Aufnahmen aus Lège-Cap-Ferret im Südwesten Frankreichs zeigen eine mächtige Rauchsäule, die über einem Kiefernwald aufsteigt, während die Flammen auf Lège-Bourg zurasen. Feuerwehrleute versuchen, Wohnhäuser zu schützen, doch mindestens ein Gebäude brennt vollständig nieder. Weitere Szenen zeigen erschöpfte Evakuierte, die auf Feldbetten in einer Gemeindeturnhalle liegen, nachdem sie Campingplätze und Wohngebiete verlassen mussten.
Der Brand ging vermutlich am 22. Juli nahe Saumos nördlich der Bucht von Arcachon versehentlich los. Danach fraßen sich die Flammen durch dichten Kiefernwald in Richtung Lège-Cap-Ferret. Starker Wind trieb das Feuer südwärts entlang des schmalen Waldstreifens der Halbinsel. Links lag der Atlantik, rechts die Bucht von Arcachon. Die Behörden ließen die Orte Dorf für Dorf räumen, je weiter sich der Brand ausbreitete.
Bis Freitag hatte das Feuer etwa 8.700 Hektar Land zerstört. Die Behörden ordneten an, die gesamte Halbinsel Cap Ferret auf dem Landweg und per Boot zu evakuieren. Innenminister Laurent Nunez erklärte, rund 80 Häuser seien beschädigt und etwa 50 davon völlig zerstört worden. Todesopfer gebe es nicht. Bürgermeister Philippe de Gonneville sagte, in einer einzigen Nacht seien 5.300 Menschen in Sicherheit gebracht worden, die meisten von Campingplätzen.
Etwa 700 Feuerwehrleute sind weiterhin im Einsatz, unterstützt von Löschflugzeugen, während Frankreich seine dritte Hitzewelle des Jahres 2026 erlebt. Der Zugang zur Halbinsel ist auf Einsatzkräfte und Personal für die Grundversorgung beschränkt. Die Teams arbeiten pausenlos weiter, um bedrohte Gemeinden zu schützen.
Der Großbrand fällt in eine außergewöhnlich aktive Feuersaison im ganzen Land. Nach Angaben von Laurent Nunez haben seit Jahresbeginn landesweit mehr als 12.500 Wald- und Flächenbrände gewütet und über 44.000 Hektar in Asche gelegt.