. Februar Angriffe auf den Iran flogen, attackiert Teheran die Emirate und andere Golfstaaten verstärkt, vor allem deren Energie- und Wirtschaftsstrukturen. Das Atomkraftwerk blieb bis Sonntag verschont.

Das Kernkraftwerk Barakah ist die größte Stromquelle der Emirate und liefert rund ein Viertel des nationalen Bedarfs.

Das Regime in Teheran hatte die Anlage jedoch bereits im Blick. Im März veröffentlichten staatliche iranische Medien eine Liste möglicher Ziele im Energiesektor – darunter auch Barakah.

Weitere Quellen • AP, AFP

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