Großbrand bei Vouzela: mehr als 900 Einsatzkräfte im Einsatz; Feuer auf drei Fronten, Portugal landesweit unter Alarmstufe Rot wegen Hitze.
Die Hitze lässt nicht nach – und die ersten großen Brände der Saison ebenfalls nicht. Gegen halb zehn Uhr am Morgen waren vier größere Brände aktiv, mehr als 1 500 Einsatzkräfte standen im Einsatz.
Am meisten Sorgen bereitet der Brand im Kreis Vouzela im Distrikt Viseu. Er brach in den frühen Morgenstunden des Donnerstag aus. Das Feuer wütet an drei aktiven Fronten und breitet sich weiter aus. Nach Angaben des Zivilschutzes kämpften dort gegen halb zehn Uhr 938 Einsatzkräfte gegen die Flammen, unterstützt von 288 Fahrzeugen am Boden und acht Luftfahrzeugen.
Die Nationale Zivilschutzbehörde bestätigte der Nachrichtenagentur Lusa, dass der Brand Wohnhäuser bedroht und bereits zur Sperrung der Vouga-Eisenbahnstrecke zwischen Mourisca do Vouga und Águeda geführt hat. Die Flammen zerstörten zudem ein Löschfahrzeug der Feuerwehr und mehrere landwirtschaftliche Nebengebäude. Nach Angaben der ANPC erlitten mindestens sieben Menschen Verletzungen.
Neben Vouzela brennen auch in Barcelos, Cinfães und Castelo de Paiva Wälder. In Barcelos sind mehr als 120 Einsatzkräfte und zwei Luftfahrzeuge im Einsatz.
Portugal im roten Bereich: Festland unter höchster Brandgefahr
Fast das gesamte portugiesische Staatsgebiet steht wegen hoher bis höchster Waldbrandgefahr unter Warnstufe, meldet das Portugiesische Institut für Meer und Atmosphäre (IPMA). Nur sechs Küstendistrikte gelten noch als moderat gefährdet.
Die Regierung rief gestern den Alarmzustand aus. Er gilt seit Mitternacht und läuft bis Montag 23.59 Uhr wegen einer „deutlich erhöhten Gefahr von Bränden im ländlichen Raum“. Laut IPMA haben die im Regierungsbeschluss vorgesehenen Einschränkungen Vorrang vor den üblichen Stufen der Waldbrandgefahr.
Zu den außerordentlichen Maßnahmen gehören Betretungs-, Durchfahrts- und Aufenthaltsverbote in Wäldern. Außerdem ist der Einsatz von Feuerwerk und anderer Pyrotechnik untersagt. Offene Feuer und bestimmte Arbeiten in Wäldern und ländlichen Gebieten sind ebenfalls verboten. Der Alarm bedeutet zudem verstärkte Überwachung und höhere Einsatzbereitschaft der Behörden, vor allem der GNR und der PSP.
Das Land erlebt eine intensive Hitzewelle, in einigen Regionen steigen die Temperaturen über 40 °C. Auch die Nächte bleiben sehr warm, mit Tiefstwerten über 20 °C und sehr niedriger Luftfeuchtigkeit.
Das IPMA hat auf dem Festland zwölf Distrikte wegen der Hitze auf die höchste, rote Warnstufe gesetzt. Bragança, Castelo Branco, Faro, Guarda, Vila Real und Viseu stehen auf Alarmstufe Orange.